Matthias Michaelis über Sottrums Probleme und die Vorliebe für englische Härte

„Einige bei uns können noch mehr Prozente geben“

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Stets einer der Besten im Team des TV Sottrum: Offensivkraft Matthias Michaelis. ·

Sottrum - Von Matthias Freese. Der TV Sottrum darf verschnaufen – am Wochenende pausiert er in der Fußball-Kreisliga. Zeit, um ein Zwischenfazit zu ziehen. Wir fragten bei Leistungsträger und Offensivkraft Matthias Michaelis nach. Der Qualitätsinspektor, der am Sonntag 25 Jahre alt wird, findet offene Worte und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

Der TV Sottrum ist holprig in die Saison gestartet, zuletzt gab es ein 0:4 gegen den FC Alfstedt/Ebersdorf. Das dürfte Ihnen nicht schmecken.

Matthias Michaelis:Gegen Alfstedt war es ein Mega-Rückschlag – so ein schlechtes Spiel habe ich von uns schon lange nicht mehr gesehen. Spaß macht es so nicht. Ich bin vor drei Monaten nach Bremen gezogen, gurke drei Mal die Woche nach Sottrum – und dann ist die Trainingsbeteiligung auch nicht die beste.

Ist das auch der Grund, weshalb es nicht läuft?

Michaelis:Eher, weil der Kader nicht so groß ist. So kommt kein Konkurrenzkampf im Training zustande. Wir sind alles gute Einzelspieler, aber wir funktionieren noch nicht als Team. Das müssen wir erst werden, ist aber leichter gesagt als getan. Vielleicht sollten wir mal als gesamte Mannschaft losziehen.

22 Gegentore in sechs Spielen sagen auch viel …

Michaelis:Hinten sind wir noch nicht spritzig genug, dabei hat Eike Buckenberger (Abwehrspieler, Anm. d. Red.) allein gegen Alfstedt noch fünf Hundertprozentige weggemacht …

Was können Sie als Führungsspieler tun?

Michaelis:Ich überlege auch schon die ganze Zeit, denn ich habe das Gefühl, man reißt nicht alle mit. Einige können noch mehr Prozente geben, ein paar Jungs lassen zu schnell die Köpfe hängen. Dabei haben wir sonst immer Spiele gedreht und sind aufgewacht, wenn wir hinten lagen.

Ist die Liga vielleicht auch stärker geworden?

Michaelis:Ich denke schon, das ist aber noch schwer einzuschätzen, weil wir zurzeit ein bisschen schwächer sind. Aufsteiger Bülstedt/Vorwerk ist schon echt stark, Alfstedt auch. Vor allem aber ist die Liga robuster geworden. Ich mag das eigentlich, ich bin ja ein Freund der englischen Härte.

Ihnen ist nichts anzulasten, Sie gehören stets zu den Besten im Team, könnten sicher auch höher spielen. Kam da eigentlich nie ein Wechsel in Betracht?

Michaelis:Diesen Sommer war es eigentlich ruhig. Aber ab und zu hat man mal Angebote, hört sich das an und trinkt umsonst ’ne Cola. Uphusen war auch mal vor zwei Jahren dran, da wollten sie Marco Köster und mich haben. Ich habe auch schon drüber nachgedacht, ob ich es mal in Bremen probieren sollte, schließlich bin ich aus meiner Jugendmannschaft wohl der Einzige, der noch auf diesem Niveau spielt. Aber wenn man 20 Jahre in Sottrum gespielt hat und dort seine Kumpels hat, dann müsste auch schon alles passen. Und das Richtige war noch nicht dabei.

Ihr Mitspieler Siwan Bezek wurde jetzt für seine Kopfnuss für zwölf Monate gesperrt. Was sagen Sie dazu?

Michaelis:Ein Jahr ist echt hart. Es tut mir leid für Siwan, aber er hat es sich auch selbst zuzuschreiben, denn so etwas gehört nicht auf den Fußballplatz. Da muss man sich im Zaum halten, auch wenn man provoziert wird. In 90 Minuten Fußball fallen auch mal nicht so nette Worte.

Wagen Sie noch einen Ausblick: Wo landet der TV Sottrum am Saisonende?

Michaelis:Wir kommen da unten auf jeden Fall wieder raus. Einen einstelligen Platz werden wir schaffen, vielleicht uns bei acht einpendeln – knapp hinter „international“ also.

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