Ex-Kapitän Michael Fait erinnert sich / Etliche Aufstiege mit Victoria gefeiert

Rotenburg – „die schönste Zeit“ trotz Schädelbruch

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Nach zehn Jahren zog sich Michael Fait (l.) noch ein Mal das RSV-Trikot über – letztes Wochenende im Legendenspiel gegen den FC St. Pauli (hier mit Jörn Schwinkendorf).

Rotenburg - Von Matthias Freese. Es war das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit, seit ziemlich genau zehn Jahren, dass Michael Fait wieder das Ahe-Stadion betrat, um für 80 Minuten noch ein Mal das Trikot des Rotenburger SV im Legendenspiel gegen die Traditionself des FC St. Pauli überzustreifen.

Der frühere Kapitän tat es vergangenen Samstag mit einem Gefühl von Wehmut. Und er gestand: „Rotenburg – das war eigentlich die schönste Zeit in meiner Laufbahn.“

2001 war Fait damals vom FC Bremerhaven zum RSV gekommen. 91 Oberliga-Spiele betritt er in den folgenden drei Jahren unter dem damaligen Coach Andreas Becker für den Wümme-Club und erzielte dabei 19 Tore – allein zwölf in seiner letzten Saison. Fait war nicht nur Mannschaftsführer, er war als Sechser auch in kämpferischer Hinsicht ein Vorbild. Einer, der sich nie schonte.

Gleich in seiner ersten Saison wäre das beinahe schiefgegangen. In einem Freundschaftsspiel beim TSV Fischerhude erlitt der Nordbremer bei einem Luftduell einen Schädelbruch. „Das weiß ich noch wie heute, das vergisst man nie. Es stand schon 10:0 für uns. Das sah erst auch gar nicht so dramatisch aus“, erzählt Fait. Er kam auf die Intensivstation, nachdem ein Haarriss festgestellt wurde und die Gefahr einer Hirnblutung bestand. „Seitdem gehe ich auch weniger zu Kopfbällen.“

Dem Fußball ist er dennoch bis heute treu geblieben – mit kleinen Pausen und den Knorpelschäden in den Knien zum Trotz. Doch der Ball steht für den Metallbauer und gelernten Tischler nicht mehr an erster Stelle. Fait wird nächsten Monat 47 Jahre alt und hat inzwischen einen dreieinhalbjährigen Sohn.

Zumindest zu zwei seiner ehemaligen RSV-Mitstreiter pflegt der Mittelfeldspieler noch regelmäßig Kontakt – zu Rouven Brandt und Björgvin Magnusson. Zusammen mit Magnusson war er 2007 auch als einer der Ersten dabei, als sich in Bremen der CF Victoria 05 als etwas anderer Fußball-Club zu etablieren versuchte. Brandt kam ein paar Jahre später dazu. „Wir sind in der untersten Kreisklasse angefangen, Jahr für Jahr aufgestiegen bis in die Bezirksliga – dann war für mich Schluss. Meine Zeit bei den Herren war vorbei“, berichtet Fait. Nach einer Auszeit stieg er bei Victorias Ü32 wieder ein und auch mit diesem Team zwei Mal in zwei Jahren auf – bis in die höchste Klasse.

Groß verändert hat sich Michael Fait nicht. Er trägt immer noch den Drei-Tage-Bart um Mund und Kinn, die Frisur ist ähnlich wie damals zu RSV-Zeiten, nur die Haare sind etwas grauer geworden. „Drei, vier Kilo sind auch dazu gekommen. Mehr sollten es aber nicht werden, da achte ich schon drauf“, sagt er und lacht.

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