Interview mit dem TGLR-Chef

Gerd Rathjen über die Nachwuchsgewinnung: „Eine der Hauptaufgaben“

Gerd Rathjen steht an einem Pult.
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Gerd Rathjen leitet am Montag auch die 100. TGLR-Fortbildung.

Die mittlerweile 100. Fortbildung der TGLR steht an. Zuvor spricht ihr Vorsitzender Gerd Rathjen im Interview unter anderem über Laptop-Trainer und Otto Rehhagel.

Rotenburg – Seit über drei Jahrzehnten besteht die Trainergemeinschaft Landkreis Rotenburg (TGLR) mittlerweile. Am Montag, den 25. Oktober, veranstaltet sie im Rathaussaal die nun mehr 100. Fortbildung. Zuvor spricht der Gründer und Vorsitzende Gerd Rathjen unter anderem über Laptop-Trainer und Otto Rehhagel.

Herr Rathjen, Sie gründeten im Mai 1988 die TGLR, der zunächst 15 lizenzierte Trainer angehörten. Welche Idee steckte dahinter?

Ich habe in Hannover studiert und erfuhr, dass Hans Siemensmeyer eine Trainergemeinschaft gegründet hatte. Der Kapitän der 96iger fand, dass eine Trainer-Fortbildung alle drei Jahre zu wenig sei, um sich mit der Trainingslehre genügend zu beschäftigen. Das war der Anstoß für mich, die TGLR zu gründen.

Die Referenten, die Sie nach der Jahrhundertwende verpflichteten, hatten schon klangvolle Namen. Welche stehen ganz oben?

Überragend waren Horst Hrubesch, Klaus Thomforde, Thomas Wolter, Lars Figura und Uwe Erkenbrecher. Die sprechen die Sprache der Trainer und das ist sehr wichtig.

Die Laptop-Trainer sind heute das Maß aller Dinge. Was haben die, was Schaaf, Funkel, Neururer & Co. nicht hatten?

Die haben in jede Richtung einfach bessere technische Möglichkeiten, können viel mediale Dinge nutzen. Für mich gibt es keinen Königsweg. Im Vordergrund müssen die persönlichen Begegnungen zwischen Trainer und Spieler stehen. Man muss sich in die Augen schauen.

Durch Ihre Vorstandsarbeit im Bund Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) konnten Sie einige als Referenten gewinnen. Wie liefen die Verhandlungen, was mussten Sie anbieten?

In meinen 27 BDFL-Jahren habe ich alle gut gekannt und stets das Gespräch gesucht. Das geht nur über persönliche Kontakte. Die sind gerne zu unseren Veranstaltungen der TGLR gekommen und haben referiert.

Der BDFL tagt einmal jährlich im Weserstadion, wo unter anderem auch Otto Rehhagel referierte. Wie viele Versuche bedurfte es, um „König Otto“ nach Westerholz zu lotsen?

Es gab vielleicht drei Gespräche, danach hatte ich die Zusage. Das ist alles ohne einen Vertrag gelaufen. Doch ich habe bis zur letzten Sekunde gezittert, ehe er eintraf.

Die Praxis-Inhalte sind für Kreisliga-Trainer und darunter nur schwer umsetzbar – oft ein Diskussionsthema. Warum haben Sie sich in der Sache schwer-getan?

Wir haben uns der Kritik gestellt. Doch Fakt war, dass die Praxis mit den Probanten auf dem Platz steht und fällt. Das war eine wichtige Maßnahme, die verändert wurde. Natürlich ist nicht zu erwarten, dass die Inhalte eins zu eins von den Kollegen ins eigene Training eingebaut werden konnten. Doch wir wollten stets ein hohes Niveau der Einheiten.

Von den derzeit 133 Mitgliedern sind 15 Prozent älter als 70 Jahre. Wie schaut die „Nachwuchsgewinnung“ aus?

Wir konnten zuletzt vier junge Trainer für unseren Stab gewinnen. Das ist eine der Hauptaufgaben in den nächsten Jahren.

Das Programm der 100. Fortbildungsveranstaltung sieht vier Stunden vor. Ist der „Marathon“ nicht etwas überzogen?

Das ist auf den ersten Blick sicher so. Doch es ist eine Fortbildung, in der vier Referenten Impulsvorträge halten. Da sind zwei Fragen erlaubt, nach 30 Minuten referiert der Nächste.

Wie schauen Ihre Zukunftspläne aus, was die TGLR angeht?

Die TGLR gibt mir immer noch sehr viel. Das ist mein Lebenswerk, auf das ich sehr stolz bin. Natürlich möchte ich alles in behütete Hände geben. Dafür habe ich auch Ideen. Wenn ich gesund bleibe, möchte ich den Vorsitz noch lange machen.

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