RSV-Kapitän sieht gegen Drochtersen Rot / „Wenn er Foul pfeift, muss er mich runterstellen“

Ebersbach nach 0:2 ganz ehrlich

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Selten einer Meinung: Sercan Durmaz (r.) und Drilon Demaku beschweren sich bei Referee Michel Haupt über die Gelbe Karte.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Immer die gleiche Leier – mit dem Rotenburger SV ist es in dieser Saison, als hätte jemand die Wiederholungstaste auf dem CD-Spieler gedrückt:

Auch im Heimspiel gegen die mitgefährdete SV Drochtersen/Assel hielt das Schlusslicht der Fußball-Oberliga gut gegen, besaß beste Chancen – unterlag am Ende aber nach zwei frühen Gegentoren mit 0:2 (0:2). Die Situation bei den auch im zehnten Saisonspiel sieglosen Wümmestädtern verschlimmert sich noch, da Kapitän und Innenverteidiger Tim Ebersbach in der 64. Minute wegen einer Notbremse Rot sah.

Lufthoheit für Tobias Kirschke im Duell mit Drochtersens René Kracke. Zur Pause blieb der Rotenburger aber draußen.

In der tiefsten sportlichen Krise bewahrte sich Ebersbach seine Ehrlichkeit. „Wenn der Schiedsrichter Foul pfeift, muss er mich runterstellen. Ich weiß nicht, ob ich auch am Ball dran war, aber ich treffe ihn auf jeden Fall“, rekapitulierte er die Szene aus der 64. Minute, als er kurz vor dem Strafraum als letzter Mann Jannes Elfers von den Beinen geholt hatte. Zuvor waren mehrere Klärungsversuche der Mitspieler gescheitert, Innenverteidiger Christoph Drewes hatte Elfers den Ball sogar unglücklich aufgelegt – übrigens an diesem Tag nicht der einzige Pass, den der sonst so sichere Drewes in die falschen Beine spielte.

Nachdenklicher Tim Ebersbach: Der RSV-Kapitän nahm nach der Roten Karte auf der Tribüne Platz. ·

Die entscheidenden Fehler waren jedoch schon viel früher passiert. „Und wir haben sie gnadenlos ausgenutzt“, wusste Drochtersens Innenverteidiger Thomas Johrden. Allerdings stand da auch Referee Michel Haupt (TuSG Ritterhude) im Kreuzfeuer der Kritik. Beim 1:0 für die Gäste in der achten Minute hatten die Rotenburger eine klare Abseitsstellung des Torschützen Danny-Torben Kühn gesehen. Ebersbach hatte sogar unwillkürlich gezögert und dem Schützen damit endgültig freie Bahn beschert. Keeper Lucas Mensing, der erstmals in dieser Saison den Vorzug vor Henner Lohmann erhalten hatte, war machtlos gewesen. Beim 0:2, dem siebten Saison-Gegentreffer in der Anfangsviertelstunde, hatte Christoph Drewes aus dem gleichen Grund einen Pfiff erwartet, dann aber direkt in die Füße des vollstreckenden Kühn gespielt (13.). „Der war doch drei, vier Meter im Abseits, das hat er selber gesagt. Das ist doch auch keine neue Spielsituation“, schimpfte Ebersbach. Schiedsrichter Haupt hatte es anscheinend anders bewertet. „Jede Woche wird die Abseitsregel neu interpretiert“, ärgerte sich auch RSV-Coach Benjamin Duray und sprach von „grenzwertigen Gegentoren“.

Durstig: Marcel Costly war in Hälfte eins bester RSV-Akteur.

Wieder musste der RSV einem frühen Rückstand hinterherlaufen, obgleich er etliche Möglichkeiten hatte, um zur Pause zu führen. „Wenn man die Chancen nicht macht, hat man selbst Schuld“, kommentierte Thomas Johrden. Die dicksten RSV-Möglichkeiten in der ersten Hälfte vergaben Drilon Demaku aus knapp zwei Metern nach Vorarbeit von Maximilian Schulwitz (11.) und Björn Mickelat, der an Keeper Christoffer Schelling scheiterte (14.) sowie aus acht Metern verzog (42.). Aber auch der schnelle Marcel Costly, der über die rechte Seite viel Druck machte und im ersten Durchgang bester Rotenburger war, scheiterte (6./30.). „Marcel hat brutal viele Wege gemacht“, lobte Coach Duray. Und ergänzte: „Wie die Jungs nach dem 0:2 geackert haben, dafür gebührt ihnen größter Respekt.“

Auch nach der Pause versuchte der RSV alles, selbst in Unterzahl „hatten wir doch noch eine Druckphase“, so Duray – wenngleich die ganz dicken Möglichkeiten nun nicht mehr da waren. Hinten verhinderte wiederum Schlussmann Mensing mit zwei Paraden gegen Daniel Gröne und Kühn Schlimmeres (83./84.).

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