DFB-Boss Grindel erlebt Fortsetzung der RSV-Krise

Drewes baut die Mauer auf

Ein wenig attraktives Wümme-Derby erlebten die Zuschauern – unter ihnen auch der telefonierende DFB-Präsident Reinhard Grindel (Bild unten links). Beste Akteur war Ottersbergs Christoph Drewes, der sich in den Schuss von Patrick Klee wirft (Bild oben). Für den RSV traf Tim Ebersbach (mittleres Bild unten, am Ball gegen Egzon Prcani), während Atilla Iscan früh scheiterte. - Fotos: Freese

Ottersberg - Von Matthias Freese. Deutschlands oberster Fußball-Funktionär stand ganz neutral fast auf Höhe der Mittelinie – doch was DFB-Präsident Reinhard Grindel im Wümme-Derby von seinem Heimatclub, dem Rotenburger SV, zu sehen bekam, war kein Ende der Krise, sondern die Fortsetzung der sportlichen Talfahrt in der Fußball-Landesliga. Der mit 2:1 (2:1) siegreiche und gastgebende TSV Ottersberg verschärfte die Lage beim Rivalen, der den Anschluss ans Mittelfeld längst verloren hat, und stockte sein eigenes Punktekonto auf respektable 19 Zähler auf.

Auf dem Nebenplatz am Fährwisch erlebten rund 200 Zuschauer – nur behelfsmäßig mit einem rot-weißen Absperrband vom Spielfeld getrennt – ein extrem schwaches Nachbarschaftsduell. Rotenburgs Innenverteidiger Tim Ebersbach gestand nach der sechsten sieglosen Partie in Serie selbstkritisch: „Das war ein Grottenkick von beiden Seiten. Das war Bezirksliga-Niveau und deshalb tut es noch mehr weh, so ein Spiel zu verlieren.“

Ein wenig attraktives Wümme-Derby erlebten die Zuschauern – unter ihnen auch der telefonierende DFB-Präsident Reinhard Grindel (Bild unten links). Beste Akteur war Ottersbergs Christoph Drewes, der sich in den Schuss von Patrick Klee wirft (Bild oben). Für den RSV traf Tim Ebersbach (mittleres Bild unten, am Ball gegen Egzon Prcani), während Atilla Iscan früh scheiterte.

In der Tat war es ein unschönes Gebolze. Spielkultur? Null! Nur selten lief der Ball mal über mehrere Stationen, meist wurde er hoch und weit nach vorne befördert und kam schnell wieder zurück. Und die Ottersberger Abwehr stellte ausgerechnet mit dem Ex-Rotenburger Christoph Drewes den besten Mann auf dem Platz. Der gebürtige Schweriner stand hinten wie eine Mauer und hatte die absolute Lufthoheit. 

„Rotenburg war zu einfallslos und hat doch nur hohe Bälle gespielt. Wenn ich da hinten drinstehe, ist das halt nicht das beste Mittel“, bemerkte Drewes. „Er lebt es den Jungs vor, zeigt ihnen, sich auf die einfachen Dinge zu fokussieren“, lobte auch Trainer Jan Fitschen, ebenfalls vergangene Saison noch in RSV-Diensten, seinen Abwehrchef. Rotenburgs Coach Matthias Rose meinte indes: „Die Ottersberger brauchten ja nicht viel zu tun, weil wir zu unsaubere Bälle gespielt haben.“

Natürlich hätte die Begegnung auch in ganz anderen Bahnen laufen können, wenn der RSV sein anfängliches Übergewicht ausgenutzt hätte. Atilla Iscan und Patrick Klee scheiterten aber aussichtsreich (3./4.). Wie Effektivität funktioniert, demonstrierten die Ottersberger. Egzon Prcani nahm einen Kopfball-Klärungsversuch von Ebersbach aus mehr als 30 Metern und mit dem Rücken zum Tor volley und beförderte den Ball über den weit vor dem Kasten stehenden Keeper Henner Lohmann per Drehschuss ins Netz – 1:0 (7.). „Ein Tor des Jahres“, kommentierte Ebersbach und nannte den Rückstand „frustrierend“. 

Zumal Ottersberg schnell nachlegte, als Prcani über die rechte Seite frei durch kam und am zweiten Pfosten den blank stehenden Lukas Klapp bediente – 2:0 (13.). Ebersbach gelang zwar in der 29. Minute der Anschlusstreffer per Kopf, doch blieb es fortan eine recht chancenarme Partie, in der Ottersbergs Torwart Leon Seeger auf dem Posten war und gegen Iscan (35.) und den für Waldemar Ott zur Pause eingewechselten Patrick Hiob (52.) parierte. 

„Die ganze zweite Halbzeit war nur so ein Geplänkel. Wir haben zwar gekämpft, aber ich habe trotzdem das Herz vermisst“, fand RSV-Außenverteidiger Andreas Kiel. Auch nach der Gelb-Roten Karte gegen Ottersbergs Jan Schröder (81.) blieb eine echte Schlussoffensive der Gäste aus. „Es ist zu sehen, dass in unserer Situation das Selbstvertrauen nicht auf dem Baum wächst, aber die Einstellung war top – darauf müssen wir aufbauen“, suchte Rose trotzdem nach positiven Ansätzen, um sein Team fürs Kellerduell gegen den FC Verden 04 aufzubauen. Wohlwissend, dass eine Trainerdiskussion nach dieser Pleite nicht vom Tisch ist.

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