Eingewechselter Neuzugang erzielt 2:1-Siegtreffer gegen Oldenburg / Ebersbach macht’s wie Posilek

Celik feiert den perfekten Einstand

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Mit einem guten Stellungsspiel und seiner Zweikampfstärke unterband Andy Kiel (r.) so einige Oldenburger Angriffe. Hier stellt sich der Linksverteidiger Gegenspieler Andre Jädtke in den Weg, während Yannik Malende (l.) im Zentrum absichert.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Salbeibonbons sind ein wirksames Mittel gegen Heiserkeit! Vielleicht spendiert der Rotenburger SV seinem Trainer Jan Fitschen ja mal eine Palette, denn nach dem ersten Punktspielauftritt im heimischen Ahe-Stadion litt die Stimme des 32-Jährigen unüberhörbar. „Die Jungs brauchten das heute mehr denn je“, erklärte er seine lautstarken Kommandos, die zunehmend krächzender wurden. Aber sie waren von Erfolg gekrönt – auch wenn der 2:1 (1:0)-Sieg in der Fußball-Oberliga über den VfL Oldenburg schmeichelhaft war. Zum Matchwinner avancierte der eingewechselte Neuzugang Fesih Celik mit dem Siegtor in der 87. Minute.

„Das war unverdient“, räumte RSV-Kapitän Tim Ebersbach nach dem Abpfiff ehrlich ein. „Von der Anlage waren die Oldenburger wesentlich eingespielter.“ Ein Eckenverhältnis von 14:4 für die Gäste von der Hunte sowie deren deutliches Chancenübergewicht im ersten Durchgang (9:3) untermauern die Aussage. Insbesondere bei hohen Bällen geriet der RSV doch massiv unter Druck und durfte froh sein, dass Keeper Henner Lohmann starke Reflexe zeigte. „Wir können uns bei ihm bedanken, dass er uns im Spiel gehalten hat“, dachte auch Trainer Jan Fitschen vor allem an die Riesenparaden gegen Andre Jädtke (6.) und Arne Luerssen (45.). Aber auch Linksverteidiger Andy Kiel überzeugte seinen Trainer: „Beeindruckend“, nannte er den Auftritt des 25-Jährigen.

Dem Wümme-Team gelang indes nur selten ein konstruktiver Spielaufbau. „Die Wege waren einfach weit für die Jungs. Vom Kopf her waren sie müde“, hatte Fitschen Verständnis und verwies auf die in den Knochen steckende siegreiche Pokalpartie am Mittwoch bei Teutonia Uelzen. „Aber was an Moral und Charakter im Team steckt, ist der reinste Wahnsinn. Hut ab!“

Auffällig ist auch: Der RSV benötigt nicht allzu viele Möglichkeiten, um zum Torerfolg zu kommen. Hatte Stürmer Ferdi Yilmaz bei der besten Chance den Ball noch auf Platz eins gejagt (32.), machte es Tim Ebersbach kurz vor der Pause nach einem feinen Sololauf von Jelle Röben, der von der rechten Seite in die Mitte zog und den freien Mannschaftsführer bediente, besser. Clever und gefühlvoll drehte er den Ball um Torwart Niklas Kuschkowitz herum – 1:0 (44.). „Ich hatte wirklich in dem Moment Adam Posilek im Kopf und gedacht, ich schiebe ihn auch einfach rein“, verriet Ebersbach. Zumal er mit der 21 auf dem Rücken ja auch die Nummer des einstigen Goalgetters trägt.

Mit einem „tödlichen Geschenk“ – so nannte es Ebersbach – brachte der RSV die Oldenburger ins Spiel zurück. Einen bereits sicher geglaubten Ball schenkte der eingewechselte Aleksandr Friauf auf der linken Rotenburger Abwehrseite noch an Nils Frenzel her – der Ausgleich des stets gefährlichen Kai Schröder per Kopf war die Quittung (65.).

Und doch gab’s das kaum mehr erwartete Happy End. Eingeleitet von Coach Fitschen – mit der Einwechslung von Fesih Celik in der 75. Minute, dem Neuzugang, der in der Vorbereitung kaum aufgefallen war und den deshalb nur wenige auf dem Zettel hatten. „Aber ich“, bemerkte Fitschen fast ein wenig trotzig. „Wir hatten Probleme, die Zentrale zu schließen, da sollte er helfen.“ Der 23-Jährige tat es – mehr noch: Er traf in der 87. Minute nach einem gelungenen Vorstoß von Kiel und dem abgewehrten Schuss von Yannik Malende im Nachsetzen. „Ich hatte erst überlegt, ob ich ihn Vollspann nehmen sollte, habe es aber nicht getan – und so ist er eher reingekullert“, beschrieb Celik das Tor bei seinem gelungenen Einstand.

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