Kein Absteiger in dieser Saison

Corona-Auszeit: Hurricanes-Trainer Helge Eggers macht die Basketball-„Diät“

Helge Eggers gibt seinen Spielerinnen in der Auszeit Anweisungen.
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Wann Helge Eggers wieder eine Auszeit bei der U 18 nehmen kann, ist noch fraglich. Geht es nach den Liga-Verantwortlichen, soll es im Januar wieder losgehen.

Im Januar soll für die U18-Basketballerinnen der Junior Hurricanes die Bundesliga-Saison weitergehen. Absteiger wird es nicht geben. Doch Coach Helge Eggers denkt schon einen Schritt weiter.

  • Die U18 der Junior Hurricanes kann nicht mehr absteigen.
  • Die Saison soll möglichst im Januar weitergehen.
  • Coach Helge Eggers denkt schon an die Zukunft.

Scheeßel – Diese „Diät“ ist nicht freiwillig. Und Helge Eggers hat sie eigentlich gar nicht nötig. „Das tut mir auch überhaupt nicht gut“, sagt der hauptamtliche Basketball-Coach der BG ‘89 Hurricanes selbst. Doch momentan lässt die Corona-Auszeit ein reguläres Training nicht zu. Sein Aufgabengebiet, für das er im Sommer 2019 nach Scheeßel kam, hat sich durch das Virus quasi drastisch reduziert. Lediglich seine Arbeitsgemeinschaften an der IGS Rotenburg leitet der 51-Jährige noch, ansonsten ist er auf „Basketball-Entzug“.

Eggers sehnt eine Rückkehr in die Halle herbei. Ob das zumindest für sein weibliches U 18-Bundesligateam im Januar wieder möglich ist, soll nächste Woche geklärt werden. Ziel ist es jedenfalls, wie der Ligaausschuss der Nachwuchsbundesliga WNBL bereits erklärte: „Die derzeit unterbrochene Spielzeit soll im Januar 2021 fortgesetzt werden, sofern es die Corona-Verordnungen von Bund und Ländern zulassen.“

Guard Cecilia Bötjer (l.) gehört zu den Spielerinnen, die von Bremen 1860 zu den Hurricanes gestoßen sind.

Genau das gilt es nach der Verlängerung des Lockdowns nun zu klären. Für Eggers hängt ein möglicher Restart aber auch davon ab, wann ein Training in der Halle wieder erlaubt ist. Laut Spielplan wären seine Spielerinnen bereits am 10. Januar beim SC Rist Wedel gefordert. Dieser Termin scheint jedoch schon jetzt kaum haltbar zu sein. „Wenn man nicht zwei Wochen Minimum als Vorlaufzeit hat, kann man auch gleich den Krankenwagen in die Halle stellen“, erinnert Eggers an das Verletzungsrisiko: „Es ist die große Frage, ab wann ein Trainingsbetrieb möglich ist. Im Dezember – das wäre fein. Oder wir spielen erst Ende Januar wieder.“ Vor dem zweiten Lockdown, findet der Coach, hatten es die Junior Hurricanes sehr gut hinbekommen. Sie hatten die Trainingsgruppe geschlossen gehalten und die Hygienemaßnahmen befolgt. „Auch bei den Spielen hatte ich das Gefühl, dass das von allen sehr ernst genommen wird. Ich habe auch von keinem Infektionsfall nach den Spielen gehört“, sagt er.

Doch seit Ende Oktober, dem letzten Spiel bei der Junior-Lions-Academy in Halle, hat Eggers seine Spielerinnen nicht mehr gesehen. „Natürlich wissen sie alle, was sie zu tun haben. Erst habe ich auch noch ein paar Videos rumgeschickt. Jetzt versuchen wir, das individuell zu lösen. Es gibt zum Beispiel Spielerinnen, die müssen nicht mehr in Sachen Grundlagenausdauer machen, die machen dann eher etwas im Kraftbereich“, erzählt Eggers. Dass ihm womöglich Talente in der Pause verloren gehen, befürchtet er nicht: „Diejenigen, die diesen Aufwand in der U 18 betreiben, haben sich für den Basketball entschieden. Ich mache mir eher um den unteren Bereich Sorgen. Da wird der Jugendsport allgemein noch Baustellen haben.“

Helge Eggers: „Kein Druck auf dem Kessel!“

Eine Entscheidung des Ligaausschusses spielt den bisher in zwei Spielen sieglosen Hurricanes dabei durchaus in die Karten. Absteiger gibt es in dieser Saison aus der U 18-Bundesliga nicht. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht garantieren, dass bei der Fortsetzung des Spielbetriebs alles hundertprozentig problemfrei laufen wird. Daher halten wir es zum Wohle der Spielerinnen für richtig, die eventuelle Sorge um den Verbleib in der Liga von den Teams zu nehmen“, begründet Stefan Raid, Vorsitzender des WNBL-Ligaauschusses, den Beschluss. „Damit ist kein Druck auf dem Kessel und wir können perspektivisch auf das nächste Jahr schauen“, meint Eggers, glaubt allerdings auch, dass die Liga dadurch „noch mehr aufgebläht wird. Die Reduktion sollte ja eigentlich zu mehr Spielen auf hohem Niveau führen.“

Basketball von der Tribüne aus: Helge Eggers moderierte kürzlich das Spiel der Damen.

Eggers würde es natürlich begrüßen, wenn sein Verein im nächsten Jahr dann wieder für das Oberhaus meldet. „Was man hat, sollte man auch nutzen. Das kann aber nicht meine Entscheidung sein“, betont er und mahnt gleichzeitig an, die Pause zu einer Bestandsaufnahme zu nutzen und die Ausrichtung im Jugendbereich grundsätzlich zu überdenken. „Sind wir eine WNBL-Adresse, dann müssen wir uns weiter nach Bremen orientieren oder jemanden finden, der bei uns mitmacht. Und wenn wir eh schon mit anderen Vereinen kooperieren, warum nicht auf allen Ebenen?“, gibt der Coach zu bedenken. Zumal der Verein selbst im Bereich der Jahrgänge 2004 und 2005 nicht allzu ausreichend bestückt ist.

Hurricanes-Talente kommen auch von Bremen 1860 und TK Hannover

Hatten die Hurricanes in der Vergangenheit schon unter anderem mit dem TSV Lamstedt oder dem TSV Hittfeld zusammengearbeitet, befinden sich in dieser Saison mit Mara Hoche und Lovisa Kjellgren (beide Jahrgang 2003) vom TK Hannover sowie mit Greta Wendelken und Cecilia Bötjer (beide 2005) von Bremen 1860 vier Talente anderer Clubs im zwölfköpfigen Kader der Hurricanes. Vor allem die Kooperation mit den Hansestädtern gefällt Eggers. Außerhalb der Corona-Pause fand bisher auch stets eine Trainingseinheit wöchentlich dort in der Vahr statt. Es ist also vorstellbar, diese Zusammenarbeit zu vertiefen.

Doch dafür ist es auch notwendig, dass der Spielbetrieb, dessen Aussetzung vorerst bis Jahresende verlängert wurde, irgendwann weitergeht. „Eine Verlängerung der Saison kommt momentan für uns nicht infrage“, betont der Ausschussvorsitzende Raid derweil. Vielmehr sei vorgesehen, dass die geltenden Spielmodi an die aktuelle Situation angepasst und entsprechend „ausgedünnt“ würden. So werden in den neuen Spielplänen vereinzelt Wochenenden spielfrei bleiben, um Raum für eventuelle Nachholpartien zu bieten.

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