„Vissels“ Ausgangslage vor der Abstiegsrunde

Thomas Heidler: „Diese Punkte sind für uns Gold wert“

Thomas Heidler steht am Seitenrand und verschränkt die Arme vor der Brust.
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Thomas Heidler wird auch in den kommenden Monaten einen genauen Blick auf die Entwicklung seiner jungen Fußballer des VfL Visselhövede haben.

Thomas Heidler mit Schnurrbart? An Weihnachten war es soweit. Visselhövedes Trainer nennt im Interview den Grund und spricht über die sportliche Situation.

Visselhövede – Ein Blick auf den neuesten Beitrag auf dem Instagram-Profil des Fußball-Bezirksligisten VfL Visselhövede lohnt sich wahrlich. Auf acht Bildern sind Personen zu sehen, die laut Post die Mannschaft „im letzten Jahr besonders dolle unterstützt haben oder sich in bemerkenswerterer Art für unser Wohl eingesetzt haben“. Dafür überreichte Kapitän Patrick Peter ihnen ein kleines Präsent. Unter ihnen war auch Trainer Thomas Heidler, der wiederum als Überraschung sich einen Schnurrbart wachsen ließ. Den Hintergrund erklärt der 38-Jährige im Interview und spricht auch über die aktuelle Ausgangslage seines Teams kurz vor dem Ende der Qualifikationsrunde.

Herr Heidler, für Sie läuft es – Stand jetzt – auf die Abstiegsrunde hinaus. Wie fällt ihr bisheriges Fazit der Saison aus?

Wir haben jetzt 16 Spiele gemacht. Wenn man jetzt zurückblickt und auch auf die Tabelle schaut, muss man sagen, wir haben jetzt 17 Punkte. Wären es sechs mehr gewesen, würden wir auf Platz fünf stehen, der eben zur Aufstiegsrunde reichen würde. Da kann man schon auch sagen, dass man die sechs Punkte auf jeden Fall hätte holen können. Das ist schon ein zwiegespaltenes Gefühl. Nichtsdestotrotz müssen wir auch festhalten, dass wir gegen die Mannschaften, die jetzt auch mit in die Abstiegsrunde gehen, zum Schluss noch gepunktet haben. Diese Punkte sind dann nachher für uns natürlich Gold wert. Und wir haben noch einen in Pennigbüttel vor der Brust.

Woran lag es Ihrer Meinung nach, dass Sie diese sechs Punkte nicht geholt haben?

Größtenteils muss ich sagen, was wirklich auffällig in der Runde war, war unsere Chancenverwertung. Das war unser großes Problem. Und natürlich haben wir auch, was uns die letzten Jahre stark gemacht hat, zu viele Gegentore bekommen. Machen wir irgendwann mal das 1:0, dann geht man anders ins weitere Spiel. Aber das haben wir oftmals versäumt. Wir hatten eigentlich, außer gegen Osterholz, immer die Chance, auch wirklich in Führung zu gehen. Das ist uns nicht gelungen. Von daher war das ein großer Mangel.

Also stehen Sie zurecht auf dem Abstíegsrundenplatz?

Ja, muss man schon so sagen. Es ist natürlich auch so, dass wir voll damit planen und da auch drin sind. Es wird auch so kommen. Von daher, ja.

Dennoch haben Sie gegen die direkten Konkurrenten oft gepunktet. Was nehmen Sie für die Abstiegsrunde aus diesen Spielen mit?

Dass die Jungs beziehungsweise wir wissen, was wir können. Das haben wir auch oftmals gezeigt. Was ich aber auf jeden Fall mitnehme, ist, dass wir als Team gegen diese Truppen aufgetreten sind und Spiele durchbringen können und Punkte sammeln können. Das hat uns schon auch gerettet. Wir haben an uns geglaubt. Klar, wir haben nicht viele Spiele gewonnen in der Serie, wir haben aber die meisten Unentschieden – fünf Stück. Das kann man auch positiv sehen.

Laut Ausschreibung steigen sechs der elf Teams aus der Abstiegsrunde in die Kreisliga ab. Derzeit würden Sie keinen der Plätze belegen. Besteht die Angst dennoch, abzusteigen?

Ja, ganz klar. Natürlich ist die Gefahr da. Da dürfen wir uns nicht auf irgendetwas ausruhen. Das will ich auch vermeiden. Das oberste Ziel ist, diese Mannschaft weiter im Bezirk zu halten und das steht an oberster Stelle. Wie das dann zustande kommt, müssen wir schauen, aber ausruhen auf irgendeinem Vorsprung, das sollten wir auf keinen Fall. So sollte man nicht in eine Runde gehen. Da bin ich kein Freund von, das wissen die Jungs auch. Dafür verbringt man auch zu viel Zeit mit Training, mit Vorbereitung und all dem. Dafür investiert man zu viel.

Mal angenommen, der Fall tritt ein, dass Sie zu Beginn zwei Spiele verlieren. Könnten gerade die jungen Neuzugänge mit dem entstehenden Druck umgehen?

Das glaub ich schon. Wir haben natürlich den einen oder anderen Jungen dazubekommen, aber wir haben noch immer in unserem Team die erfahrenen Spieler wie Patrick und Mirko Peter, Oliver Dittmer, Thies Lünzmann. Einfach die Älteren, die schon etwas länger dabei sind im Herrenbereich. Die können die Jungen mitziehen. Es ist zum Glück so, dass es ziemlich ausgeglichen ist. Da mache ich mir also wenig Gedanken.

