Trotz Neun-Punkte-Start bleibt Scheeßels Keeper Sebastian Bretzke Realist

„Ab und zu einen guten Tag“

Sebastian Bretzke ist im Scheeßeler Kasten eine sichere Bank mit Bezirksliga-Erfahrung. - Foto: Freese

Scheeßel - Von Matthias Freese. Aufsteiger SV Rot-Weiß Scheeßel hat einen nahezu optimalen Start in die Fußball-Kreisliga hingelegt und weist nach drei Spielen neun Zähler auf. Nur ein Verdienst der Offensive? Nein, auch Keeper Sebastian Bretzke (25) ist nicht ganz unschuldig daran. Wir fragten den Planer im Bereich Haustechnik, der von seinem Coach Sven Schumacher schmunzelnd „Diplom-Klempner“ genannt wird, vor dem Derby gegen den TV Sottrum.

Drei Spiele, drei Siege – das ist doch bloß eine Momentaufnahme, oder?

Sebastian Bretzke: Ja. Uns wird zwar von außen schon angetragen, dass wir wieder eine Liga höher gehen würden. Aber wir müssen einfach nur schauen, was wir bisher für Gegner hatten. Das sind alles direkte Konkurrenten gewesen.

Also nur ein günstiges Auftaktprogramm?

Bretzke: Wenn man auf die Tabelle guckt, wird das bestätigt. Für uns geht es also weiter darum, Punkte zu holen, um in der Klasse zu bleiben.

Aber vielleicht ist Scheeßel ja doch stärker, als von vielen erwartet.

Bretzke: Glaube ich nicht. Wer unsere Spiele gesehen hat, hat auch gemerkt, dass wir uns gegen Elm nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Da wird Sottrum am Sonntag ein ganz anderes Niveau haben. Da werden wir sehen, was unsere Leistungen wert waren.

Was zeichnet Scheeßel denn aus?

Bretzke: Unsere Offensive zeichnet uns aus. Da spielen wir einen relativ guten und schnellen Fußball und haben die entsprechenden Spieler.

Und die Defensive?

Bretzke: Hinten können wir ganz bestimmt noch dazulernen.

Aber Sie gehören doch zu den besten Keepern der Liga. Zustimmung?

Bretzke: Da ich die Liga noch zu wenig kenne, kann ich es nicht beurteilen. Es kann sein, dass ich ab und zu mal einen guten Tag habe und die Stürmer mich anschießen.

Sie haben auch schon höherklassig gespielt.

Bretzke: Ja, das war unter Tomas Meyer in der U 23 der SV Ahlerstedt/Ottendorf. Da haben wir Bezirksliga gespielt, sind aber direkt runtergegangen. Ich habe zwar für die Erste in der Landesliga kein einziges Spiel bestritten, durfte aber die Atmosphäre schnuppern. Ich glaube, das müssen einige junge Spieler manchmal noch lernen, auch mal auf der Bank zu sitzen.

Sie werden nächste Woche 26 Jahre alt – können Sie sich als Torwart noch weiterentwickeln?

Bretzke: Klar kann man sich noch verbessern. Im Pokalfinale konnte man ja sehen, woran es bei mir noch hapert – wenn die hohen Bälle in den Sechzehner reinkommen. Ich denke, ganz gut bin ich dafür auf der Linie.

Kommen wir noch mal zum nächsten Gegner. Sottrums letztes Spiel gegen den TuS Westerholz wurde wegen einer kurzfristigen Platzsperre abgebrochen. Ihre Meinung dazu?

Bretzke: Ich war ja selbst nicht vor Ort und weiß nicht, wie der Platz war. Natürlich ist es für Westerholz ärgerlich, wenn man nach dem 2:0 nach Hause fahren muss. Aber ich bin der Letzte, der irgendeinem Verein da böse Dinge unterstellt.

Sottrums Coach Vitalij Kalteis hat auch vor einigen Jahren in Scheeßel gespielt. Kennen Sie ihn noch?

Bretzke: Ich war damals in der B-Jugend und habe bei der ersten Herren mittrainiert, als die Brüder Kalteis in Scheeßel waren. Vitalij ist ein echt cooler Typ, der nimmt die jungen Leute an die Hand und weiß, wo der Hase langläuft.

Und was erwarten Sie vom Spiel am Sonntag?

Bretzke: Für uns kann es nur heißen, aus einer stärkeren Defensive als zuletzt den einen oder anderen Konter zu fahren und nicht blind nach vorne zu arbeiten. Wir haben nichts zu verlieren und Sottrum hat viel Potenzial, um im oberen Drittel mitzuspielen.

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