RSV-Spiel gegen Celle soll stattfinden / „Da fällt mir nichts mehr zu ein“

Ebersbach zeigt sich entsetzt

Egal, wie’s kommt: Das Rotenburger Ahe-Stadion bleibt am Wochenende leer.
+
Egal, wie’s kommt: Das Rotenburger Ahe-Stadion bleibt am Wochenende leer.

Rotenburg/Celle – Die Farbe rot dominiert aktuell auf der Landkarte. Immer mehr Kreise überschreiten mittlerweile den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner. Auch die Landkreise Rotenburg und Celle sind seit Donnerstagnachmittag Risikogebiete. Die dramatische Entwicklung spielt für den Niedersächsischen Fußballverband (NFV) jedoch keine Rolle und lässt die Spiele am kommenden Wochenende noch austragen, bevor ab Montag aufgrund der Verfügung des Bundes ein generelles Verbot von Amateursport gilt. So muss auch der Oberligist Rotenburger SV am Samstag (13.30 Uhr) gegen den MTV Eintracht Celle antreten.

Tim Ebersbach schüttelt nur mit dem Kopf und kann die Entscheidung des NFV absolut nicht nachvollziehen. „Wir sind entsetzt und können nicht verstehen, dass der Verband so verantwortungslos mit der Situation umgeht. Am Wochenende sollen wir uns noch mit 25 verschiedenen Haushalten auf dem Sportplatz treffen und ab Montag ist dann alles verboten. Was macht das für einen Sinn? Es muss sofort die Reißleine gezogen werden!“, fordert der RSV-Trainer.

Hinzu kommt, dass der Wümme-Club eigentlich das Heimrecht hätte. Aber: Der Landkreis Rotenburg hat aufgrund der dramatischen Entwicklung jedoch seit Mittwoch die Nutzung von Umkleideräumen untersagt. Damit müssten die Teams ungeduscht wieder die Heimreise antreten. Auch für Besprechungen bleiben die Kabinen geschlossen. Zuschauer sind zudem nicht zugelassen. Unter diesen Bedingungen steht ein Heimrecht-Tausch im Raum. „Und dann fahren wir mit Kleinbussen quer durch die Risikogebiete. Unser Heimrecht geben wir nicht einfach so her. Mir ist nicht wohl bei der Sache. Und bis zum Spiel können sich im Landkreis Celle auch noch einige Maßnahmen verschärfen. Damit kommen wir doch nicht weiter“, meint Ebersbach.

In die gleiche Kerbe schlägt auch Torsten Krieg-Hasch. Der Sportliche Leiter des RSV findet die Entscheidung des Verbandes „nicht glücklich“ und hätte sich ein anderes Ergebnis gewünscht. „Auf der einen Seite müssen wir unsere Kontakte weitestgehend einschränken, auf der anderen Seite sollen wir am Wochenende aber noch Fußball spielen. Da fällt mir nichts mehr zu ein“, ärgert sich Krieg-Hasch.

NFV verweist auf die Verfügung des Bundes

Staffelleiter Jürgen Stebani kann den Frust nicht verstehen und ist ganz anderer Auffassung:. „Die Verfügungslage gilt erst ab Montag. Die Beschlüsse sind für uns verbindlich, daher setzen wir keine Spiele ab. Ende der Durchsage.“ Er argumentiert vor allem auch damit, dass es ansonsten noch größere Engpässe geben könnte, die abgesetzten Spiele nachzuholen. Er schränkt jedoch ein, dass Partien ohne Wertung verschoben werden können, wenn beide Vereine für eine Verlegung plädieren würden. „Dann kommen wir den Mannschaften schon entgegen. Einvernehmlichen Wünschen werden wir zustimmen.“

Also liegt es nun am MTV Eintracht Celle, ob das Spiel stattfindet. Am Donnerstagnachmittag war Coach Hilger Wirtz von Elmendorff klar der Auffassung, dass nichts gegen eine Austragung des Spiels sprechen würde. „Wir sind am Mittwochabend auch noch im Pokal (1:4 bei der SV Ahlerstedt/Ottendorf, Anm. d. Red.) angetreten. Dabei hatte ich kein schlechtes Gefühl. Wir wollen spielen“, erklärt der Celler.

Ein paar Stunden später, nachdem der Coach erfahren hatte, dass sein Landkreis nun als Risikogebiet gilt, klang in seiner Stimme laut Ebersbach nicht mehr so viel Zuversicht, was die Durchführung der Begegnung angeht. „Wir hatten ein sehr gutes und transparentes Gespräch. Hilger hatte die rasante Corona-Entwicklung später mitbekommen und will nun alles erst mal sackenlassen und sich mit seiner Mannschaft besprechen“, berichtet Ebersbach vom Telefonat der beiden. Wirtz von Elmendorff war für die Redaktion am Abend nicht mehr zu erreichen.

Die Celler wollen nun am Freitag im Laufe des Tages eine Entscheidung treffen und dann mit dem NFV Rücksprache halten. So oder so bleibt auf jeden Fall ein fader Beigeschmack, dass trotz der hohen Corona-Zahlen überhaupt noch darüber diskutiert werden muss, ob das Spiel stattfindet. Aus diesen Gründen kann sich Ebersbach gedanklich auch nur schwer auf die Partie einlassen. „Wir haben unser Training abgesagt. Ich bin auch gar nicht in die Spielvorbereitung gegangen. Damit muss ich mich jetzt kurzfristig befassen, wenn es wirklich so kommen sollte“, sagt der Trainer.

Von Mareike Ludwig

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Lamberts Bay ist mehr als ein Fischerort

Lamberts Bay ist mehr als ein Fischerort

Wie fleischfressende Pflanzen Fleisch fressen

Wie fleischfressende Pflanzen Fleisch fressen

Spektakuläre Grottenschau im Gletschereis der Walliser Alpen

Spektakuläre Grottenschau im Gletschereis der Walliser Alpen

BVB nach Remis gegen Lazio Rom im Achtelfinale

BVB nach Remis gegen Lazio Rom im Achtelfinale

Meistgelesene Artikel

Welche Auswirkungen der Lockdown auf den Jugendfußball hat

Welche Auswirkungen der Lockdown auf den Jugendfußball hat

Welche Auswirkungen der Lockdown auf den Jugendfußball hat
Sportplatz-Rätsel: Wo bin ich?

Sportplatz-Rätsel: Wo bin ich?

Sportplatz-Rätsel: Wo bin ich?
Avides Hurricanes planen erst im Januar mit einer zweiten Amerikanerin

Avides Hurricanes planen erst im Januar mit einer zweiten Amerikanerin

Avides Hurricanes planen erst im Januar mit einer zweiten Amerikanerin
Frank Hensel spricht über Rotenburg, Niklas Kaul und die Rolle der Leichtathletik

Frank Hensel spricht über Rotenburg, Niklas Kaul und die Rolle der Leichtathletik

Frank Hensel spricht über Rotenburg, Niklas Kaul und die Rolle der Leichtathletik

Kommentare