Künftig für Hannover am Start / „Überfordert mit so einem großen Sportler“

Dimitri Peters – sein letzter Titel für den TuS Rotenburg

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Bei den Deutschen Meisterschaften in Ettlingen – hier eine Szene aus dem ersten Kampf gegen den am Boden liegenden Lars Entgens – holte Dimitri Peters seine letzte Medaille für den TuS Rotenburg. ·

Rotenburg - Von Matthias FreeseDimitri Peters folgt dem Verstand, nicht dem Herzen – der Judoka mit Weltklasse-Format hat verkündet, demnächst nicht mehr für den TuS Rotenburg bei nationalen und internationalen Meisterschaften anzutreten. „Ja, so ist es“, bestätigt der 29-Jährige auf Nachfrage. Der jüngste Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Ettlingen wird also der letzte für seinen Heimatverein gewesen sein. In Zukunft startet Peters für das Judo-Team Hannover.

„Ich habe lange überlegt, mich aber schweren Herzens entschieden, dass ich es machen muss“, sagt Dimitri Peters. Vier Jahre hat er sich noch im Leistungssport gegeben, inklusive der Olympischen Spiele 2016 in Brasilien, für die sich der Bronzemedaillengewinner von London und WM-Dritte von 2013 qualifizieren will.

Sein bevorstehender Wechsel hat ganz pragmatische Gründe: „Ich muss Sponsoren rankriegen, die Chancen sind da“, erklärt Peters, der seit über zehn Jahren in Hannover wohnt und dort auch am Bundesstützpunkt, dessen Träger das Judo-Team Hannover ist, trainiert. Da er jedoch in der Landeshauptstadt als Rotenburger gilt, „wollen sie in Hannover auch nichts über mich schreiben“ – dementsprechend schwierig ist es, an Unterstützer und Geldgeber zu gelangen. Der Vereinswechsel ist deshalb die logische Konsequenz. „Das tut mir leid für Rotenburg, aber ich muss an mich denken, ich habe ja auch eine Familie.“

Volker Mitschke, Abteilungsleiter des TuS Rotenburg und mitverantwortlich dafür, dass Peters den Kreisstädtern überhaupt so lange die Treue gehalten hat, bringt Verständnis auf. „Wir haben alle ein lachendes und ein weinendes Auge. Aber hier geht es auch um berufliche Perspektiven für Dimitri, die einwandfrei in Hannover liegen.“

In der Wümmestadt hat Peters keine festen Sponsoren. „Ich habe zwei, drei Firmen angesprochen – aber für Judo interessiert sich anscheinend keiner“, stellt der Vereinsvorsitzende Rolf Ludwig fest. „Deshalb kann ich seinen Schritt auch nachvollziehen.“ Auch der TuS Rotenburg habe nicht das Geld, um das wohl größte Aushängeschild, das der Verein je gehabt hat, zu unterstützen: „Es gibt ein tolles Angebot, da können wir einfach nicht gegen an-stinken.“

Volker Mitschke erzählt sogar, dass Peters trotz seiner Verdienste immer noch seinen jährlichen Vereinsbeitrag gezahlt habe. Und er findet: „Rotenburg war insgesamt überfordert mit so einem großen Sportler. Wir haben ihn alle nur als Aushängeschild genutzt. Er hat Rotenburg richtig bekannt gemacht, das hätten die als Werbung gar nicht finanzieren können. Aber das wurde gar nicht erkannt.“

Im Verein soll Peters trotzdem bleiben – möglicherweise als Ehrenmitglied, überlegt Rolf Ludwig. „Und wir können ja auch immer noch sagen, dass er unser Junge ist, wenn er Medaillen holt“, betont der Vereinsboss.

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