RSV klärt Trainerfrage

Ebersbach „beerbt“ Schmitz

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Tim Ebersbach an der Seitenlinie – in dieser Saison eine Ausnahme, ab nächster die Regel.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Für Tim Ebersbach war es eine „kleine Überrumplung“ – auch weil die Anfrage völlig überraschend kam. Doch innerhalb von wenigen Stunden stand für den Routinier des Rotenburger SV fest, dass er das Angebot annehmen würde.

Zur neuen Saison übernimmt der 36-Jährige die aktuell um den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga kämpfende Wümme-Elf als Trainer. Der bisherige Coach Andre Schmitz bleibt dem Club als sportlicher Leiter erhalten. Auch Co-Trainer Olaf Mattner macht weiter.

Verein geht von langfristiger Zusammenarbeit aus

„Ich finde diese Variante ganz charmant“, erklärt der RSV-Vorsitzende Peter Grewe. Am Mittwochabend waren die groben Details geklärt. Über eine Vertragsdauer haben beide Seiten allerdings noch nicht gesprochen, „aber ich gehe von einer längerfristigen Lösung aus“, sagt Grewe. Übrigens war es Andre Schmitz, der Ebersbach ins Gespräch gebracht und ihn auch am Dienstagvormittag von seinen Plänen unterrichtet hatte. Abends erhielt er bereits das Ja-Wort.

Warum Schmitz, der das Team erst im Winter in nahezu aussichtsloser Lage übernommen hatte, aufhört, begründet er auch: „Für mich ist der Faktor Zeit entscheidend. Ich bekomme es einfach nicht mehr mit der Familie und dem Beruf unter einen Hut“, sagt der Vertriebsleiter und Firmen-Miteigentümer. Zudem hat er an Mannschaft und sich selbst hohe Ansprüche, auch was die Trainingsbeteiligung angeht. „Ich weiß, dass ich damit manchmal anecke. Und ich kann nicht 100 Prozent von den Jungs verlangen, wenn ich selber nur 75 Prozent gebe.“

„Eine Herzensangelegenheit“

Für Schmitz ist die Übergabe an Ebersbach deshalb „genau der richtige Schritt. Tim ist zweifellos eine Identifikationsfigur.“ Zudem befasste sich der Oytener schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, „in Rente“ zu gehen: „Man muss erkennen, wann die Zeit vorbei ist.“ Ein Engagement als Spielertrainer kommt deshalb auch nicht infrage. Ein Angebot des FSV Langwedel-Völkersen hatte er vor wenigen Wochen abgelehnt, beim RSV musste er nicht groß überlegen.

Die Zusage gilt übrigens unabhängig von der Liga. „Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, der RSV ist mein Heimatverein geworden. Ich finde das Paket hier super und weiß es zu schätzen, dass ich die Wunschlösung bin“, betont Ebersbach. Auch in der Mannschaft kam die Nachricht anscheinend gut an. Andre Schmitz vermeldete prompt die Zusagen von Kapitän Kevin Klützke, Keeper Henner Lohmann, Timo Kanigowski und Toni Fahrner.

Zweigleisige Kaderplanung

Ebersbach bringt zwar reichlich Erfahrungen aus der Landes- und Oberliga mit, als Trainer besitzt der Servicemanager, der in Bremen bei einer Krankenkasse angestellt ist, jedoch keine große Erfahrung – abgesehen davon, dass er beim TV Oyten die U 8 coacht, in der sein Sohn spielt. In der Hinrunde war er beim RSV noch Co-Trainer, hatte auch zwei Mal Matthias Rose vertreten – in der Partie beim TV Meckelfeld (4:0) war er Spielertrainer, gegen Treubund Lüneburg (1:2) wechselte er sich ein. „Für mich ist klar, dass ich dieses Jahr noch meine Lizenz mache, das hat oberste Priorität, nachdem ich es im Frühjahr noch wegen des Abstiegskampfs zurückgestellt habe“, verrät Ebersbach.

Zudem betont er: „Ich gehe nicht naiv und blauäugig an die Sache heran – es ist ein gewisses Risiko. Als junger Trainer machst du auch Fehler, das weiß ich.“ Insofern ist er froh, mit Schmitz einen „alten Hasen“ an seiner Seite zu haben. Der 45-Jährige hat laut Peter Grewe „die Gesamtverantwortung“, was die sportlichen Belange beim RSV angeht, er führt auch die Vertragsgespräche. „Mir war es wichtig, dass es mit Andre weitergeht“, so der Präsident.

Ebersbach und Schmitz machen sich nun gemeinsam an die zweigleisige Kaderplanung. Grewe gibt den finanziellen Rahmen vor, verkündet aber bereits, dass der Etat „deutlich reduziert“ wird: „Wir haben uns entschuldet und wollen Rücklagen bilden – auch für den Fall, wenn wir mal wirklich agieren müssen, so wie jetzt im Winter.“

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