Der doppelte Posilek

Adam Posilek (46) und sein Sohn Robert Posilek (20) dürften schon bald erstmals gemeinsam in einem Pflichtspiel auf dem Platz stehen – für den Kreisligisten VfL Visselhövede.

Es dürfte das Comeback des Jahres werden: Nach einer langen Fußball-Auszeit will es Adam Posilek (46) noch einmal wissen. Der einstige Regionalliga-Stürmer wechselt zum VfL Visselhövede und könnte schon Samstag in der Fußball-Kreisliga gegen den TuS Westerholz zusammen mit seinem Sohn Robert Posilek (20) auflaufen. Die Spielerlaubnis liegt seit Mitte der Woche vor.

Visselhövede – Eigentlich ist der Name eng mit Rotenburg verbunden. Adam Posilek wohnt in der Kreisstadt, seit er 1999 als Fußballer vom damaligen Regionalligisten Kickers Emden zum Oberligisten Rotenburger SV kam. Noch im selben Jahr wurde sein Sohn Robert hier geboren und wuchs in diesem Verein auf. Im Winter verließ er ihn – nach einem zwischenzeitlichen Abstecher zum JFV A/O/Heeslingen – zum zweiten Mal und schloss sich dem Kreisligisten VfL Visselhövede an. Nun folgt ihm der Vater. Sein Grund: „Ich hatte immer den Traum, irgendwann mal ein paar Minuten mit meinem Sohn auf dem Platz zu stehen.“

Jetzt oder nie. Es könnte die letzte Chance sein, mit 46 Jahren. Und der Zeitpunkt ist günstig. Der Kader der Heidestädter ist aktuell recht klein. Zuletzt hatte sich Coach Thomas Heidler schon selbst das Trikot für den Notfall übergezogen. „Adam nimmt keinem einen Kaderplatz weg“, betont der Trainer. „Außerdem weiß er, wo das Tor steht. Von seiner Erfahrung können alle profitieren.“ Dem Comeback im Herrenbereich nach sieben Jahren und dem ersten gemeinsamen Auftritt mit seinem ihm so ähnlich sehenden Junior steht also nichts mehr im Wege.

Dabei war die Anfrage von der Mannschaft ausgegangen, nachdem der Routinier dort mal am Training teilgenommen hatte. „Erst war es scherzhaft, dann wurde es immer ernsthafter“, erzählt Heidler. Adam Posilek selbst hält den Ball aber flach und meint lachend: „Zehn Minuten kann ich mir vorstellen, länger schaffe ich es sowieso nicht. Ich werde dort keine Karriere mehr machen.“ Und er betont: „Ich bin nur der letzte Ersatzspieler, wenn nur elf, zwölf Leute da sind. In erster Linie sind die jungen Spieler wichtig, die brauchen die Spielerfahrung, die haben noch die Karriere vor sich.“

Der Pole selbst hatte seine Laufbahn, die ihn bei seinem Heimatverein Ruch Chorzow sogar bis in die erste Liga geführt hatte, mit einem Aushilfseinsatz im Mai 2012 für die RSV-Reserve beendet. Danach kamen noch wenige Einsätze im Altherren- und S 40-Bereich. Vergangene Saison erzielte er anfangs drei Tore für die erfolgreichen RSV-„Oldies“, stieg aber aufgrund muskulärer Probleme aus. „Vielleicht sind die Jungs jetzt ein bisschen enttäuscht, aber das müssen sie verstehen. Ich habe 20 Jahre für den RSV gespielt und 17 Jahre in der Jugendabteilung mitgearbeitet“, wirbt Posilek um Verständnis für seinen Vereinswechsel.

Doch kann er überhaupt noch in der Kreisliga mithalten? „Schwer zu sagen. Dafür muss ich es erst mal machen. Vielleicht fehlt die Schnelligkeit“, meint der Senior. Ob er dann vorne (neben seinem Sohn) oder aber hinten eingesetzt wird, ist ihm „ganz egal – solange ich nicht als Sechser oder Zehner aufgeboten werde, wo ich ständig laufen muss“. Sollte es dann bei der Zuschauerrolle bleiben, ist er auch nicht beleidigt. Aber ein wenig Blut hat Adam Posilek durchaus geleckt: „Thomas Heidler hat mir versprochen, dass ich irgendwann ein paar Minuten spiele, wenn ich regelmäßig zum Training komme und gut trainiere.“ Gute Aussichten also. Nur vor einem hat er „Angst“, wie er selbst augenzwinkernd sagt: „Davor, dass sie nicht mehr Kai Jager künftig Opa nennen, sondern mich.“

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