RSV bezwingt Hildesheim mit 1:0 und feiert ersten Heimsieg seit 189 Tagen / Drewes fehlerfrei

Ebersbach löst „Explosion“ aus

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Die letzte Aktion des Spiels für Hildesheims Keeper Simon Blaus (l.). Er bringt in dieser Szene vor seinem Strafraum Rotenburgs Drilon Demaku zu Fall und sieht dafür die Rote Karte. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseEs sind nur die ganz besonderen Momente, in denen die Oberliga-Fußballer des Rotenburger SV ihre Vereinshymne hervorkramen und sie von Werner Marholz – von allen aufgrund seiner Funktion nur „Ball-Werner“ genannt – anstimmen lassen. Sonnabend war nach einer gefühlten Ewigkeit so ein Moment. Nach 189 Tagen hatten die Wümmestädter ihren Heimfluch vertrieben und den ersten Sieg im Ahe-Stadion eingefahren. Mit dem 1:0 (0:0) gegen den bisherigen Tabellendritten VfV 06 Hildesheim meldet sich der punktemäßig bereits aussichtslos zurückliegende RSV im Kampf um den Klassenerhalt tatsächlich zurück.

Der Bürgermeister kam spät. Zu spät. Eine Viertelstunde nach dem Abpfiff betrat Detlef Eichinger das Sportgelände, um Fußball zu schauen. Doch er hatte sich um zwei Stunden in der Zeit vertan. „Das hat ja anscheinend Glück gebracht“, meinte RSV-Kapitän Tim Ebersbach, der letztlich der wahre „Glücksbringer“ seines Teams war. Schließlich krönte er seine Leistung in der 69. Minute mit einem Sonntagsschuss in den rechten Winkel – dem goldenen Tor. „Ich mag es, wenn ich den Ball mit Effet reinlöffeln kann“, bemerkte Ebersbach. Dabei war er erstmals in dieser Saison von der Innenverteidigerposition ins Mittelfeld beordert worden. Auch nachdem er in Hälfte zwei vom Zentrum auf den rechten Flügel wechselte, war er nicht minder wertvoll.

Der Ausbruch an Emotionen nach dem 1:0 hatte Explosions-Charakter – und die Eruption setzte sich nach dem Schlusspfiff noch einmal fort. Die Standing Ovations der zahlreich dagebliebenen Fans beantwortete die Mannschaft mit der Welle und dem Vereinslied. Anschließend hopsten sie auf und nieder und skandierten siegestrunken: „Hey, hey, das war nicht der letzte Dreier.“

RSV-Coach Benjamin Duray sprach hinterher von einem „absolut verdienten“ Sieg. Recht hatte er. „Die Mannschaft hat sehr diszipliniert gespielt, ist als Einheit aufgetreten und hat super Chancen kreiert.“ Duray hatte auf eine 4:1:4:1-Ausrichtung mit dem ungemein effektiven Drilon Demaku als Sechser und dem nimmermüden Marcel Costly als Spitze gesetzt. In der Abwehr (erstmals ohne Gegentor) überragte der fehlerfreie Christoph Drewes mit seiner Kopfball- und Zweikampfstärke, im Mittelfeld überzeugte Ebersbach mit Ballsicherheit, Auge und Torriecher. Das einzige – bekannte – Manko: Der RSV verpasste es, früh in Führung zu gehen. Gleich die erste Doppelchance setzten Demaku an den Innen- sowie Ebersbach im Nachschuss an den Außenpfosten (5.). Weitere „Hochprozenter“ folgten.

Hildesheim wirkte beeindruckt, kam selbst kaum zu nennenswerten Chancen – abgesehen von einem Fehlpass, den Keeper Henner Lohmann in den Fuß von Philipp Rockahr spielte (53.). Und der Gast schwächte sich in der 58. Minute selbst, als Keeper Simon Blaus den heranstürmenden Demaku nach einem langen Ball von Ebersbach vor seinem Strafraum von den Beinen holte – von Referee Mario Birnstiel (TuSpo Petershütte) gab es dafür Rot!

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