Ehemalige Hurricanes-Leistungsträgerin im Interview

Emma Stach über ihre Zeit in den USA: „Eine unglaubliche Erfahrung“

Emma Stach überzeugte in den USA. Der Lohn war unter anderem der Pokal als Sieger des West-Coast-Conference-Turnier.

Scheessel - Mit dem verlorenen Spiel am 17. März in Stanford in der ersten Runde des NCAA-Turniers (Wettbewerb der besten Universitäten in den Staaten), geht die aktive College-Karriere von Basketballerin Emma Stach nach vier Jahren in Spokane im Bundesstaat Washington für die Gonzaga Bulldogs zu Ende. Der ehemalige Guard der Avides Hurricanes blickt im Interview zurück und schaut bereits in die Zukunft.

Nun sind vier Jahre College-Basketball vorüber. Wie lautet Ihr Fazit?

Emma Stach: Es war eine unglaubliche Erfahrung, in den USA auf höchstem Niveau zu spielen. Mein Abschied am Senior Day vor 6 000 Fans war sehr emotional. Ich habe viele neue Freunde gefunden. Das Studium war geprägt durch eine sehr familiäre Atmosphäre zwischen Studenten und Professoren. Im Basketball habe ich eigentlich alles erlebt, sowohl positiv, aber auch negativ.

Können Sie das präzisieren?

Stach: Wenn man fast jedes Heimspiel vor 6 000 Zuschauern bestreitet, bei den Championchips in Las Vegas von ungefähr 4 000 mitgereisten Fans unterstützt wird, zu Auswärtsspielen mit dem Privatjet fliegt, beste Trainingsmöglichkeiten hat, ein Betreuerteam von zehn Leuten das Team unterstützt und man eine Conference Saison mit einem historischen Rekord von 17 zu eins abschließt, dann sind das einmalige Erfahrungen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich hätte mir spielerisch gewünscht, dass man nicht so stark in ein bestimmtes Korsett auf dem Platz gezwängt wird. Bei den Bulldogs wird vor allem über die großen Positionen gespielt und man hat als Guard wenig Möglichkeiten, kreativ zu agieren und sich zu entfalten.

Können Sie das Gefühl beschreiben vor 6  000 Zuschauern am Senior Day zu Hause verabschiedet zu werden?

Stach: Nicht einfach, das in Worte zu kleiden. Ich werde das niemals vergessen. Es war ein großes emotionales Glücksgefühl, aber auch eine Menge Wehmut dabei, weil man realisiert: Es ist vorbei! Der ganze Rummel, die vielen Glückwünsche dieser außergewöhnlichen Fans, das Spiel, das richtig gut lief für mich, die Meistertrophäe, die ich in Empfang nehmen durfte, die eigene Rede nach dem Spiel vor den Zuschauern und und und. Es hat alles gepasst!

Was waren Ihre Highlights?

Stach: Puh. Das ist schwer zu sagen. Sicherlich im ersten Jahr das Spiel gegen San Francisco, das ich als Freshman in der vierten Verlängerung (Rekord für Spiele der Frauen in der NCAA, Anm. d. Red.) mit einigen guten Aktionen mit entscheiden konnte. Oder das Sweet-Sixteen-Spiel im März 2015, das wir unglücklich vor 13.000 Fans zu Hause in Spokane verloren haben. Mein letztes West-Coast-Conference-Turnier in Las Vegas, wo ich ins All Star Team gewählt wurde, gehört sicher dazu. Aber noch vieles mehr.

Kaum zu glauben: Sie spielen bereits neun Jahre Damenbasketball auf höchstem Niveau. Wie geht es denn Ihrem Körper?

Stach: Eigentlich ganz ok. Ich hatte einige Blessuren wie einen Nasenbeinbruch, eine Muskelverletzung im Oberarm und Knieprobleme, aber eigentlich nichts Wildes. Jetzt werde ich erst einmal aktiv regenerieren und dann im Sommer wieder den Aufbau angehen.

Wie geht es sportlich weiter? Ist eine Rückkehr zu den Hurricanes denkbar?

Stach: Erstmal möchte ich mein Studium gut abschließen. Danach will ich im Mai noch ein wenig herumreisen. Dann geht es zurück nach Deutschland. Ich werde in den nächsten Wochen alles sondieren und mich entscheiden, wo ich spiele. Es wird aber wohl in Europa sein und unbedingt ein Team, das im Europacup dabei ist. Das ist ja erst einmal unrealistisch bei den Hurricanes, aber sicherlich schaue ich mal vorbei. Und dann ist da ja noch die Nationalmannschaft, mit der wir in der Zukunft mit einigen tollen jungen Spielerinnen etwas erreichen können.

Auf was freuen Sie sich in naher Zukunft am meisten?

Stach: Natürlich auf meine Familie, Freunde, das gute deutsche Essen und einfach alles, was da jetzt noch kommt.

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