Rotenburgs Handballer kurieren derzeit schwere Verletzungen aus

Ein Quartett kämpft sich zurück

Die Rückkehr ist nicht mehr weit: Yannick Kelm hatte im Sommer einen Bandscheibenvorfall und könnte bei einer Fortsetzung der Saison schon bald wieder zwischen den Pfosten des Handball-Oberligisten TuS Rotenburg stehen.
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Die Rückkehr ist nicht mehr weit: Yannick Kelm hatte im Sommer einen Bandscheibenvorfall und könnte bei einer Fortsetzung der Saison schon bald wieder zwischen den Pfosten des Handball-Oberligisten TuS Rotenburg stehen.

Rotenburg – Kreuzbandriss, Bandscheibenvorfall, erneute Operation nach einer Schultereckgelenksprengung und noch mal Kreuzbandriss – die Diagnosen klingen allesamt alles andere als harmlos. Manch ein Sportler hätte nach so einer Nachricht über ein frühzeitiges Karriereende nachgedacht. Nicht so Yannick Kelm, Jens Behrens, Daniel Barkholdt und Niko Dolk. Im Gegenteil: Die Oberliga-Handballer des TuS Rotenburg kämpfen sich nach ihren schweren Verletzungen gerade zurück. Das Quartett profitiert quasi von der Zwangspause aufgrund der Corona-Krise, da die vier momentan keine Trainingseinheiten und Spiele verpassen. Während die einen schon bald wieder auf der Platte zu sehen sein könnten, steht ein anderer noch am Anfang seines Rehabilitationstrainings. Ein Überblick:

Yannick Kelm

Ende Juli ging nach einem harmlosen Pass plötzlich nichts mehr, die Schmerzen im Rücken des Torwarts waren kaum auszuhalten. „Die Frage war nicht ob, sondern wann es passiert. So hat es zumindest auch der Arzt gesagt. Ich hatte auch schon vor knapp eineinhalb Jahren einen Bandscheibenvorfall“, erinnert sich Kelm. Mittlerweile geht es dem Schlussmann aber deutlich besser. „Ich merke nur noch ab und zu etwas, ich bin auf dem richtigen Weg“, freut er sich. Ob sein Rücken aber auch schon wieder spezifische Torhüterbewegungen aushält, weiß der gebürtige Dorfmarker nicht. „Das muss ich sehen, wie der Körper dann bei Handballübungen reagiert. .Daher kann ich noch keinen genauen Zeitpunkt sagen, wann ich wieder einsatzbereit bin. Wenn ich beim kompletten Training völlig ohne Schmerzen wieder mitmachen kann, dann spiele ich auch wieder“, fiebert Kelm seinem Comeback entgegen. Der ehrgeizige Keeper ist froh, dass ihn die Zwangspause ausgebremst hat, frühzeitig wieder richtig einzusteigen. „Der Zeitpunkt der Verletzung hätte natürlich schlimmer sein können, auch wenn es so schon hart genug war. Aber vermutlich wäre es deutlich schwieriger gewesen, sich an die Verletzungspause zu halten, hätten die Spiele ganz normal stattgefunden.“

Jens Behrens

Seine schwere Schultereckgelenksprengung liegt schon mehr als zwei Jahre zurück. Da die Schulter allerdings nie richtig verheilt ist und er die ganze Zeit noch Schmerzen hatte, wurde Behrens im Mai dieses Jahres noch einmal operiert. „Mir geht es gut. Es ist auch schon alles gut verheilt. Da ein halbes Jahr Pause schon vorbei ist, dürfte ich auch schon wieder Handball spielen, wenn es die Situation zulassen würde. Ich hatte aber natürlich lange keinen Ball mehr in der Hand und muss dann erstmal wieder reinkommen, wenn die Saison irgendwann weitergeht“, erklärt der Rückraumspieler. Rückblickend war es für den gebürtigen Scheeßeler aufgrund der Corona-Zwangspause genau der richtige Zeitpunkt, sich noch einmal unters Messer zu legen und die Probleme in der lädierten Schulter zu beseitigen. „Für mich ist es natürlich vorteilhaft, da ich alles in Ruhe auskurieren konnte und nicht das Risiko eingegangen bin, zu früh wieder zu starten. Den Trainingsrückstand meiner Fitness habe ich ebenfalls wieder aufgeholt. Aber das Training mit den Jungs und das Beisammensein fehlen mir schon sehr. Ich freue mich wirklich sehr darauf, wenn es endlich wieder losgeht“, betont Jens Behrens.

