Mickelat spricht nach Rotenburger 2:4 gegen FT Braunschweig vom „Endspiel gegen Ottersberg“

Effektivität schlägt Leidenschaft

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Sercan Durmaz (M.) war im Mittelfeld sehr präsent, hier klärt jedoch Braunschweigs Dominik Frank vor dem Rotenburger.

Rotenburg - Von Matthias FreeseVerzweiflung trifft es vielleicht am besten. Es ist, als ob sie trotz aller Anstrengung den Anschlusszug wieder einmal verpasst haben und nun auf dem Bahnhof festsitzen. Im Ungewissen, ob der Express zum Klassenerhalt überhaupt noch mal kommt – oder ob es ein „Zug nach Nirgendwo“ sein wird. Vieles spricht nach der vermeidbaren 2:4 (1:2)-Heimniederlage gegen den schlagbaren Aufsteiger und Tabellenführer FT Braunschweig jedenfalls nicht für die Oberliga-Fußballer des Rotenburger SV, die nach dem achten Spiel weiter ohne Sieg ganz unten im Keller stecken.

„Jetzt kommt das absolute Endspiel“, blickte Björn Mickelat, einer der wenigen RSV-Routiniers, bereits auf nächsten Freitag, wenn es zum TSV Ottersberg geht. „Da musst du drei Punkte holen, sonst …“, ließ er den Satz unbeendet.

Unmittelbar nach dem Abpfiff hatte sich der Frust bereits bei einigen Mitspielern entladen. Da haderte zunächst Sercan Durmaz, zuvor im offensiven Mittelfeld beweglich und bissig, lautstark mit dem Resultat und musste sich daraufhin vom rotgesperrten Mitspieler Jannick Heins wegen seiner Defensivarbeit anzählen lassen. „Lächerlich“, entgegnete Durmaz, bekam postwendend die verbale Grätsche von Innenverteidiger Christoph Drewes zu spüren, konterte aber: „Weißt du, um was es geht?“

Für Coach Benjamin Duray war dieser ungewohnte Zwischenfall angesichts der aktuellen Lage „nichts Schlimmes. Das ist doch harmlos.“ Vielmehr hatte er Mitleid mit seinen Mannen, die 90 Minuten in der Tat wie die Löwen gekämpft hatten. „Da war richtig Feuer drin, aber wir wurden wieder nicht belohnt“, stellte auch Durmaz fest, während der überraschend in der Startelf stehende Youngster Marcel Costly von „Leidenschaft“ sprach. Doch die unterlag letztlich der Braunschweiger Effektivität. „Ein bisschen Glück gehört auch dazu – das haben wir heute“, bemerkte Uwe Walther, Trainer der Freien Turner, bereits während der Partie.

„Wir brauchen vier, fünf Möglichkeiten für ein Tor, und die anderen nutzen ihre eiskalt aus“, brachte es Mickelat auf den Punkt. Den besseren Start und die dickeren Chancen hatten sogar die Gastgeber gehabt. Axel France, Colin Heins und Herman Puhmann waren in den ersten fünf Minuten drei Mal gefährlich in Braunschweigs Strafraum eingedrungen, doch in Führung gingen die Gäste. Nach einer verlängerten Ecke stand Innenverteidiger Marvin Fricke völlig frei – 0:1 (12.). Als die RSV-Abwehr bereits auf einen Abseitspfiff von Referee Tobias Helwig (SV Ehlbeck) spekulierte, legte Philipp Stucki für Julian Eggers das 2:0 auf (20.). Trotz dieser „Auszeit“ kam der RSV zurück. Seine dritte Riesenchance in kürzester Zeit nutzte Tobias Kirschke per Kopf zum Anschlusstreffer (24.), weitere Torgelegenheiten blieben bis zur Pause ungenutzt.

Schlecht sah die Abwehr beim 1:3 aus, als Erva Onbasiogullari bei seinem Solo Tim Ebersbach und Axel France stehenließ (50.). Beim 1:4 gelang es auch Christoph Drewes als letztem Mann nicht mehr, Julian Eggers zu stoppen (72.). Dennoch stemmte sich der RSV gegen die dritte Heimschlappe und besaß sogar genügend Möglichkeiten, um der Partie noch eine Wende zu geben. Der eingewechselte Maximilian Schulwitz scheiterte jedoch per Kopfball am guten Keeper Timo Keul (73.) und an der Lattenunterkante (85.), zudem klärte Fabian Krüger vor ihm nach einer Flanke von Marcel Costly (80.), während Jelle Röben der Ball wegsprang (87.). So zeichnete für den zweiten Treffer Abwehrspieler Tim Ebersbach mit einem flachen Distanzschuss verantwortlich (89.).

„Wenn man das Ergebnis wegblendet, haben die Jungs eine super Leistung gebracht“, wollte Duray seinem Team keinen Vorwurf machen. Und Co-Trainer Jan Fitschen ergänzte: „Wenn du zehn Großchancen kreierst, kannst du im Spiel nach vorne nicht viel falsch gemacht haben.“ Vier Gegentore sprechen allerdings auch für sich …

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