0:3 – „Osnabrück hat die beste Visitenkarte abgegeben“ / Demaku einsamer Spitzenreiter

Eine verhängnisvolle Viertelstunde

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RSV-Abwehrchef Christoph Drewes (am Ball gegen Gerrit-Mikael Bewekenhorn) kam nur recht selten in den Osnabrücker Strafraum. Schließlich gab es hinten auch reichlich Arbeit. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseDie Null stand wieder – dieses Mal aber dummerweise auf der falschen Seite. Weil sich die Oberliga-Fußballer des Rotenburger SV stattdessen gleich drei Gegentore in einer Viertelstunde einfingen, setzte es eine 0:3 (0:0)-Heimpleite gegen die stark aufspielende Drittliga-Reserve des VfL Osnabrück. Während die Gäste ihre Serie auf nunmehr zehn Partien ohne Niederlage ausbauten, riss die des RSV nach zuletzt 13 Punkten aus fünf Begegnungen. Zudem fiel das Wümme-Team auf Platz 14 zurück.

RSV-Coach Benjamin Duray haderte aber gar nicht groß, sondern stellte treffend fest: „Osnabrück war einfach besser. Ich finde sogar, dass das die beste Mannschaft war, die in dieser Saison bei uns ihre Visitenkarte abgegeben hat.“

In der Tat bestimmten die Gäste von Trainer Joseph Enochs die Partie über 90 Minuten und hatten gefühlt 70 Prozent Ballbesitz. „Aber wir machen aus unseren 30 Prozent mehr“, bemerkte der verletzte Sercan Durmaz noch beim Stand von 0:0 zur Pause schmunzelnd. Dabei ist ihm eigentlich nicht zum Lachen zumute, denn er wird dem RSV wohl Wochen, vielleicht Monate fehlen. „Ich habe Sportverbot“, berichtete der offensive Mittelfeldspieler vom Einriss des Adduktorenstranges im Leistenbereich.

Da Tobias Kirschke gesperrt war, übernahm Jan Fitschen die Rolle des zweiten zentral-offensiven Mittelfeldspielers neben Tim Ebersbach. Doch insgesamt funktionierte das Zusammenspiel beim RSV nicht wie zuletzt, weil unter dem Druck die Abstände zu den Gegenspielern immer wieder zu groß und die Pässe zu ungenau waren. „Wir mussten extrem viel nach hinten arbeiten. Und wenn wir im Ballbesitz waren, waren wir das Ding schnell wieder los. Zumal wir unsere Möglichkeiten nicht sauber zu Ende gespielt haben. Das kostete viel Kraft“, hatte auch Duray beobachtet.

Gut möglich übrigens, dass Allrounder Fitschen nächstes Wochenende in der Partie bei Spitzenreiter FT Braunschweig innerhalb des Teams rotiert und auf der ihm bekannten Position des linken Außenverteidigers ran muss. Grund: Axel France, die dortige Stammkraft, kassierte seine fünfte Gelbe Karte und ist gesperrt. Zum schon 13. Mal sah Mitspieler Drilon Demaku diese Farbe nun schon – damit ist er in dieser Kategorie mit großen Abstand Spitzenreiter in der Liga! Ein Wert, auf den sich der „Sechser“ allerdings nichts einbilden kann …

Coach Duray machte seinen Mannen deshalb jedoch keinen Vorwurf. Und auch nicht aufgrund der Niederlage. Zu abgeklärt und zu überlegen spielte die junge Osnabrücker Reserve. Und wenn etwas nach vorne ging, dann im Regelfall über die rechte Seite, sprich über Marcel Costly. An fast jeder der wenigen gefährlichen RSV-Szenen war der 18-Jährige beteiligt – so in der 15. Minute, als er trotz Doppelbewachung zum Abschluss kam. Oder aber in der 36. Minute, als Keeper Sascha Otte in seine scharfe Flanke hechtete. Vor allem aber, als Costly nach einem Riesensolo den freien Björn Micklelat übersah und selbst den Ball knapp über das Tor zog (50.).

Kurz darauf folgte die schwächste Phase des RSV – und eine verhängnisvolle obendrein. Erst traf Gerrit Mikael Bewekenhorn per Fernschuss, der durch die Hacke von Tim Ebersbach noch unhaltbar ins untere linke Eck abgefälscht wurde (55.), kaum drei Minuten später nahm die ganze Abwehr eine Statistenrolle ein, sodass Lincoln Assinouko aus Nahdistanz einschieben durfte. Vor dem 0:3 sah Axel France gegen Malte Nieweler nicht gut aus – Ricardo Balzis vollendete schließlich (69.). Bei allen Gegentoren war Keeper Henner Lohmann machtlos, vielmehr verhinderte er mit einigen guten Taten noch Schlimmeres. „Die Jungs haben mit ihren Mitteln das Beste versucht, aber Osnabrück hat schon einen guten Ball gespielt. Das muss man dann auch anerkennen“, resümierte Duray, der in der 73. Minute noch Winter-Zugang Mert Gündar zu seinem Oberliga-Debüt verhalf.

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