Spielertrainer holt sich Fitness in der Ersten

Drewes ist lieber mittendrin: „Ich habe so wesentlich mehr Zugriff“

Ein bisschen wie bei Hase und Igel: Wo Unterstedts Tobias Delventhal hin will, ist Christoph Drewes (2.v.r.) bereits. - Foto: Freese
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Ein bisschen wie bei Hase und Igel: Wo Unterstedts Tobias Delventhal hin will, ist Christoph Drewes (2.v.r.) bereits.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Er grätschte und klärte, er stöhnte und meckerte. Und er stand kurz vor der Gelb-Roten Karte. Spielertrainer Christoph Drewes demonstrierte im Stadtderby der Fußball-Kreisliga bei der SG Unterstedt seine ganze Routine in der Innenverteidigung des Rotenburger SV II und war beim 1:1 der beste Mann auf dem Platz. Am nächsten Tag spürte der 31-Jährige dafür seinen ganzen Körper. „Wenn ich montags um sieben Uhr in die Firma reinspaziere, denken die immer, ich bin 50 geworden“, verrät er lachend.

Unterstedts gefährlicher Stürmer Tobias Delventhal, mit zehn Treffern der Top-Goalgetter der Liga, war nicht zu beneiden. Er wühlte und rannte gegen das Rotenburger Abwehrbollwerk an – „er hat eine super Qualität“, findet auch Drewes. Und doch kam Delventhal einfach nicht an ihm vorbei. Es war ein wenig wie bei Hase und Igel: Wo der Angreifer hinwollte, wartete der Rotenburger schon. „Ganz so blöd im Stellungsspiel bin ich ja nicht“, merkt Drewes an. Gefühlt verlor er keinen Zweikampf in 90 Minuten.

Dabei hatte der langjährige Oberligaspieler gar nicht beabsichtigt, so regelmäßig auf dem Platz zu stehen. Doch dann dünnte sich der Kader kurz vor der Saison noch aus und Florian Tinzmann oder Patrick Werna wollte er nur ungern von der Sechserposition zurückziehen. Außerdem meint Drewes: „Ich habe so wesentlich mehr Zugriff als an der Außenlinie. Dort kann ich wie ein HB-Männchen rumhampeln, aber die Jungs hören mich nicht. Außerdem sehe ich als letzter Mann viel.“ Den Talenten Janno Hornig und Hauke Riebesehl tut die Erfahrung an ihrer Seite offensichtlich gut. „Sie sind nicht mehr aus dem Team wegzudenken“, lobt Drewes. Und der B-Lizenz-Inhaber gesteht: „Manchmal ist mein Ton nicht so, wie er sein sollte, aber ich bin von der alten Schule und will damit puschen und motivieren.“

Höhere Ambitionen hat der gebürtige Schweriner als Spieler aber nicht mehr – obwohl er vergangene Woche gleich drei Trainingseinheiten bei der Landesliga-Mannschaft mitgemacht hat und seit drei Spielen Coach und Kumpel Tim Ebersbach an der Seitenlinie unterstützt. „Für mich ist das Training ein guter Ausgleich und für meine Fitness nicht so schlecht“, sagt er. Ein Einsatz in der Ersten ist für ihn nur „der absolute Notfallplan. Timo Kanigowski, Waldemar Wart und Karol Karpus sollten auf jeden Fall vor mir spielen. Wenn sie ausfallen und Tim mich braucht, bin ich aber gerne bereit.“

Zumindest solange der Körper mitmacht. Schon mehrmals hatte der Werkstattleiter Probleme mit der Patellasehne – im Moment ist er aber beschwerdefrei. Gut für seine Mannschaft, die in der Kreisliga auch dank Drewes die zweitbeste Abwehr stellt.

Gut auch für das Team, dass Schiedsrichter Michael Menzel (MTV Jeddingen) ihn im Derby nach einer Grätsche gegen Florian Liszkowski in der 57. Minute verschonte. „Es war grenzwertig, ich hatte schon mit Gelb-Rot gerechnet“, gesteht Drewes. „Aber da hat der Schiedsrichter Fingerspitzengefühl bewiesen.“

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