Also kann so ein knappes 1:0 auch mal über die Zeit gebracht werden?

Das denk ich schon. Das hat uns ja eigentlich in der letzten Serie ausgemacht, dass wir diese Spiele gewonnen haben. Dass wir da auch wieder hinkommen, bin ich mir ebenso sicher.

Wie haben sich gerade die jungen Neuzugänge bislang entwickelt?

Zum Beispiel Jan Garbers und Lennard Haffke – die haben leider durch Verletzungen nicht so wirklich reingefunden und konnten nicht regelmäßig trainieren und dadurch nicht regelmäßig Spielzeiten bekommen. Das ist natürlich schade. Aber wenn wir mal sehen, ein Dusan (Cosic, Anm. d. Redaktion), der gerade 18 ist, dann natürlich Timm Greve und Daniel Reuter, gerade die letzten Zwei haben fast jedes Spiel gemacht. Die haben sich sehr gut in die Mannschaft integriert. Daniel tut uns gerade in der Offensive natürlich gut. Ich freue mich auch, dass wir mit so jungen Spielern arbeiten können.

Was erwarten Sie sich gerade von Jan Garbers und Lennard Haffke, wenn sie verletzungsfrei bleiben?

Ich erwarte eigentlich von allen jungen Spielern, dass sie dran bleiben, dass sie Gas geben im Training, sich zeigen und immer wieder spielen wollen. Ansonsten sollte man von diesen jungen Spielern noch nicht zu viel erwarten, aber man kann sie auch fordern. Dafür sind sie ja auch in einer Bezirksligamannschaft, dafür haben sie auch einen Verein wie den VfL gesucht oder sind dahin gewechselt.

Sie haben Daniel Reuter erwähnt. Gerade in den Spielen zum Schluss hat er mit sechs Toren auf sich aufmerksam gemacht. Was war der entscheidende Faktor, dass der Knoten bei ihm geplatzt ist?

Daniel fühlt sich wohl im Team, ist gut angekommen. Es war natürlich auch für ihn nicht ganz so einfach, weil er lange nicht trainiert hat. Er musste gleich im ersten Spiel gegen Osterholz auf einer ungewohnten Position spielen. Wir haben ihn dann immer weiter nach vorne geschoben und dann hat er mit seiner Geschwindigkeit, wo er dann auch fitter geworden ist, gezeigt, was er einfach auch kann und dass er dem Team weiterhilft. Es war also das Entscheidende, dass wir ihn dort eingesetzt haben, wo er uns am meisten helfen kann. Dass er schwer zu stoppen ist mit der Geschwindigkeit und Ballsicherheit, das hat er gezeigt.

Wenn er weiterhin diesen Aufwind spürt, könnte in ihm der Gedanke reifen, es noch einmal in der Landesliga zu versuchen. Gibt es die Sorge, dass Spieler wie er den Verein noch verlassen?

Für den Winter mache ich mir keine Sorgen, dass irgendjemand den Gedanken hat. Bis zum Sommer ist noch viel Zeit. Aber es kann natürlich immer sein, dass ein junger Spieler den Schritt wagen möchte. Es ist auch ein gutes Zeichen, wenn Vereine auf den VfL Visselhövede schauen. Hier wird darauf geachtet, dass die Jungen sich zeigen können und sich für andere Aufgaben empfehlen können. Wobei er bei uns nicht am schlechtesten bedient ist.

Sind ansonsten Abgänge geplant?

Aktuell ist mir da nichts bekannt. Wir gehen mit der Truppe in die Nachholspiele und dann in die neue Runde.

Sind auf der anderen Seite Zugänge geplant?

Zugänge sind derzeit noch nicht geplant. Wir haben aber seit zwei, drei Monaten einen Spieler aus Scheeßel, der bei uns mittrainiert. Da weiß ich noch nicht, wie der Stand mit der Spielberechtigung ist. Der könnte wohl ab Februar bei uns spielen. Genaueres müssen wir aber noch besprechen.

Wie sieht es mit der eigenen vertraglichen Situation aus?

Da, denke ich mal, werden wir im Januar, Februar drüber sprechen. Das haben wir bislang noch nicht getan. Das haben wir eigentlich immer so Anfang des Jahres gemacht und dann für die neue Saison verlängert.

Gibt es für Sie einen Spieler, der Ihnen besonders gut gefallen hat?

Ja, den habe ich. Das hat er auch durch seine Leistungen gezeigt – Thies Lünzmann. Wenn er richtig fit ist und sich gut fühlt, was er dann für Spiele zeigt, das ist schon richtig gut. Gegen ihn zu spielen, ist nicht das Schönste. Seine Schnelligkeit, sein Ehrgeiz, seine Zweikampfstärke, der Teamgedanke – all das zeichnet ihn aus.

Und abschließend: Der Schnurrbart kommt erst ab, wenn Sie sicher nicht abgestiegen sind?

Der Schnurrbart ist schon ab (lacht). Das war so ein kleiner Spaß für die Jungs. Die Familie hat sich gefreut am ersten Weihnachtstag und auch die Jungs, als ich ihn in den Chat gestellt habe. Das musste mal sein (lacht).

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