Aerobic-Leiterin Maike Niederschulte spricht über die Folgen des Coronavirus

„Erst einmal herrscht Stillstand“

Ungewisse Situation: Maike Niederschulte kann noch nicht abschätzen, welche finanziellen Einbußen auf die Aerobicsparte des TuS Rotenburg zukommen.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Am Anfang war Maike Niederschulte „wahnsinnig enttäuscht“, dass der Heimwettkampf für ihre Aerobic-Sportlerinnen des TuS Rotenburg aufgrund der Corona-Krise nicht ausgetragen werden kann. Mit zunehmender Ernsthaftigkeit des sich immer stärker ausbreitenden Virus dominiert bei der Trainerin und Abteilungsleiterin allerdings die Vernunft. „Die Gesundheit geht eindeutig vor“, stellt die 35-Jährige klar. Doch nicht nur der Wettkampf in der Wümmestadt ist betroffen, die gesamten Termine der ersten Saisonhälfte wurden bereits gestrichen. Wann und wie es weitergeht, steht noch nicht fest. Im Interview spricht Niederschulte über finanzielle Folgen, fehlende soziale Kontakte sowie die geplante Weltmeisterschaft in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans.

Mitte April waren die Regionalmeisterschaften in Rotenburg geplant. Nun hat das technische Aerobic-Komitee des Niedersächsischen Turnerbundes (NTB) einen Riegel davor geschoben. Inwieweit waren die Planungen schon im Gang?

Das ist total ärgerlich, die Organisation lief natürlich schon. Wir hätten sehr gerne vor Heimpublikum geturnt. Die Plakate sind fertig, aber zum Glück noch nicht gedruckt. Dadurch haben wir leider auch finanzielle Einbußen, da uns das Geld aus den Eintrittsgeldern und dem Catering fehlt.

Gibt es denn einen Nachholtermin?

Wir versuchen, den Wettkampf in die zweite Jahreshälfte zu verschieben. Erst einmal herrscht allerdings Stillstand, bis wir wissen, wie sich die Situation entwickelt.

Sind noch weitere Wettkämpfe betroffen?

Leider ja. Wir wären Ende des Monats in Tschechien gewesen, Anfang April dann in der Slowakei. Wir wissen noch gar nicht, welche Ausgaben wir überhaupt erstattet bekommen, da können noch ganz andere Summen für uns weg sein. Da gehen uns im schlimmsten Fall vielleicht mehrere Tausend Euro flöten. Das ist schon ein hartes Brot für uns. Und auch die Deutschen Meisterschaften in Eisenberg Ende Juni sind bereits abgesagt. Es würde aber auch gar keinen Sinn machen, die Deutsche Meisterschaft stattfinden zu lassen. Ohne Training, ohne Vorwettkämpfe fehlt den Athletinnen ja völlig der Rhythmus.

Im Mai steht die Weltmeisterschaft in Baku auf dem Programm. Für die Titelkämpfe sind Sie als Trainerin mit dem Dance-Team des Aerobiczentrums Nord qualifiziert. Gibt es dazu schon Genaueres?

Die WM ist bisher noch nicht offiziell abgesagt. Ich gehe aber davon aus, dass es in den nächsten Tagen passiert. Unser Visum wurde bereits annulliert. In dieser Ausnahmesituation fliege ich auf keinen Fall – egal, ob die WM stattfindet.

Die ganzen Absagen bringen die Saison völlig durcheinander. Können denn überhaupt alle gestrichenen Termine nachgeholt werden?

Das wird schwierig, da die zweite Hälfte dann viel zu geballt wäre. Keine Ahnung, wie es weitergeht. Unser Wettkampf in Rotenburg sowie die Deutschen Meisterschaften sollen nach Möglichkeit aber ausgetragen werden. Wir wissen ja auch noch gar nicht, wie lange die Ausnahmesituation überhaupt besteht.

Wie sieht es mit den Kadertests aus? Können die Maßnahmen stattfinden?

Nein, alle Einheiten fallen weg. Im Landesfachausschuss (dazu zählen die fünf niedersächsischen Aerobic-Vereine, Anm. d. Red.) müssen wir uns nun besprechen, wie wir damit umgehen. Die Sportler können ohne Wettkämpfe keine erforderlichen Punkte sammeln, um den Sprung in den Landeskader zu schaffen. Wir wissen noch nicht, welche Regeln künftig dafür gelten.

Wie verbringen Sie derzeit die freie Zeit? Training kann schließlich nicht mehr richtig stattfinden.

Wir laufen im Freien und machen ansonsten zahlreiche Übungen zu Hause. Über unsere WhatsApp-Gruppe halten wir uns auf dem Laufenden und tauschen uns gegenseitig aus. Natürlich fehlen auch die sozialen Kontakte, da wir uns sonst immer sehr häufig in der Halle beim Training sehen. Privat bin ich als Erzieherin ebenfalls betroffen, da die Kindergärten aktuell alle geschlossen sind. Auch da müssen wir abwarten. Niemand weiß richtig, wie mit diesem Ausnahmezustand wirklich umzugehen ist.

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