Daniel Barkholdt

Die Saison 2019/2020 hatte gerade erst begonnen, da war sie für Daniel Barkholdt auch schon wieder vorbei. Der Rechtsaußenspieler hatte sich vor genau einem Jahr im Training einen Kreuzbandriss zugezogen. Die Genesung seines Knies verlaufe gut. Unser Trainer (Nils Muche, Anm. d. Red.) und unser Physiotherapeut (Klaas Reichmann, Anm. d. Red.) haben immer darauf geachtet, dass ich mein Knie nicht zu schnell und zu viel belaste. Aber jetzt darf ich wieder voll durchstarten. Darüber freue ich mich sehr“, erklärt der 21-Jährige, der den möglichen Re-Start nach der Corona-Zwangspause kaum erwarten kann. Während er die vergangene Spielzeit fast vollständig verpasst hatte, war es in der aktuellen Saison aufgrund der Pandemie bisher nur eine einzige Partie. Aus seiner langen Verletzungsunterbrechung will er gestärkt wieder zurückkommen. „Mein Ziel ist es, einen Stammplatz in der Mannschaft zu bekommen, auch wenn dieses Einzeltraining viel Disziplin erfordert“, zeigt sich der gebürtige Rotenburger sehr ehrgeizig. Und er fügt hinzu: „Ich freue mich riesig darauf, wenn wir wieder gemeinsam trainieren dürfen und die Saison weitergehen darf.“

Niko Dolk

Während für die drei anderen Langzeitverletzten ein Comeback zum Greifen nahe ist, befindet sich Niko Dolk noch ganz am Anfang seines langen Weges. Der Neuzugang hatte sich im Testspiel gegen den TuS Jahn Hollenstedt Mitte September bei einer einfachen Start-Stop-Bewegung ohne Fremdeinwirkung das rechte Kreuzband gerissen. „Meinem Knie geht es soweit gut. Ich habe keine Schmerzen mehr. Ich darf aktuell das Knie aber noch nicht belasten und warte sehnsüchtig auf den Tag, an dem ich die Gehhilfen in die Ecke stellen kann“, schildert der Linkshänder, der zusammen mit Barkholdt für die Rechtsaußenposition vorgesehen war. Den Kopf nun in den Sand zu stecken, kommt für Dolk aber nicht infrage. „Wenn mein Knie es zulässt und die Ärzte und Physiotherapeuten grünes Licht geben, dann bin ich wieder mit an Board. Ich rechne allerdings nicht vor November 2021 mit einer Rückkehr. Es geht nur Schritt für Schritt“, so der Zimmermann. Aktuell sind es seine beiden kleinen Kinder, die ihn bei Laune halten und dafür sorgen, regelmäßig vom Sofa aufstehen zu müssen. „Ich versuche, mit meinen Gehhilfen schneller zu sein als meine zweieinhalbjährige Tochter. Ich freue mich auf den Tag, an dem ich wieder richtig mit Sport anfangen kann“, so der Schneverdinger, der sich bereits 2011 einen Kreuzbandriss im selben Knie zugezogen hatte. Als mentalen Vorteil sieht er die Corona-Pause für sich nicht. „Der direkte Kontakt zum Team fehlt und das Hobby genauso, ob gesund oder verletzt, da sitzen wir alle im selben Boot.

Von Mareike Ludwig

Sechs Monate Verletzungspause sind vorbei: Rotenburgs Rückraumspieler Jens Behrens (l.) darf nach seiner Schulteroperation wieder angreifen.
Wartet auf den Re-Start: Rotenburgs Daniel Barkholdt ist wieder fit.
Comeback in weiter Ferne: Niko Dolk fällt mit Kreuzbandriss aus.

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