Ebersbach trifft, sieht bei Rotenburgs 1:1 gegen Uelzen aber spät Gelb-Rot / „Einfach zu harmlos“

Tor des Monats bei Rost-Besuch

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Smalltalk auf der Südtribüne: Ex-Profi Frank Rost (r.) mit RSV-Vorstandsmitglied Paul Metternich.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Es floss Blut, viel Blut, doch es war kein guter Krimi, den Frank Rost da bei seinem Abstecher ins Ahe-Stadion zu sehen bekam. Der Ex-Profi, der an der Wümme heimisch werden will, wurde Zeuge eines 1:1 (0:0) im Oberliga-Duell zwischen den Fußballern des Rotenburger SV und des SV Teutonia Uelzen.„Genug Chancen hatten sie ja, sie müssen sie nur reinmachen“, kommentierte Rost den Auftritt der Gastgeber, ehe er seinen Platz auf der Südtribüne verließ. Ein „Tor des Monats“, erzielt von RSV-Kapitän Tim Ebersbach per Seitfallzieher (48.), brachte dem Tabellendrittletzten am Ende wieder nur einen Punkt.

Die Nachspielzeit wurde Ebersbach zudem noch zum Verhängnis. Der auf der Sechs aufgelaufene Routinier sah von Referee Theodor Potiyenko (FC Hude) nach einem harmlosen Foul an Andris Kuvsinovs Gelb- Rot und muss nun ein Spiel aussetzen. „Das war wieder einer von 5000 katastrophalen Ballverlusten im Mittelfeld. Soll ich ihn da aus 18 Metern schießen lassen? Ich wollte nur den Schuss blocken und er lässt sich reinfallen“, erklärte Ebersbach die Szene.

Zu diesem Zeitpunkt lief bereits die 98. Minute, da es nach knapp 70 gespielten Minuten eine längere Zwangspause gegeben hatte. Die Uelzener Gregor Trowitzsch und Benjamin Tillack waren mit den Köpfen zusammengestoßen und erlitten heftige Platzwunden. Während Tillack, der zuvor den Ausgleich erzielt hatte (64.), raus musste, spielte Trowitzsch mit „Turban“ weiter. Gestern folgte übrigens von Uelzens Teammanager Gerd Kuhring eine schriftliche Danksagung, da sich RSV-Masseurin Stephanie Schnürpel um die Erstversorgung der Patienten gekümmert hatte. Es war ohnehin ein Fulltime-Job für sie, denn auch Rotenburgs Yannik Malende fiel in der 89. Minute noch schwer verletzt aus (siehe unten stehender Bericht).

In einer hart umkämpften Partie auf schwachem Oberliga-Niveau wurde der Spielfluss vom Unparteiischen mit vielen kleinlichen Pfiffen aber auch immer wieder unterbrochen. „Wie beim American Football“, stellte Gäste-Keeper Moritz Niebuhr fest. Gleich fünf Gelbe Karten kassierte der RSV. So nahm Coach Jan Fitschen in der 61. Minute auch den vom Platzverweis bedrohten Tobias Kirschke runter. Eigentlich hätte der Mittelfeldmann nach seiner langen Verletzungspause ohnehin noch nicht spielen sollen – doch aufgrund der Personalnot wurde das Risiko in Kauf genommen. „Er hat uns sofort gut getan“, stellte Tim Ebersbach fest.

Zudem versuchte es der RSV mit einer ungewohnt offensiven Ausrichtung, einem 4:3:3-System, bei dem Malende, Atilla Iscan und Aleksandr Friauf als Sturm-Trio rochierten und früh attackierten, um Ballverluste zu provozieren. „Wir wollten bewusst mit Harakiri vorne drauf, um alles von hinten wegzuhalten“, erklärte Ebersbach. Der Erfolg war aber mäßig – und wenn, dann fehlte im Spiel des RSV oftmals die Passgenauigkeit, um den erlangten Vorteil zu nutzen.

Chancen gab es zwar auch für Uelzen – etwa den Lattentreffer von Malte Bertram (41.) –, doch hätte der RSV den Sieg einfahren können, wenn er sich vor dem Tor der Teutonen cleverer angestellt hätte. Vor allem, als Ebersbach den Ball reinspielte, Ferdi Yilmaz und Friauf aber vorbeigrätschten (77.). Und auch, als Sajih Jaber halb flankte, halb querlegte, Yilmaz aber erneut den Ball verpasste (89.). „Fakt ist, dass wir vorne einfach zu harmlos sind“, hofft Fitschen auf eine baldige Verstärkung für die Offensive. Tim Ebersbach sah derweil auch die positive Seite des Unentschieden: „Immerhin haben wir den Negativtrend gestoppt. Darauf können wir aufbauen.“

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