Eigengewächs bekommt Duales Studium und Hurricanes unter einen Hut

Baden entwickelt sich in der Bundesliga „großartig“

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Ausgewechselt und trotzdem ein Strahlen in den Augen: Coach Christian Greve empfängt Andrea Baden und gratuliert ihr zu einem starken Auftritt.

Scheeßel - Von Matthias Freese. Als Andrea Baden zwei Minuten vor dem Ende ihre Freiwürfe sicher verwandelte, anschließend ihren Platz auf dem Feld für Cherina Kaiser räumte, erst Coach Christian Greve und dann ihre Mitspielerinnen auf der Bank abklatschte, da tat das 18-jährige Eigengewächs der Avides Hurricanes dieses mit einem Strahlen im Gesicht.

Wohlwissend, dass sie beim historischen 82:56-Sieg über den SV Halle ihr wohl bestes Spiel in der 1. Basketball-Bundesliga abgeliefert hatte. „Sie entwickelt sich großartig“, bemerkt auch Greve lobend.

Andrea Baden ist der Prototyp eines bescheidenden und nie aufmuckenden Talents. „Sie ist ein Teamplayer durch und durch“, ergänzt ihr Coach. Gegen Halle sollte sich ihre Geduld auszahlen: Erstmals stand die Westerescherin in der Staring Five, erstmals scorte sie im Oberhaus mit zehn Punkten zweistellig – Career High nennt sich das im Basketball-Jargon. „Ich habe aber auch ziemlich gute Pässe bekommen, das Team hat mich gut unterstützt“, gab Baden die Komplimente gleich an die Kolleginnen weiter. Sie fand aber auch selbst: „Ja, das war eines meiner besten Spiele. Aber natürlich kann ich mich noch verbessern.“

Ein „bisschen nervös“ sei sie immer vor einem Match. Dieses Mal vielleicht noch etwas mehr, denn Coach Greve baute sein Team um, da Laura Rahn die Woche über nicht hatte trainieren können – und entschied sich für Andrea Baden. Zunächst lief es dabei gar nicht so optimal als vorgezogene Spitze, der Zugriff auf Halles Guard Julia Gaudermann funktionierte nicht wie erhofft, sodass Greve sie in der vierten Minute runternahm und zum kurzen Einzelgespräch zu ihr eilte. Zwei Minuten später stand Baden wieder auf der Platte, war spätestens mit ihren Freiwürfen zum 14:14 im Spiel drin (8.) und wurde von Minute zu Minute stärker. Dass sie auch tags darauf noch für die Reserve auflief, war für sie eine Selbstverständlichkeit.

„Andrea gibt immer Gas“, sagt der Coach. Da Baden aufgrund ihres Dualen Studiums bei Airbus in Bremen nur zwei Mal die Woche zum Training kommen kann, hängt sie sich in diesen Einheiten besonders rein. „Manchmal überpaced sie ein wenig. Dann muss ich sie wieder runterholen“, berichtet Greve. „Das ist schon stressig, aber Christian unterstützt mich sehr“, hat Baden den Schritt nicht bereut. Kurzfristig stand es auch zur Debatte, dass sie aufgrund ihrer beruflichen Karriere das Erstliga-Abenteuer nicht mitmachen würde – gut für die Hurricanes, dass sich Andrea Baden anders entschied. Im Oberhaus hat sie sich inzwischen etabliert und ist zu einer festen und unverzichtbaren Größe beim Klassenneuling geworden.

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