Muche krempelt sein Team gegen Habenhausen um und fühlt sich bestätigt

Doppelte Präsenz am Kreis

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Rechtzeitig packt Habenhausens Keeper Rene Steffens zu – Rotenburgs Kreisläufer Kilian Behrens (r.) kommt nicht mehr an den Ball.

Bremen - Von Matthias Freese. Die Helden hängen an der Wand! „Deutscher Amateur-Pokalsieger 2019“ steht in der Hinni-Schwenker Halle auf dem riesengroßen Banner, das die Oberliga-Handballer des ATSV Habenhausen zeigt und die Kontrahenten wohl auch ein wenig beeindrucken soll. Der TuS Rotenburg schenkte dem Wandschmuck keine große Beachtung und zeigte eine engagierte Leistung beim Titelanwärter. Beim 23:30 (10:16) hatte Coach Nils Muche viel riskiert – und wurde nicht enttäuscht.

Mit der Aufstellung überraschte der 50-jährige Trainer jedenfalls die eigenen Fans wie die Hansestädter. Er bot mit Christian Hausdorf und Kilian Behrens zwei Kreisläufer auf, verzichete dafür auf einen Spielmacher (zumal Max Nowosadtko ohnehin auf der Jagd weilte) und hielt an diesem Konzept quasi 60 Minuten lang fest. „Ich musste taktisch was ändern. Und ich habe es früher gehasst, wenn ich gegen zwei Kreisläufer spielen musste“, erklärte der Coach. Hausdorf befand: „Es war zwar ungewohnt, es hat aber funktioniert. Gerade zu Anfang waren dadurch Räume da, weil Habenhausen nicht wusste, wie sie damit umgehen sollen.“ Hausdorf blieb meist für die ersten ein, zwei Spielzüge in der Rückraummitte und zog dann an den Kreis. Zusammen mit Kilian Behrens gelangen so fünf Treffer von der Position. „Die Jungs haben 60 Minuten geackert – alles gut. Das erwarte ich jetzt immer“, stellte Muche fest.

Der Coach hatte es nicht bei dieser Maßnahme gelassen, sondern fast durchgehend an seiner Startformation festgehalten – neben Torwart Yannick Kelm gehörten noch die Außen Lukas Misere und Luka Bruns sowie die Halben Chris Ole Brandt und Michel Misere dazu. Sie blieben auch in der Abwehr auf dem Feld. Muche begründete das nicht mit dem Gegner, sondern erklärte: „Es spielen jetzt nur noch die, die auch beim Training sind. Bei der Leistungsdichte in der Oberliga kann man nur mithalten, wenn man zwei-, dreimal trainiert.“ Zu spüren bekamen es Sören Heyber und Jens Behrens, die lange auf ihren Einsatz warten mussten, sich dann aber nicht nachhaltig empfehlen konnten.

Bis zum 9:11 durch Michel Misere blieb Rotenburg dran (23.), dann setzte sich Habenhausen bis zur Pause auf 16:10 ab. Noch einmal verkürzte Brandt auf 20:23 (48.), anschließend setzte sich die individuelle Qualität der Bremer aber endgültig durch. „Die Jungs haben gesehen, das sie auch gegen einen übermächtigen Gegner mithalten können, wenn sie sich 60 Minuten lang an die Taktik halten. Und wir haben gegen ein Spitzenteam zu hoch mit sieben verloren“, lautete die Erkenntnis des Trainers.

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