Ex-Profi Matthias Hahn spricht über Karriere, Beruf und den TuS Rotenburg

„Viel zu schnelllebig“

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Ex-Nationalspieler Matthias Hahn coacht derzeit Handball-Oberligist DHK Flensborg. Am Sonntag tritt er mit seinem Team im DHB-Amateur-Pokal beim Landesligisten TuS Rotenburg an.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Matthias Hahn hat nur zwei Wünsche zu seinem Geburtstag: Zwei Siege seines Handball-Oberligisten DHK Flensborg. Der einstige Nationalspieler, der seit drei Jahren beim Ostsee-Club als Coach an der Linie steht, feiert am Samstag seinen 50. Ehrentag. Tags zuvor ist er bereits in der Liga gefordert, am Sonntag folgt für den Spitzenreiter die erste Runde im DHB-Amateur-Pokal beim Landesligisten TuS Rotenburg. Grund genug, beim B-Lizenzinhaber einmal genauer nachzufragen.

Herr Hahn, in der Liga läuft es bislang sehr gut. In zwölf Spielen gab es nur eine Niederlage. Ist der Aufstieg in die dritte Liga das Ziel?

Matthias Hahn: Es wäre vermessen zu sagen, dass es hätte noch besser laufen können. Ich habe von Anfang an gesagt, dass nur die Meisterschaft unser Ziel sein kann.

Also ist Ihr Hauptaugenmerk auf die Liga und nicht auf den Pokal gerichtet?

Hahn: Bisher war der Pokal ein schönes Schmankerl. Ich will es nicht abwertend sagen, aber die Liga ist mir wichtiger. Dadurch, dass wir aber durch den Gewinn des HVSH-Pokals nun im DHB-Amateur-Pokal stehen, finde ich es reizvoll.

Warum?

Hahn: Das Finale des Amateur-Pokals wird in Hamburg im Vorfeld des Final Fours des „echten“ DHB-Pokals ausgetragen. Aus meiner aktiven Laufbahn weiß ich, was das für eine Atmosphäre ist.

Was sind denn die schönsten Erinnerungen an Ihre Karriere als Bundesliga- und Nationalspieler?

Hahn: Wir waren damals zwar nicht so erfolgreich, aber allein die Teilnahmen an den Olympischen Spielen in Seoul und Barcelona sind mir in bleibender Erinnerung geblieben. Aber auch der Sieg des Europapokals der Pokalsieger sowie der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit der SG Flensburg-Handewitt bedeuten mir viel.

War für Sie nach Ihrer Laufbahn eigentlich nie eine Trainerstation im Profibereich ein Thema?

Hahn: Nein, definitiv nicht. Das Geschäft ist viel zu schnelllebig. Aber jetzt wäre es mit fast 50 Jahren sowieso zu spät (lacht).

Sie haben die Entscheidung aber nicht bereut?

Hahn: Ich würde mich immer wieder so entscheiden. Auch während meiner aktiven Zeit habe ich nebenbei noch gearbeitet. Der Beruf ist ein wichtiges Standbein, im Sport kann es schließlich schnell vorbei sein.

Wie haben Sie Beruf und Karriere unter einen Hut bekommen?

Hahn: Zu meiner Zeit war der Umfang der Reisestrapazen noch etwas geringer. Mit einer verständnisvollen Familie und einem straffen Zeitplan geht das aber. Ich bin immer zwischen der Arbeit und dem Training hin und her gependelt.

Haben Sie aus Ihrer Laufbahn etwas für den Trainerjob mitnehmen können?

Hahn: Auf jeden Fall. Ich habe als Spieler gelernt, dass man nichts eins-zu-eins kopieren kann. Meine Aufgabe ist es, meinen Jungs neben den technischen und spielerischen Komponenten vor allem den Spaß am Handball weiterzugeben.

Kommen wir auf das kommende Wochenende zu sprechen. Würden Sie zustimmen, dass Ihr Team gegen den TuS Rotenburg klarer Favorit ist?

Hahn: Als zwei Klassen höher spielendes Team können wir die Favoritenrolle nicht abstreiten. Der Druck ist auf unserer Seite, da wir nur verlieren können. Alle erwarten schließlich einen eindeutigen Sieg von uns.

Gibt es Zweifel, dass das schiefgehen könnte?

Hahn: Für Rotenburg ist es das Spiel des Jahres, alle sind bis in die Haarspitzen motiviert. Ich werde meine Jungs aber darauf einstellen, dass wir Rotenburg keinesfalls unterschätzen.

Was wissen Sie über den TuS Rotenburg?

Hahn: Ehrlich gesagt noch gar nichts. Ich bin aber sowieso der Meinung, dass wir als Oberligist noch nicht so professionell sind, dass wir uns mit einer Videoanalyse über den Gegner informieren. Meine Philosophie ist es, unser eigenes Spiel durchzuziehen.

Und dann wollen Sie in Rotenburg sicherlich von Ihrem Team ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk bekommen, oder?

Hahn: Das wäre toll. Ich wünsche mir ein Spiel, das wir deutlich beherrschen, damit ich mit dann 50 Jahren einen ruhigen Nachmittag verbringen kann (lacht).

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