Hurricanes unterliegen in Herne mit 55:69, Wampler und Zaplatova droht lange Pause

Drei bittere Nackenschläge

Petra Zaplatova (links, im Gespräch mit Evita Iiskola) droht eine längere Pause – die Tschechin verletzte sich in Herne an der Schulter. - Foto: Freese

Scheeßel - Es kommt immer dicker für die Bundesliga-Basketballerinnen der Avides Hurricanes: Die 55:69 (26:37)-Niederlage beim Herner TC war von drei bitteren Nackenschlägen an diesem Abend noch derjenige, der am ehesten zu verkraften war. Schwerer wiegen die Verletzungen von Tabytha Wampler (Verdacht auf Ermüdungsbruch im Mittelfuß) und Petra Zaplatova (Verdacht auf Sehnenanriss in der Schulter). Sollte sich die erste Vermutung bestätigen, droht ihnen eine längere Pause, womöglich sogar das Saison-Aus.

„So etwas brauchen wir in der jetzigen Situation überhaupt nicht“, kommentierte Vorstandsmitglied Utz Bührmann die vertrackte Situation beim Schlusslicht. Denn: Am Dienstag läuft die Wechselfrist ab. „Und so schnell werden wir definitiv keinen Ersatz bekommen. In der Kürze der Zeit können wir darauf nicht mehr reagieren.“ Heißt: Eine weitere Nachverpflichtung ist allein schon aufgrund der Freigabe-Modalitäten, die einige Tage benötigen, ausgeschlossen. Der jetzige Kader muss es allein richten.

Da Andrea Baden aus familiären Gründen ausfiel, reiste Coach Mahir Solo nur mit acht Spielerinnen nach Herne. Frühzeitig zeigte sich dann in der Partie, dass Tabytha Wampler nicht mehr einsetzbar war – die amerikanische Centerin hatte sich im Training am Fuß verletzt, es trotz starker Schmerzen versucht, blieb aber schließlich die komplette zweite Hälfte auf der Bank und fuhr nach der Rückkehr noch ins Krankenhaus. Petra Zaplatova nahm sie gleich mit. Die Tschechin erwischte es Ende des dritten Viertels nach einem Zusammenstoß mit Sonja Greinacher. „Wenn sie länger ausfallen, wird es wirklich hart, aber wir müssen positiv bleiben“, betonte Mahir Solo.

Bei der siebten Niederlage in Folge – und der zweiten unter seiner Führung – war unter diesen Umständen keine große Leistungssteigerung zu erwarten und zu erkennen. Die Hurricanes agierten ähnlich instabil wie der Livestream der Partie – es gab zu viele Aussetzer, zu viele Ausfälle, es lief nicht rund. „Herne war in allem einen Schritt schneller war als wir. Am Anfang hatten wir viele einfache Ballverluste und zu Beginn des dritten Viertels auch wieder eine kurze schwache Phase“, stellte Kapitänin Pia Mankertz fest. Spätestens mit dem Herner 9:0-Run zum 52:30 war eine Wende nicht mehr realistisch (26.). Nicht einen Dreier trafen die Hurricanes zudem in den gesamten 40 Minuten. Auch sonst waren die Zahlen nicht überzeugend – 29:38 lautete die Bilanz bei den Rebounds, 3:11 bei den Steals. Hinzu kamen 18 Ballverluste – „der Hauptgrund für die Niederlage“, meinte Solo. „Und wenn du nur noch sechs Spielerinnen in der Rotation hast, ist es schwer, fokussiert zu bleiben.“ Beste Akteurin war die Amerikanerin Ashley Southern, die 16 Punkte erzielte.

Wenn es im Abstiegskampf noch einen Hoffnungsschimmer gibt, dann ist es die Tatsache, dass der Rückstand zu den Konkurrenten ChemCats Chemnitz und USC Freiburg nicht größer geworden ist – beiden unterlagen ebenfalls. „Die Tabellensituation ist nicht schlechter geworden – wenn nicht die Verletzungen uns Sorgen machen würden“, bemerkte Bührmann. - maf

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