2. Fußball-Kreisklasse Süd

Das Erfolgsrezept des überraschenden Tabellenprimus SG Reeßum/Taaken

Matthias Pautzke (l.) und Götz Könnecke laufen nebeneinander. Vor ihnen ist der Ball.
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Matthias Pautzke (l.) – hier gegen Götz Könnecke – verlor mit der SG Reeßum/Taaken gegen Brockel zwar noch in der Vorbereitung mit 1:4. Im jüngsten Liga-Duell rächte man sich aber und gewann 3:1.

Seit einigen Wochen thront die Spielgemeinschaft an der Spitze der 2. Kreisklasse Süd. Doch woran liegt das? Coach Sebastian Bettinger klärt auf.

Reeßum/Taaken – Sie sind die Überraschung in der 2. Fußball-Kreisklasse. Die SG Reeßum/Taaken steht nach neun Spieltagen auf Platz eins der Tabelle. Doch was macht das Team von Trainer Sebastian Bettinger aktuell so stark? Gründe gibt es einige, wie der Coach, Kapitän Alexander Juhnke und Flügelspieler Matthias Pautzke erzählen. Sei es die Trainingsbeteiligung, die Kommunikation miteinander oder das feste Mannschaftsgefüge, um einmal drei Faktoren zu nennen.

24 Punkte, ein Torverhältnis von 28:13 nach neun Partien – so liest sich die Bilanz des Tabellenführers Reeßum/Taaken. „Unser heimlich selbstgenanntes Ziel war es, da oben mitzuspielen“, verrät Bettinger. Doch, dass es für ganz vorne reicht, dürfte auch an der Form des eigentlichen Favoriten TuS Hemsbünde liegen. Zwar hat das Team von Christoph Schröder zwei Spiele weniger, aber dennoch reichen 15 Punkte nur für Platz vier. Aufgrund von bereits drei Unentschieden könnten sie Reeßum auch bei zwei weiteren Siegen nicht einholen.

Dabei schaute es vor der Saison alles andere als danach aus. „Die Vorbereitung war sehr schlecht. Wir hatten sehr viele Niederlagen – auch gegen unterklassige Teams“, weiß auch Bettinger. So gab es beispielsweise ein 1:3 gegen den SV Hönisch III aus der 3. Kreisklasse. Ein Trainingslager am Ende der Vorbereitung auf der eigenen Anlage mit Zumba- und Kampfsportkurs „haben dem Team dann alles abverlangt und sie zusammengeschweißt“, erklärt der 30-jährige.

Diesen Zusammenerhalt schätzt auch Pautzke. Der Kampf gegen den Abstieg in der ersten Saison der Spielgemeinschaft – im Sommer 2018 schlossen sich der TuS Reeßum und der SV Taaken zusammen – „hat uns damals schon noch näher zusammengeschweißt und wir sind als Team noch weiter gewachsen“. Zudem gebe es in dieser Saison einen guten Mix aus erfahrenen Spielern wie Juhnke sowie Jascha Blome und jungen wie Phillip Urbas und Florian Appel.

Sebastian Bettinger trainiert die Spielgemeinschaft seit drei Jahren.

Die Trainingsbeteiligung ist für Kapitän Juhnke hingegen ein großer Faktor: „Es sind alle heiß darauf, am Sonntag Teil des Teams zu sein! Dafür trainieren wir viel und auch dort ist die Beteiligung sehr stark – mit bis zu 24 Leuten stehen wir auf dem Trainingsplatz!“ Für seinen Trainer ist dies eine Sache der Einstellung, die sich im Laufe seiner nun zweieinhalbjährigen Amtszeit – er übernahm damals vom derzeitigen S 40-Spielertrainer des Vereins Thorsten Weinheimer – verändert hat: „Anfangs haben die Jungs samstags gerne mal Gas gegeben und kamen mit Sonnenbrille am Sonntag zum Spiel. Mittlerweile sind sie drauf eingestellt, nur noch zwei, drei Bier zu trinken, damit sie keinen Kater auf dem Platz haben.“ Das Bier nach dem Spiel gehöre dann aber weiterhin dazu.

Bei aller Einstellung geht es im Fußball nun mal auch um Tore. Und die erzielt vor allem Kevin Schnirpa für die Spielgemeinschaft. Mit zwölf Treffern steht er an der Spitze der Torjäger der 2. Kreisklasse Süd. Ein Star ohne Starallüren – so fasst es sein Trainer zusammen. Der 25-jährige Stürmer lief bereits in der Junioren-Bundesliga für Werder Bremen und Eintracht Frankfurt auf und war auch im Herrenbereich vor seinem Wechsel im Winter 2020 nach Reeßum bei Landesligist OT Bremen höherklassig unterwegs. „Er ist immer beim Training und nimmt sich bei nichts raus. Ein top Junge“, schätzt Bettinger dessen Eigenschaften und Qualitäten.

Diese zeigen neben den lautstarken eigenen Fans, die laut Pautzke „einen großen Anteil“ am Erfolg haben, aber auch das gesamte Team. „In den ersten Jahren haben wir zwar gegen die Mannschaften von oben oftmals gewonnen, gegen die vermeintlich kleineren Teams aber Punkte liegen gelassen“, erwähnt Bettinger die Entwicklung in dieser Saison, in der seine Mannschaft zum Beispiel den FC Walsede II (5:2) und den Rotenburger SV III (4:0) aus dem Tabellenkeller geschlagen hat. „Die typische Herbstmelancholie gibt es bisher nicht“, freut sich der Trainer über die sieben Ligasiege am Stück. „Jetzt wollen wir einfach das größtmögliche schaffen. Dass wir die Aufstiegsrunde erreichen, ist wohl jedem klar. Und ab dann zählt nur noch, von Spiel zu Spiel zu denken und genügend Punkte zu sammeln, damit wir am Ende weiterhin auf Platz eins stehen, Meister sind und aufsteigen“, gibt Pautzke eine klare Ansage an die Konkurrenz.

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