Emma Stach im Interview

„Ein unbeschreibliches Gefühl“

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Emma Stach hat sich in den USA sehr gut eingelebt und ihre Premieren-Saison sehr erfolgreich gemeistert.

Rotenburg - Von Mareike Ludwig. Ehe Emma Stach ihre Koffer richtig ausgepackt hatte, waren die Taschen auch schon fast wieder gepackt. Der einstige Basketball-Überflieger der Avides Hurricanes hat mit der College-Mannschaft „Gonzaga Bulldogs“ im US-amerikanischen Spokane gerade erst erfolgreich seine Premieren-Saison beendet.

Doch anstatt im heimischen Buchholz auszuspannen, steht nun die deutsche U20-Nationalmannschaft auf dem Programm. Über Pfingsten ist die 18-Jährige mit dem Team in Tschechien, um sich für die im Juli anstehende Europameisterschaft auf Lanzarote vorzubereiten. Im Vorfeld haben wir mit der Flügel- und Aufbauspielerin über die vergangenen Monate gesprochen.

Frau Stach, Sie sind seit zwei Wochen in der Heimat. Haben Sie sich schon wieder eingelebt?

Emma Stach: Ja, das ging zum Glück alles ganz schnell. Ich bin so froh, nun wieder bei meiner Familie zu sein.

Viel Zeit haben Sie allerdings nicht. Es geht ja nun schon gleich mit der Nationalmannschaft weiter.

Stach: Ich bleibe bis Ende August in Deutschland. Somit bleibt mir nach der EM noch genügend Zeit. Ich freue mich auf die U20. Ich habe richtig Lust, weil ich vergangenes Jahr durch den Umzug in die USA schon nicht mitspielen konnte. Ich kenne bereits viele Mädels und freue mich auf das Wiedersehen mit ihnen.

Mit Andrea Baden steht sogar eine ehemalige Mitspielerin der Hurricanes im Kader.

Stach: Das ist besonders cool. Mit Andrea habe ich so viele Jahre zusammengespielt. Schön, dass es jetzt wieder klappt.

Haben Sie denn auch sonst noch Kontakt zu Ihrer alten Mannschaft?

Stach: Durch die Zeitverschiebung konnte ich mir einige Spiele im Internet anschauen. Echt toll, was das Team geleistet hat. Mit einigen Mädels schreibe ich regelmäßig.

Seit vergangenen Herbst leben Sie nun in den USA. Wie schwer war die Eingewöhnung?

Stach: Ich hatte zum Glück so viel um die Ohren, dass ich gar keine Zeit hatte, Heimweh zu bekommen. Natürlich denkt man viel an sein Zuhause und die Familie und Freunde, ich wurde aber super an der Uni und im Team aufgenommen.

Sie sprechen das Thema Uni und Basketball an. Wie ist die erste Saison für Sie persönlich verlaufen?

Stach: Ehrlich gesagt hatte ich mir mehr Spielzeiten erhofft. Ich stand im Schnitt nur zehn bis zwölf Minuten auf dem Feld, daran musste ich mich erstmal gewöhnen. Aus Deutschland kannte ich das nicht, „nur“ Ergänzungsspielerin zu sein.

Hat Ihre Form nicht gestimmt? Oder was war der Grund dafür?

Stach: Für einen Freshman (englische Bezeichnung für einen Studenten des ersten Jahres an einem US-amerikanischen College, Anm. d. Red.) ist das ganz normal. Dafür hatte ich sogar schon große Spielanteile. Normalerweise bekommen die Neuen höchstens zwei Minuten. Die Trainer wollen dich langsam heranführen.

Mit dem Team haben Sie die West-Coast-Conference gewonnen und sind unter die besten 16 Mannschaften der USA gekommen. Was war das für ein Gefühl?

Stach: Das war der absolute Wahnsinn. Damit hat wirklich niemand im Vorfeld gerechnet.

Universitäts-Basketball hat in den USA einen enorm hohen Stellenwert. Die „Gonzaga Bulls“ spielen regelmäßig vor knapp 6000 Zuschauern. Das klingt nach Gänsehaut pur.

Stach: Ist es auch. Diese riesige Halle ist wirklich der Wahnsinn. Die Stadt ist total basketballverrückt, sodass unsere Halle oftmals ausverkauft ist. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, die vollbesetzten Ränge zu sehen.

Ist das Niveau mit der hiesigen Bundesliga vergleichbar?

Stach: Nein, in den USA geht es viel athletischer und körperlicher zur Sache. Die College-Liga ist deutlich stärker.

Gibt es auch andere Regeln?

Stach: Ja, die Regeln sind etwas unterschiedlich. Während in Deutschland zum Beispiel vier Viertel à zehn Minuten gespielt werden, sind es in den USA zwei Halbzeiten über jeweils 20 Minuten.

„Nebenbei“ studieren Sie an der Gonzaga-Universität Psychologie. Wie ist das erste Semester verlaufen?

Stach: Sehr gut. Ich hätte nicht gedacht, dass ich auf Anhieb so gute Noten schreibe. Meine größte Sorge war im Vorfeld die Sprache, da ich nicht wusste, ob ich das mit den ganzen Fachbegriffen so schnell hinbekomme. Es hat aber sofort super geklappt.

Ende August geht’s wieder zurück. Wie sehen Ihre Pläne bis dahin aus?

Stach: Erstmal habe ich jetzt durch die U20-Nationalmannschaft einen vollen Terminkalender. Danach habe ich aber hoffentlich Zeit, mit meiner Familie zu verreisen und die Zeit in der Heimat zu genießen. Ich bin nämlich ein totaler Familienmensch.

Und wann fängt die neue Saison in den USA wieder an?

Stach: Ende November haben wir unser erstes Spiel. Da die Uni aber bereits im September startet, muss ich dann schon zurück.

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