Werder-Crack gewinnt Sottrumer Schach-Open / Wessels und Helbron weit vorn

Drei, zwei, eins – Meins

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Nur Augen für das Schachbrett: Der Internationale Meister Gerlef Meins (l., im Duell mit Slavko Krneta) ist fokussiert und siegreich.

Sottrum - Von Matthias FreeseEgal, ob Sizilianische Eröffung, Caro-Kann-Strategie oder Königsgambit – Gerlef Meins hatte gestern für (fast) alles die passende Antwort. Deshalb gewann der Internationale Schach-Meister und langjährige Bundesligaspieler des SV Werder Bremen auch nicht unerwartet die 21. Auflage der Jahresschluss-Open des SC Sottrum – vier Jahre nach seinem letzten Erfolg an der Wieste. Der 43-Jährige (DWZ 2406) gab in elf Spielen keine Partie verloren und lag mit zehn Punkten klar vor Vereinskamerad Duong Lai Hop (neun Zähler).

Im Saal des Hotels Röhrs war zwei Tage lang Ruhe angesagt. Die Gefühlsregungen der 80 Strategen an den 40 Brettern waren in der Regel nahezu lautlos. Die Nervosität bei Roland Becker vom SC Sottrum drückte sich beispielsweise in den leise wippenden Füßen aus, während sein Vereinskollege Manfred Klein dazu neigte, im Stehen seine Züge zu vollziehen. „Da hast Du einfach einen anderen Blick“, erklärte der 60-Jährige, der trotzdem in Gruppe zwei (bis DWZ 1899) hinter seinen Erwartungen zurückblieb und 28. wurde.

Die Ruhe wurde während der Spielzeit nur vom Drücken der Uhren unterbrochen – oder aber von der Hektik des Zeitdrucks, wenn die im Sekundentakt gezogenen Figuren schon mal umfielen. Der 25-jährige Lokalmatador Robert Gatzemann gab in der dritten Gruppe aufgrund dieser Situation seine packende Partie in Runde neun gegen den Youngster des Turniers, den zwölfjährigen Oliver Steffens (SK Bremen-West), ab, da er es verpasst hatte, ein Remis zu reklamieren. Prompt war die Uhr abgelaufen. Gatzemann blieb am Ende der neunte Platz, direkt vor seinem Vereinskollegen Hauke Seidel. Auf Siegkurs lag in dieser Klasse (bis 1599 DWZ) lange Zeit der Sottrumer Roland Becker – nach der neunten Runde führte er noch dank der besseren Buchholz- Wertung vor den punktgleichen Talenten Igor Shkolnik (SK Celle-Westercelle) und Steffens, dann gab der 43-Jährige aufgrund einer Punkteteilung im Duell mit dem 30 Jahre jüngeren Long Lai Hop (SV Werder) die Spitzenposition ab und wurde am Ende Fünfter. „Es ist schon ein sehr dichtes Feld hier, gerade die Jugendlichen machen es sehr schwierig“, meinte Roland Becker anerkennend. Den Sieg trug Shkolnik davon, auf Rang vier schob sich überraschend noch der Sottrumer Stefan Helbron mit sechs Siegen vorbei.

In der Spitzengruppe führte kein Weg an Gerlef Meins vorbei. „Da können wir nur staunend gucken, wie die richtig Guten so manchen Zug aus dem Ärmel zaubern“, stellte Hauptorganisator Bodo Becker beeindruckt fest. Doch auch Sottrums Bezirksoberligaspieler zeigten in der zweiten Leistungsklasse ein gutes Turnier und wurden schließlich belohnt – mit einem starkem Finish preschte Stefan Wessels noch auf Platz vier vor und zog damit an Mitspieler Ralf Freuer, der Fünfter wurde, vorbei.

Bodo Becker („Das Turnier ist mein Baby“) war übrigens am ersten Tag ausgestiegen. „Ich hatte geträumt und sieben Minuten lang die Uhr nicht gedrückt. Eigene Blödheit“, nahm er es gelassen, zog die Konsequenzen und konzentrierte sich fortan verstärkt auf die gute Organisation im Zusammenspiel mit Turnierleiter Reinhard Piehl. Wohlgemerkt nahezu lautlos …

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