Ein besonderes Basketball-Spiel

Rosemeyer-Schwestern im Duell: „Ein kleines Lächeln zwischendurch“

Leonie Rosemeyer spielt seit dieser Saison bei den Avides Hurricanes eine wichtige Rolle.
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Leonie Rosemeyer spielt seit dieser Saison bei den Avides Hurricanes eine wichtige Rolle.

Wie ist es eigentlich, gegen seine eigene Schwester spielen zu müssen? Leonie und Nina Rosemeyer wissen es ‒ und werden es am Samstag erneut erleben. Die eine spielt für die Avides Hurricanes, die andere für Eintracht Braunschweig, beide in der 2. Basketball-Bundesliga.

Scheeßel – Zwei Jahre trennen sie – und mehr als 150 Kilometer. Am Samstag treffen sich Leonie (21) und Nina Rosemeyer (19) wieder. Die Ältere der beiden empfängt mit ihren Avides Hurricanes im Niedersachsen-Derby der 2. Basketball-Bundesliga ihren Heimatverein Eintracht Braunschweig, für den die Schwester spielt. Tip-off – ohne Zuschauer, aber mit Livestream auf Facebook – ist um 16.30 Uhr in Scheeßel. Wir haben vorher über das besondere Duell mit den Rosemeyer-Geschwistern gesprochen. „Es ist tatsächlich nicht das erste Punktspiel, was wir gegeneinander spielen“, verrät Leonie Rosemeyer im Vorfeld. „Ich hatte vorletzte Saison schon mit dem SC Rist Wedel ein Spiel gegen Braunschweig, wo sie in der Regionalliga-Mannschaft ausgeholfen hatte.“ Und Nina Rosemeyer ergänzt: „Also sind wir das mittlerweile schon gewohnt.“

Mit welchem Gefühl gehen Sie in so ein Spiel?

Leonie Rosemeyer: Man hat natürlich ein etwas anderes Gefühl gegenüber dem Spiel, weil der Gegner einfach Familie ist, aber wenn das Spiel startet, ist der Fokus trotzdem derselbe. Ziel ist es nichtsdestotrotz, das Spiel zu gewinnen!

Nina Rosemeyer: Ich sehe das Spiel eigentlich wie jedes andere an, nur dass ich mich zusätzlich noch sehr freue, meine Schwester wiederzusehen, da wir uns aufgrund der Entfernung sehr selten sehen. Zudem muss man sagen, dass ich mich momentan einfach auf jedes Spiel sehr freue, da man derzeit nie weiß, ob die Saison doch wieder stoppt.

Nina Rosemeyer ist Stammkraft bei Eintracht Braunschweig.

Zweikämpfe im Spiel werden da sicher nicht ausbleiben. Werden die unter Schwestern dann härter geführt als gewöhnlich? Oder sind Sie da eher vorsichtiger?

Nina Rosemeyer: Ich denke nicht, dass wir gegeneinander spielen werden, da ich eher Pointguard/Guard spiele und Leonie ja eher Guard/ Center. Aber wenn es nun doch zu einem Zweikampf kommen sollte, wird ein kleines Lächeln zwischendurch schon mal zu sehen sein. Trotzdem werde ich aber wie gegen jede andere Spielerin angreifen und verteidigen. Ich denke, dafür agieren wir beide professionell genug. Leonie Rosemeyer: Zweikämpfe kommen natürlich zustande und ich würde sagen, dass es sich nicht wirklich von anderen unterscheidet. Ich kenne Nina als Spielerin sehr gut und es ist deshalb für mich „einfacher“, sie zu lesen, aber auf die Härte wirkt sich das nicht aus. Natürlich wird sich entschuldigt, sobald ein Foul zustande kommt, aber das ist ja auch normal.

Wer ist denn eigentlich die Talentiertere, wer die Ehrgeizigere?

Leonie Rosemeyer: Talentiert und ehrgeizig sind wir, denke ich, beide. Ich bin unfassbar stolz auf Nina und würde uns nicht vergleichen wollen, das macht auch keinen Sinn, da wir unterschiedliche Stärken und Schwächen haben.

Nina Rosemeyer: Ich glaube, aufgrund der verschiedenen Positionen kann man uns gar nicht richtig vergleichen. Leonies und meine Spielweisen sind unterschiedlich. Sie ist ein überragender Shooter und hat hohe Passqualitäten. Meine Stärken sind mein Ballhandling und meine Drives zum Korb. Ehrgeizig sind wir natürlich beide.

Gibt es im Vorfeld eine „Kontaktsperre“ oder wird durchaus über das Spiel gequatscht?

Nina Rosemeyer: Wir werden sicherlich vor dem Spiel kurz reden, aber die Spieltaktiken bleiben natürlich tabu, immerhin ist das für uns Braunschweiger auch ein sehr wichtiges Spiel. Leonie Rosemeyer: Meine Schwester und ich haben eine sehr starke Beziehung, natürlich haben wir täglich Kontakt, auch wenn wir zwei Stunden entfernt wohnen. Das Spiel ist tatsächlich keines unserer ernsten Gesprächsthemen, es wird einfach wie ein ganz normales Spiel behandelt. Der eine oder andere Scherz wie „Ich mach dich fertig“ wird vielleicht gemacht. (schmunzelt)

Gibt es denn auch eine Wette?

Leonie Rosemeyer: Zwischen uns läuft keine Wette. Ich denke, wir versuchen beide, so gut wie möglich zu performen, um unserem Team zum Sieg zu verhelfen.

Auch wenn Zuschauer nicht erlaubt sind. Auf welcher Seite stehen Ihre Eltern bei dem Spiel? Schließlich ist Ihr Vater Bernd ja seit Jahren in Braunschweig an vorderer Stelle tätig.

Nina Rosemeyer: Meine Eltern sind immer sehr zwiegespalten und klatschen dann einfach für beide Teams. Das heißt, sie freuen sich über gute Aktionen von uns beiden.

Leonie Rosemeyer: Sie stehen auf keiner Seite. Das war auch damals beim Spiel schon so. Sie unterstützen uns beide gleichermaßen.

Hurricanes: Auf der Suche nach dem „Rhythmus des Miteinanders“

Eigentlich hätte die Partie in der 2. Basketball-Bundesliga der Damen zwischen den Avides Hurricanes und Eintracht Braunschweig in der Löwenstadt stattfinden sollen. Doch da die dortigen Behörden den Teamsport in der Halle wieder komplett verboten, folgte kurzfristig der Heimrechttausch. „Für uns ist das okay, weil wir bisher ja mehr Spiele auswärts bestritten haben“, sagt Hurricanes-Coach Christian Greve. Er muss allerdings auf Ayla Faber (Prüfungsphase im Studium) verzichten. Das Training stellte Greve nach der jüngsten Niederlage gegen das BBZ Opladen ein wenig um. „Wir versuchen, mehr konzeptionell und weniger frei zu arbeiten, um mehr Klarheit zu haben.“ Der „Rhythmus des Miteinanders“ sei durch die ständigen Pausen noch nicht vorhanden, sodass zuletzt „durchaus einige Defizite deutlich geworden“ sind. Zudem findet der Coach: „Jeder trägt gerade einen imaginären Rucksack mit sich rum.“

Der soll möglichst gegen Braunschweig abgelegt werden, wenngleich die Gäste eine hohe Hürde darstellen. Mit der Amerikanerin Sydney Kopp haben sie eine Top-Scorerin und gute Rebounderin im Team. Stefanie Grigoleit ist ebenfalls keine Unbekannte, sie verbrachte in jungen Jahren sogar eine Saison bei den Hurricanes. maf

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