Ex-Coach des Rotenburger SV steigt beim Oberliga-Rivalen ein

Benjamin Duray übernimmt den FC Hagen/Uthlede

Benjamin Duray coacht seit Dienstag den FC Hagen/Uthlede.
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Benjamin Duray coacht seit Dienstag den FC Hagen/Uthlede.

Rotenburg – Benjamin Duray kehrt auf den Trainerstuhl zurück – und zwar in der Fußball-Oberliga. Jedoch nicht zum Rotenburger SV, wo der Bremervörder zwischen 2012 und 2014 in dieser Spielklasse bereits gearbeitet hatte, sondern ausgerechnet zum direkten Konkurrenten FC Hagen/Uthlede. Bei den Mannen aus dem Kreis Cuxhaven tritt der 41-Jährige damit die Nachfolge von Carsten Werde an. Dieser hatte nach dem 0:7 bei Blau-Weiß Lohne am Wochenende seinen Rücktritt erklärt.

„Das ging alles ganz schnell, aber irgendwie hat es gepasst“, erklärt Duray auf Nachfrage. Gepasst auch deshalb, weil er in Bremerhaven-Lehe als Quereinsteiger im Schuldienst tätig ist – keine 30 Kilometer von Hagen im Bremischen entfernt. Am Dienstagnachmittag hatte Duray seine Zusage gegeben, bereits am Abend die erste Trainingseinheit auf dem Hagener Kreissportplatz geleitet, wie der Verein mitteilte: „Der FC freut sich auf die Zusammenarbeit mit Benjamin Duray und darüber, dass sich innerhalb kürzester Zeit ein solch erfahrener Trainer für den Verein entschieden hat.“ Hagens Sportlicher Leiter Gunnar Schmidt hatte Kontakt zum 41-jährigen A-Lizenzinhaber aufgenommen, aber auch Axel France hatte seine Finger entscheidend mit im Spiel. Hagens Routinier war unter Duray bereits beim Rotenburger SV aktiv. „Über ihn ist das so ein bisschen entstanden, wir sind ja im ständigen Austausch“, verrät Duray.

Sein letztes Engagement als Trainer liegt ziemlich genau ein Jahr zurück. Im September 2019 war er als Co-Trainer beim russischen Erstligisten Akhmat Grozny entlassen worden. Seither hatte er keinen Verein mehr übernommen, war aber häufiger zu Gast im Rotenburger Ahe-Stadion. Zum RSV pflegt Duray seit seinem Ausstieg an der Wümme ohnehin einen engen Kontakt, insbesondere zum jetzigen Coach Tim Ebersbach. Er saß auch in dieser Saison bereits als Zuschauer auf der Tribüne und hatte bei der Trainergemeinschaft TGLR erst im Sommer referiert – seine Probanden waren seinerzeit die Spieler des RSV gewesen.

Nun kommt es zum schnellen Wiedersehen. Bereits am 14. Oktober treffen beide Teams in der Qualifikationsrunde des Niedersachsenpokals in Rotenburg aufeinander. „Ich bin gerne in Rotenburg und freue mich auf die Spiele. Dort macht es immer Spaß“, sagt Duray. Im Fokus steht aber die Punktspielrunde, in der Hagen mit bisher einem Sieg gegen Eintracht Celle und einem Remis gegen Rotenburg gegen den Abstieg kämpft. „Mir geht es erst mal um die Sache und ob man überzeugt ist, dass man dem Verein helfen kann“, betont er. Und da stand für ihn schnell fest: Ja! „Außerdem war es mir wichtig, dass meine Lieblingsmenschen dahinter stehen.“

Für Duray ist der Neustart in der Oberliga auch ein Zurück zur Basis. Nach seiner Zeit in Rotenburg war er nur bei höherklassigen Vereinen tätig gewesen – beim Halleschen FC als U 17-Trainer sowie Co-Trainer und Interimscoach der Profis in Liga drei, als hauptverantwortlicher Übungsleiter des Regionalligisten TSG Neustrelitz sowie für den FC Schalke 04 in China bei der Nachwuchsmannschaft von Hebei China Fortune sowie anschließend im tschetschenischen Grozny als Co-Trainer.

Die Rückkehr zu einem Amateur-Club war ursprünglich nicht unbedingt das vorrangige Ziel des A-Lizenz-Inhabers. „Natürlich würde ich gerne wieder als Fußballtrainer arbeiten, aber ich bin ganz entspannt. Und man muss realistisch sein und sehen, dass der Fußball derzeit brach liegt und es auch nach Corona nicht einfacher wird. Da wird eher Personal abgebaut“, bemerkte er bereits im Juni gegenüber unserer Zeitung und schloss ein Engagement im „leistungsorientierten Freizeitbereich“ nicht mehr aus.

Das klingt auch in diesen Tagen nicht anders: „Entweder wollte ich wieder in den Profibereich oder aber aus Spaß an der Freude etwas machen, weil es ein interessantes Projekt ist. Hagen ist für mich Bock auf Fußball. Da kann ich es auch gut mit meinem Job an der Schule kombinieren“, betont der Sportlehrer. Ein Paket, das in der aktuellen Situation perfekt für Duray passt.

Von Matthias Freese

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