Wittorfs Torjäger rückt wieder nach vorne 

Elbers hat einen richtigen Lauf

Simon Elbers macht derzeit mit Toren auf sich aufmerksam.

Wittorf - Von Vincent Wuttke. Die Aufsteiger in der 2. Fußball-Kreisklasse scheinen schon so gut wie festzustehen. Der SV Lauenbrück marschiert als souveräner Tabellenführer vorweg, und auch der SSV Wittorf ist auf dem zweiten Rang unangefochten auf dem Weg in die Aufstiegsrelegation. Immerhin beträgt der Abstand auf den ersten Verfolger SV Jeersdorf beruhigende acht Punkte. Das Polster ist auch deshalb für Wittorf so groß, weil Simon Elbers aktuell richtig aufdreht.

In den vergangenen drei Partien hat er sechs Mal zugeschlagen. Am Sonntag hat er die Mannschaft von Trainer Elias Jockusch beim 5:2 gegen den TuS Brockel mit vier Toren quasi im Alleingang zum ersten Sieg nach drei Remis geschossen. „Ich habe schon im Spiel aufgehört mitzuzählen“, erklärt Elbers.

Dabei war er in dieser Saison bisher überhaupt nicht als Tormaschine in Erscheinung getreten. Gerade einmal drei Treffer hatte der 34-Jährige vor wenigen Wochen auf seinem Konto. „Das lag aber auch daran, dass ich aufgrund von Engpässen und taktischen Dingen fast immer im defensiven Mittelfeld gespielt habe. Da kommt man eben seltener nach vorne“, erzählt Elbers.

Sein Coach weiß um die Flexibilität seines Routiniers. „Er ist so ein kleines Allround-Talent“, sagt er. „Am liebsten spiele ich aber definitiv im Sturm“, stellt der neue Torjäger klar. Die vielen Treffer kommen auch nicht von ungefähr. Noch in der vergangenen Saison war Elbers in der Reserve des SSV Wittorf in der 3. Kreisklasse mit 17 Toren drittbester Schütze der Liga.

„Ich komme nur mal zufällig zum Training“

In dieser Saison gehörte das Toreschießen aber nicht zu den Hauptaufgaben, und so sorgten andere im Angriff für Gefahr, wie Christopher Hollmann (15 Treffer). „Ich bin dafür eher in der Vorlagenstatistik weiter vorne“, meint Elbers, der am Mannschaftstraining selten teilnehmen kann und nur am Wochenende auf dem Platz steht. Der Visselhöveder ist als Soldat in Diepholz stationiert und nimmt die 140 Kilometer lange Fahrt nicht täglich auf sich. „Ich komme nur mal zum Training, wenn ich Urlaub oder zufällig frei habe“, so Elbers.

Überhaupt hatte er lange Jahre gar kein Fußball gespielt. Erst 2012 hat er nach fast 15 Jahren Pause wieder angefangen. „Da wurde ich sozusagen von der guten Wittorfer Scoutingabteilung zum Verein gebracht“, sagt Elbers lachend. Mittlerweile ist er in seinem Team einer der Ältesten, oder wie Elbers über sich selbst sagt: „Ich bin der Mannschafts-Opi. Manchmal kommen mir fast die Tränen, wenn ich auf dem Spielbogen das Geburtsdatum meiner Gegner sehe.“

So denkt Elbers, der schon mehrmals aufhören wollte, wieder einmal daran, seine Fußballschuhe an den Nagel zu hängen: „Aber nächstes Jahr sieht es so aus, dass ich noch weitermache.“ Zuvor will er mit seinen Teamkollegen den Aufstieg feiern. Der Torjäger ist optimistisch, dass das auch klappt. „Wir haben unsere kleine Schwächephase hinter uns“, meint Elbers. Und sollte seine Elf in der kommenden Spielzeit tatsächlich in der 1. Kreisklasse auflaufen, wäre das „fürs Ego natürlich schön“.

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