„Vissels“ Michel Brückner denkt nach schwerer Knieverletzung ans Aufhören

Eine folgenschwere Aushilfe

Der Keeper kommt 2009 vom SC Tewel .
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Der Keeper kommt 2009 vom SC Tewel .

Visselhövede – Michel Brückner sagt über sich. „Ich bin ein Teamplayer.“ Deshalb stellte er sich am 11. Oktober auch in den Dienst der Mannschaft. Der Keeper, der sich beim VfL Visselhövede zwischen den Pfosten mit Max Kregel abwechselt und frei hatte, ließ sich aufgrund der akuten Personalnot in der 67. Minute gegen den FC Hambergen (0:8) in der Fußball-Bezirksliga beim Stand von 0:7 also als Feldspieler einwechseln. Es war eine folgenschwere Aushilfe. Kurz vor Schluss blieb er auf dem Boden liegen. Die Folge: ein Totalschaden im rechten Knie. Bereits 2016 hatte er sich nach einer schweren Verletzung zurückgekämpft. Nun denkt Brückner darüber nach, seine Handschuhe an den Nagel zu hängen.

Schon im ersten Moment hatte er ein ganz schlechtes Gefühl. „Ich habe es in meinem Knie auf dem Weg zum Boden gleich mehrfach richtig knacken gehört“, berichtet er. Brückner hatte den Ball weggeschossen, dabei einen Schubser von Gegenspieler Garrit Hamdy bekommen und war umgeknickt. „Garrit hat sich aber direkt gemeldet am nächsten Tag. Das fand ich eine geile Geste, weil es von ihm keine Absicht war“, findet der Routinier.

Die Diagnose war für ihn dennoch erschütternd. Das vordere Kreuzband ist durch. Zudem sind der Innen- und Außenmeniskus sowie das Außenband gerissen und es ist ein leichter Knorpelschaden entstanden. „Ich weiß also, dass ich auf jeden Fall 2021 nicht Fußball spielen kann. Und das Jahr ist nicht einmal angebrochen“, erzählt der Keeper. Ob er überhaupt noch einmal beim Bezirksligisten einsteigt? „Das kann ich nicht sagen. Ich spiele natürlich mit dem Gedanken, dass es das in der ersten Herren war. Ich habe ein gewisses Alter erreicht“, grübelt der 34-Jährige spürbar. „Es wirft einen natürlich ziemlich weit zurück.“

2016 erleidet Brückner ersten Kreuzbandriss

Dabei weiß Brückner bereits, wie man sich nach so einer schweren Verletzung zurückkämpft. Bereits im Frühjahr 2016 zog sich der Torwart einen Kreuzbandriss zu – damals im linken Knie. Ziemlich genau ein Jahr später war der Neuenkirchener aber zurück auf dem Platz und im Tor.

Dieses mal ist der Weg deutlich weiter zum Comeback. Die Verletzung ist noch einmal schlimmer und zudem steht die Operation erst am 24. September 2021 an. Brückner hätte auch einen Termin in diesem Dezember oder im März 2021 bekommen können, lehnte aber ab. Für den Bäcker passten die Vorschläge beruflich einfach überhaupt nicht.

Bei „Vissel“ bangen sie nun um ihren langjährigen Stammtorwart. „Ich habe mich mit 23 Jahren so schwer am Knie verletzt und habe nach eineinhalb Jahren noch Probleme. Er ist 34 Jahre alt. Da kann man verstehen, wenn er nicht wiederkommt“, sagt Mitspieler Eike Beneke. Er teilt Brückners Schicksal und hatte mit einem Kreuzbandriss, Außenmeniskusriss, Knochenmarködem und Knorpelschaden nahezu die gleiche Verletzung.

Sollte Brückner aufhören, würde Visselhövede ein Urgestein abhanden kommen. Im Januar 2009 lockte ihn der damalige Stürmer Sefa Gashi vom SC Tewel zu den Heidestädtern. In der Saison 2012 ging der Schlussmann dann zu Germania Walsrode, kam aber nach einem halben Jahr zurück und ist somit fast elf Jahre für „Vissel“ im Einsatz.

Schwere Jahre zwischen 2015 und 2017

Dabei machte Brückner vieles mit bei dem Verein. Insgesamt feierte er drei Meisterschaften in der Kreisliga und einen Titelgewinn in der 1. Kreisklasse. Allerdings gab es auch drei Abstiege aus der Bezirksliga und der Keeper war auch dabei, als Visselhövede zwischen 2015 und 2017 von der Bezirksliga bis in die 1. Kreisklasse durchgereicht wurde. Miit dem Freundschaftsspiel gegen die Legenden von Werder Bremen (1:4) vor rund 2 500 Zuschauern gab es 2010 einen weiteren Höhepunkt. Er schwärmt von seiner Zeit bei dem Verein. „Die Kameradschaft bei uns ist immer mega gut gewesen. Wir waren immer ein eingeschworener Haufen“, sagt der große Auto-Fan.

Kurios: Zu Beginn seiner Zeit in der Heidestadt kickte er gemeinsam mit seinem heutigen Coach Thomas Heidler und auch mit Falk Vollmer. Nun ist Vollmers Sohn Finn der Teamkollege von Brückner. Der Torwart ist eben ein echtes Urgestein des VfL Visselhövede.

Von Vincent Wuttke

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