Unterstedt II sagt Spiel ab

Mehrere Infektionen in Fußball-Teams: Droht die Corona-Grätsche 2.0?

Grünes Licht vom Gesundheitsamt: Hätte die Behörde auch nur das geringste Risiko erkannt, wäre das Sommerkick-Turnier in Unterstedt sofort abgesagt worden – „ohne Diskussionen“, betont Hannes Kettenburg, Corona-Beauftragter im Verein.
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Grünes Licht vom Gesundheitsamt: Hätte die Behörde auch nur das geringste Risiko erkannt, wäre das Sommerkick-Turnier in Unterstedt sofort abgesagt worden – „ohne Diskussionen“, betont Hannes Kettenburg, Corona-Beauftragter im Verein.

Rotenburg – Absetzung! Ein Wort, das monatelang anstelle von Ergebnissen bei Meisterschafts-, Pokal- und Testspielen auf dem DFB-Onlineportal fußball.de zu finden war.

In nicht einmal zwei Wochen soll nun die neue Saison starten. Doch inzwischen fallen wieder regelmäßig Spiele im Rahmen der Vorbereitung aus. Die ersten Auswirkungen der zweiten Corona-Welle? Die gute Nachricht: Noch ist der Saisonstart nicht gefährdet. Die schlechte Nachricht: Innerhalb der Altkreis-Vereine gibt es die ersten bestätigten Infektionsfälle. Davon betroffen ist die SG Unterstedt.

Kaum verwunderlich, dass daher seit einigen Tagen ein heikles Gerücht über die Kreisgrenze hinweg kursiert: Angeblich soll der Saisonstart in Niedersachsen aufgrund der neuen Infektionszahlen um zwei Wochen verschoben werden. „Das stimmt nicht“, stellt aber NFV-Pressesprecher Peter Borchers auf Nachfrage klar.

Stebani sieht keinen Grund zur Sorge

Auch Jürgen Stebani, der Vorsitzende des Spielausschusses im Landesverband, weiß von nichts. „Keine Sorge, noch ist da nichts gefährdet“, betont er und fügt an: „Es können ja immer mal wieder lokale Hotspots entstehen. Davon ist unser Liga-Betrieb allerdings noch lange nicht gefährdet.“

Auch der Kreis Rotenburg kann aktuell als ein Corona-Schwerpunkt bezeichnet werden. Schließlich sind hier momentan 56 Menschen mit Covid-19 infiziert – so viele wie nie zuvor seit den ersten Meldungen am 4. März (Stand Montag, 13 Uhr). Bekanntlich steht der Großteil davon aber im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen bei Ikea in Elsdorf.

Quarantäne in der 1. Kreisklasse Süd

Entwarnung gibt’s trotzdem (noch) nicht. Schließlich sind Fälle in Altkreis-Mannschaften bekannt geworden. Es hatten sich bereits nach dem 8. März zwei Teams aus der 1. Kreisklasse Süd in die 14-tägige Quarantäne begeben müssen. Ein Akteur des SV Rot-Weiß Scheeßel hatte sich auf der Arbeit mit dem Coronavirus angesteckt, sodass sich seine Mitspieler und die Gegner des SV Schwitschen isolieren mussten. Es ist nur einer von mehreren Fällen seit Beginn der Gesundheitskrise, die der Redaktion bekannt sind.

Jüngst tat sich auch die Vermutung auf, dass sich zwei Spieler aus der ersten und zweiten Herren der SG Unterstedt infiziert haben – unabhängig von einander! Der Verdacht bestätigte sich aber nur bei dem Kicker der Ersten. „Wir machen ihm das aber absolut nicht zum Vorwurf. Das kann ja wirklich jedem passieren“, betont Hannes Kettenburg, zweiter Vorsitzender und Corona-Beauftragter im Verein, mit Blick auf die steigenden Zahlen. Die Grün-Weißen hatten den Ablauf bei einem Infektionsverdacht aber bereits im Vorfeld klar geregelt – in ihrem mehr als zehnseitigen Hygienekonzept, das auch dem Gesundheitsamt des Landkreises Rotenburg vorliegt. Das sollte dem Verein nachhaltig zugutekommen.

Gesundheitsamt gibt Entwarnung

Die Behörde hatte übrigens auch grünes Licht für die Durchführung des Sommerkick-Turniers in der vergangenen Woche gegeben. „Wir haben das Gesundheitsamt genauestens über den Fall in der ersten Herren informiert“, stellt Kettenburg klar. Da der infizierte Spieler aber bereits mehrere Tage vor dem Einsetzen der ersten Symptome nicht mehr beim Training war, „konnten sie uns Entwarnung geben. Auf die Aussage der Experten haben wir uns verlassen.“ Hätte auch nur die geringste Gefahr bestanden, dass sich weitere Teamkollegen infiziert haben, „wäre das Turnier ohne Diskussionen sofort abgesagt worden“, betont der Corona-Beauftragte mit Nachdruck. Die SG Unterstedt gehört damit zu den wenigen Vereinen, die sich öffentlich zu Infektionen in den eigenen Reihen äußern und das Thema aus der Tabu-Zone holen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es anderen Vereinen im Kreis ähnlich geht, ist derweil nicht gering.

Das weiß auch Frank Michaelis. Daher hatte der Spielausschussvorsitzende des Fußball-Kreises mit seinem Team in der neuen Saison auch immer mal wieder freie Wochenenden eingeplant. „Es ist damit zu rechnen, dass kurzfristig Spiele nicht stattfinden können. Das ist ja aktuell schon bei einem geplanten Freundschaftsspiel passiert“, erklärt Michaelis, ohne explizit das Spiel der Unterstedter Zweiten gegen den TuS Brockel vor zwei Wochen zu erwähnen. Die Partie ist aufgrund des Verdachtsfalls vorsorglich abgesagt worden. Er fügt aber an: „Wir hoffen, dass wir trotzdem einigermaßen gut durch die Saison kommen!“

Hintergrund: Der Prozess beim Verdacht auf Corona

Zum Vorgehen bei einer möglichen Infektion – Beispiel anhand des Hygienekonzeptes der SG Untestedt. Der Ablauf: 1. Der Spieler informiert seinen Trainer. 2. Der Trainer informiert den Corona-Beauftragten, der sich mit dem Spieler in Kontakt setzt. 3. Der Spieler lässt sich testen. Bis zum Ergebnis wird jeglicher Trainings- und Spielbetrieb der Trainingsgruppe ausgesetzt. 4. Ist das Testergebnis ...

»  ... negativ: Der Spieler muss einen zweiten Test machen und darf nicht trainieren, bis auch das zweite negative Ergebnis vorliegt.

»  ... positiv: Der Spieler wird vom zuständigen Gesundheitsamt zu seinen Kontaktpersonen ersten Grades befragt. Diese werden durch das Gesundheitsamt umgehend kontaktiert. 5. Der Spieler teilt das Testergebnis dem Corona-Beauftragten mit. 6. Der Corona-Beauftragte setzt sich mit dem Gesundheitsamt des Landkreises Rotenburg in Verbindung, um das Einleiten der richtigen Maßnahmen abzustimmen. 7. Die definierten Maßnahmen (Quarantäne des Spielers, Quarantäne der gesamten Mannschaft etc.) werden dem Trainer kommuniziert, der für die Umsetzung dieser zuständig ist. 8. Die Mitglieder/-innen aus der Trainingsgruppe werden über den Corona-Verdacht und das Testergebnis informiert, sodass zu jederzeit alle informiert sind.

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