Drilon Demaku spricht über seinen Abschied vom aktiven Fußball und seinen Vissel-Nachfolger

„Es gibt kein Hintertürchen“

Diese Trophäe muss Drilon Demaku abgeben: Der derzeit noch amtierende Fußballer des Jahres verabschiedet sich in den „Ruhestand“.
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Diese Trophäe muss Drilon Demaku abgeben: Der derzeit noch amtierende Fußballer des Jahres verabschiedet sich in den „Ruhestand“.
  • Mareike Ludwig
    vonMareike Ludwig
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Rotenburg/Visselhövede – Es sollte eine besondere Fußball-Saison werden. Drilon Demaku wollte sich mit dem Aufstieg und dem Pokalsieg in den „Ruhestand“ verabschieden. Er wollte jedes Spiel in der Kreisliga noch mal genießen, von den Gegnern und Plätzen in der Region Abschied nehmen. Doch die Corona-Pandemie durchkreuzte seinen Plan. In den vergangenen Monaten befand sich der 32-Jährige in der Warteschleife. Keiner wusste, ob Demaku für den VfL Visselhövede noch ein Spiel bestreiten würde. Nun hat er die Gewissheit, dass sein Trikot mit der Nummer zwölf aufgrund des vorzeitigen Saisonabbruchs im Koffer bleibt. Für den amtierenden Fußballer des Jahres war es der Schlussstrich. Im Interview gibt der torgefährliche Mittelfeldmann einen Einblick in seine Gefühlswelt und verrät, wie viele Vereine ihn vom Weitermachen überzeugen wollten.

Die Corona-Krise hat Ihren Plan durchkreuzt. Sie konnten keine komplette Saison mehr spielen. Hatten Sie daher überlegt, doch noch ein Jahr ranzuhängen?

Nein, nicht eine Sekunde. Mein Entschluss stand von Anfang an fest. Mit der Einstellung bin ich auch in die Saison gegangen.

Was hat die Zwangspause in Ihnen ausgelöst?

Die Unterbrechung kam mir im Nachhinein sogar ganz gelegen, da ich festgestellt habe, dass mir Fußball nicht fehlt. Ich genieße die freie Zeit und freue mich auf die Zukunft.

Durch den Saisonabbruch wurde Ihnen ein richtiges Abschiedsspiel verwehrt. Sind Sie enttäuscht, dass Ihre Karriere so still und heimlich zu Ende gegangen ist?

Nein, alles ist gut. Ich brauche kein letztes Spiel. Mein letzter Einsatz war beim Rotenburger SV II. Wir haben 2:0 gewonnen. Das Spiel fand im Ahe-Stadion statt. Dort bin ich groß geworden (Demaku hatte in der Jugend beim Rotenburger SV angefangen und war dort später viele Jahre noch im Herrenbereich aktiv, Anm. d. Red.). Das war für mich der perfekte Abschluss.

Wie oft hat denn in den vergangenen Wochen Ihr Handy geklingelt? Gab es viele Angebote anderer Vereine?

Kein einziger Verein hat mich angerufen. Jeder weiß, dass mich keiner umstimmen kann, wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe. Ich bin froh darüber, dass sich keiner gemeldet hat. So musste ich mich mit dem Thema nicht mehr auseinandersetzen.

Auch Ihr aktueller Verein, der VfL Visselhövede, hat nicht versucht, Sie zum Bleiben zu überreden?

Doch. „Vissel“ hat es die ganze Zeit versucht und macht es immer noch (lacht). Mit Mirko (Peter, kommt vom TV Hassendorf und bringt aus der Vergangenheit höherklassige Erfahrung mit, Anm. d. Red.) hat der Verein einen super Spieler verpflichtet. Er kann mich auf jeden Fall ersetzen, sodass ich nicht mehr gebraucht werde. Visselhövede hat einen guten Kader, um vernünftig in der Bezirksliga zu bestehen.

Wie sieht Ihre Zukunft ohne Fußball aus?

Ich werde als neutraler Beobachter auf den Sportplätzen in der Region sein. Außerdem genieße ich meine Freizeit und mein neues Haus, das hoffentlich im November bezugsfertig ist.

Was passiert mit Ihrem Pass?

Der Pass bleibt in Visselhövede, da ich ihn nicht brauche. Es gibt aber kein Hintertürchen. Ich habe meine Fußballsachen komplett abgegeben und bin aus dem Verein ausgetreten. Ich bin mit mir im Reinen.

Von Mareike Ludwig

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