Ercan Baris belohnt sich für seine Geduld / „Auf die Chance gewartet“

Vom Nobody zum Torjäger

+
Größennachteile – wie hier im Göttinger Jahnstadion gegen Lucas Beckmann – gleicht Ercan Baris (l.) mit Sprungkraft aus. Im Kellerduell erzielte er seine ersten zwei Oberliga-Tore.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Bis vor anderthalb Wochen war er ein Nobody mit 20 Minuten Einsatzzeit in der Fußball-Oberliga – seit Sonntag ist Ercan Baris in der für ihn neuen Spielklasse angekommen. In seiner zweiten Partie, die er für die Wümmestädter von Beginn an bestritt, erzielte der Mittelfeldspieler gleich zwei Treffer und war damit die Überraschung beim 5:1-Sieg seiner Elf im Kellerduell beim 1. SC Göttingen 05.

Coach Jan Fitschen ist angetan von Baris und lobt dessen Entwicklung in höchsten Tönen: „Er ist der Prototyp eines jungen Spiels, der Geduld hat. Er hat nie gemeckert, hat seine Rolle angenommen, sich stetig verbessert und fast keine Trainingseinheit gefehlt.“ Nun fällt der Visselhöveder mit seinen 25 Jahren zwar eigentlich nicht mehr so richtig in das Raster eines Talents – doch wenn es um die höherklassige Erfahrung geht, ist er schon ein Novize. Nach der Jugendzeit in Visselhövede spielte er im ersten Herrenjahr beim MTV Jeddingen und wechselte später zum SV Ciwan Walsrode. „Dann habe ich den Reiz gespürt, höher und auch vernünftig Fußball zu spielen – so bin ich beim RSV angekommen“, erzählt der gelernte Dachdecker, der im Sommer an die Wümme kam.

Aufgrund der personellen Not verhalf Jan Fitschen ihm im letzten Heimspiel gegen den VfV 06 Hildesheim zum Startelf-Debüt auf der linken Seite im Mittelfeld – seiner Lieblingsposition. „Da habe ich erstmal genauer und auch lange auf die Aufstellung geguckt“, erinnert sich Baris an seine überraschten Blicke. „Aber ich dachte mir auch: Auf die Chance hast du lange gewartet.“ Er nutzte sie, zeigte einen engagierten Auftritt, spielte 90 Minuten durch und wurde gegen Göttingen wieder berufen. Eine gute Entscheidung des Trainers, wie die zwei Tore in der ersten Hälfte zeigen. Beim 2:0 nutzte der Linksfuß ein Zuspiel von Dragan Muharemi und zog mit rechts gegen die Laufrichtung von Torwart Niklas Grujo ab. Beim 4:0 bediente ihn Atilla Iscan – „ich stand am Sechzehner und habe den Ball mit links über den Torwart ins lange Eck geschlenzt“, so Baris.

„Er macht die einfachen Dinge, keine Sperenzchen“, traut Fitschen ihm durchaus zu, sich in der Oberliga zu etablieren. Neben dem Talent bringt Ercan Baris noch eine andere Voraussetzung mit: „Meine Stärke ist es, nicht aufzugeben und immer zu kämpfen“, sagt der ehemalige Nobody.

Einzelkritik: Delaney lässt sein Potential aufblitzen

Einzelkritik: Delaney lässt sein Potential aufblitzen

Fieberhafte Suche nach Vermissten an verschüttetem Hotel

Fieberhafte Suche nach Vermissten an verschüttetem Hotel

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

BVB zurück auf Königsklassen-Kurs

BVB zurück auf Königsklassen-Kurs

Meistgelesene Artikel

Schmitz erhöht Druck auf Etablierte

Schmitz erhöht Druck auf Etablierte

Schmitz angelt sich Fadiga und Kösling und feiert Turniersieg

Schmitz angelt sich Fadiga und Kösling und feiert Turniersieg

Hurricanes am Abgrund - frühe Fouls frustrieren Young

Hurricanes am Abgrund - frühe Fouls frustrieren Young

Alles fix: Freigabe für Toni Fahrner

Alles fix: Freigabe für Toni Fahrner

Kommentare