RSV gelingt Transfer-Coup: Spielmacher kommt aus Brinkum / Mit einem Baby-Strampler fing alles an

Ebersbach der Hoffnungsträger

Tim Ebersbach ist der „Zehner“, den der Rotenburger SV dringend brauchte und suchte.

Kreis-Rotenburg - Von Matthias FreeseROTENBURG · Mit dem Strampler fing alles an. Zur Geburt seines Sohnes Ben erhielt Tim Ebersbach von der Mannschaft des Rotenburger SV vor wenigen Monaten einen kuscheligen Einteiler mit Vereinslogo. „Ab da war mir klar, dass der Kontakt intensiv ist und etwas gehen könnte“, verriet Detlef Lehmann, Coach des Fußball-Bezirksoberligisten von der Wümme. Seit Montagabend ist letztlich der Transfer-Coup perfekt: Ebersbach erhielt nach einigem Hin und Her seinen Pass vom Bremen-Liga-Meister Brinkumer SV und soll als „Zehner“ den RSV in der Rückrunde noch zum Klassenerhalt führen.

„Rotenburg war schon meine Wunschmannschaft, das passt zurzeit einfach super“, erklärt Ebersbach, nachdem er RSV-Koordinator und Vorstandsmitglied Thorsten Bruns seine Zusage bis zum Saisonende gegeben hatte. Die Gründe sind für ihn neben der momentanen Hausrenovierung in Oyten vielfältig, es liegt aber in erster Linie an zwei Dingen: „Da sind die persönlichen Beziehungen zu Nils Pohlner

n„Wie eine zweite

nHeimat für mich“

sowie Sebastian Harth und die Situation, dass da etwas zu retten ist. Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, dem RSV helfen zu können, schließlich ist der Verein so etwas wie ein zweite Heimat für mich.“ Auch deshalb hatte der Liga-Rivale TSV Etelsen im aktuellen Werben keine Chance. Auch deshalb macht er finanzielle Abstriche: „Das ist völlig okay für mich“, betont er.

Vier Jahre lang, von 2001 bis 2005, spielte der inzwischen 29-jährige Sozialversicherungsfachangestellte für den RSV in der Oberliga und schaffte hier seinen Durchbruch. „Ich habe die komplette Becker-Ära mitgemacht, bin mit ihm gekommen und auch gegangen“, erinnert sich Ebersbach. Anschließend spielte er eine Saison beim FC Oberneuland, ehe er 2006 nach Brinkum wechselte und im letzten Jahr das Team als Kapitän zur Meisterschaft führte. „Brinkum, das war eine schöne und super erfolgreiche Zeit“, sagt er. Allerdings eine, deren Ende für ihn absehbar war. „Ich hatte früh gesagt, dass ich im Sommer definitiv weg bin.“ Als jetzt erneute Gehaltskürzungen ins Haus standen, ließ sich Ebersbach von Brinkum-Macher und Ex-Profi Dieter Burdenski zusichern, im Winter gehen zu können. Von einem „kleinen Hickhack“, spricht Ebersbach, der dann endlich am Montagabend seinen Pass von Manager Christian Kudla ausgehändigt bekam.

Ebersbach verabschiedet sich mit der Auszeichnung, jüngst zum zweitbesten Bremer Amateurfußballer gewählt worden zu sein, sowie mit 61 Toren in 96 Punktspielen aus Brinkum. Eine Quote, die auch in Rotenburg Hoffnungen weckt. „Ich weiß, dass die Erwartungen hoch sind, ich hoffe, ich werde ihnen gerecht. Natürlich ist ein Risiko für mich vorhanden. Gehe ich mit Rotenburg unter, stehe ich blöd da“, meint Ebersbach, der vor der Saison auch mit dem TuS Heeslingen verhandelt hatte, ganz realistisch.

Doch er ist optimistisch und freut sich, dass mit René Thiel ein weiterer ehemaliger Brinkumer Mitstreiter ebenfalls zum RSV kommt. „Das war immer mein Lieblingspartner in Brinkum. Er ist definitiv kein Chancentod“, betont er.

Kein Wunder, dass auch Coach Detlef Lehmann strahlt: „Mit den beiden haben wir die Top-Leute in meinem Ranking der Wunschspieler bekommen.“

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