LIEBLINGSSTRECKE Unterwegs auf dem Trimm-Dich-Pfad in Rotenburg

Die verflixte 13

Von wegen abhängen: Die Reckstange hat es in sich! Sportredakteurin Mareike Ludwig hat den Trimm-Dich-Pfad in Rotenburg genau unter die Lupe genommen.
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Von wegen abhängen: Die Reckstange hat es in sich! Sportredakteurin Mareike Ludwig hat den Trimm-Dich-Pfad in Rotenburg genau unter die Lupe genommen.

Rotenburg – Im Wald an der Harburger Straße am Rande von Rotenburg herrscht Stille. Die Vögel sitzen ungestört in den Bäumen, die Blätter rascheln im Wind. Auch die sonst so scheuen Eichhörnchen lassen sich hin und wieder einmal blicken. Von Hektik und Lärm der unweit entfernten Bundesstraße ist in den „Weißen Bergen“ keine Spur – die besten Voraussetzungen, um seelenruhig die rund zwei Kilometer lange Strecke des Trimm-Dich-Pfads zu starten. Diese „Lieblingsstrecke“ haben wir kürzlich genauer unter die Lupe genommen.

Die Anzeigetafeln sind anschaulich dargestellt. Kurze Erklärungen machen es den Sportlern leicht, die Aufgabe umzusetzen. Gleichzeitig ist der beanspruchte Körperbereich auf dem Schild rot markiert. Die ersten drei Stopps liegen jeweils rund 130 Meter auseinander und dienen dazu, den Körper erst einmal richtig in Schwung zu bekommen. Das Aufwärmen steht an. Zwischen den Stationen wird der Puls beim Joggen angeregt, die Körpertemperatur steigt durch die erhöhte Geschwindigkeit langsam an. An Übung vier angekommen, geht es mit dem Dehnen weiter. Mittlerweile ist von der Bundesstraße gar nichts mehr zu hören. Es geht weiter mitten in den Wald hinein. Die Farbe grün dominiert an den Bäumen und Büschen.

Ab Station sieben wird"s anspruchsvoll

Das erste Mal wird der Körper so richtig an Station sieben gefordert – Kniebeugen sind an der Reihe. Die Oberschenkel freuen sich über Aufmerksamkeit. Immer wieder geht es hüftbreit in die Hocke. Direkt danach folgt die Bauchstation. Mittlerweile auf Betriebstemperatur geht es in den Unterarmstütz. Dabei sollen die gestreckten Beine nach Möglichkeit in die Waagerechte gehoben werden. „Anspruchsvoll“, lautet das Fazit. Ohne lange Verschnaufpause wartet an Station neun ein weiteres Bauch- und Rückentraining.

Dass es auf dem Trimm-Dich-Pfad abwechslungsreich ist, zeigt die Übung zehn, denn dabei steht das Training mit dem eigenen Körper im Vordergrund – ganz ohne Gerät wird die Muskulatur gestärkt. Dank der guten Beschilderung ist es kein Problem, die folgenden Stopps zu finden. In Rückenlage wartet ein herrlicher Blick direkt in die Baumkronen. Durch die einzelnen Äste blinzelt die Sonne hindurch, aus der Ferne ist ein Zug zu hören. Immer wieder werden die Beine hoch und runter bewegt, der Bauch ist auf Spannung. Die ersten Schweißperlen zeichnen sich an den Schläfen ab.

Der weiche Waldboden macht das Laufen zwischen den Übungen sehr angenehm. Hin und wieder verstecken sich ein paar Baumwurzeln auf der Strecke. Nach einer Linkskurve ist das Schild mit der Nummer 13 zu sehen. Die Zahl gilt in vielen Kulturen als Unglückszahl. Dieser weitverbreitete Aberglaube geht manchmal so weit, dass in Gebäuden der 13. Stock übersprungen wird oder aber in Krankenhäusern und Hotels auf ein Zimmer mit der Nummer 13 verzichtet wird. Einige Sportler dürften sich auf dem Trimm-Dich-Pfad ebenfalls wünschen, dass die 13. Station nicht vorhanden wäre – Klimmzüge und Dips stehen an den Reckstangen auf dem Programm. Trotz aller Bemühungen herrscht Ernüchterung. Den eigenen Körper die Stange hochzuziehen, sieht vielleicht leicht aus, ist aber trotz einer guten körperlichen Verfassung nicht so einfach zu meistern. Kein richtig ausgeführter Klimmzug steht schließlich zu Buche. Selbst durchtrainierte Sportler stoßen hierbei an ihre Grenzen.

Entspannung vor der Hügelkette

Trotz des Rückschlags geht es weiter. Nun heißt das Motto „Jetzt erst recht“. Nach einem kurzen Anstieg wartet als „Aufmunterung“ eine Entspannungsübung. Während der Arm- und Beinkreise beruhigt sich die Atmung langsam wieder, der Puls fährt herunter. Die Ruhe ist jedoch nur von kurzer Dauer. Anschließend wartet eine knapp 200 Meter lange Hügelkette. Immer wieder wechseln sich An- und Abstiege ab. Im Gesicht wird die Anstrengung sichtbar. Wechsel sowie Froschsprünge über gespannte Seile warten als nächste Aufgaben an den folgenden beiden Stopps.

Mittlerweile sind die Schweißperlen nicht mehr nur an den Schläfen zu sehen, auch am Rest des Körpers macht sich die Anstrengung breit. Daher ist es bei der nächsten Übung extrem schwierig, mit den verschwitzten Händen die Hangelschlaufen zu fassen. Ein festes Greifen ist nicht richtig möglich, immer wieder rutschen die Hände aus den Schlaufen heraus. Der zweite kleine Rückschlag auf der Runde.

Etwas unglücklich ist es zudem, dass anschließend direkt die nächste Hangelübung auf den Sportler wartet. Dieses Mal ist das Hindernis aber einfacher zu überwinden, da die Holzstangen problemlos festgehalten werden können. Auch dabei wird dem Körper noch mal alles abverlangt. Es ist ein richtig schönes Gefühl, die Hangelstangen ohne Absetzen hoch und wieder runter geschwungen zu sein.

Nach rund 45 Minuten stehen „nur“ noch zwei Übungen an. Während die 19. Station einen Sprint zum letzten Stopp vorsieht, warten zum Abschluss der zwei Kilometerrunde noch zwei Aufgaben. Drei Hindernisse gilt es, mit Bocksprüngen zu überwinden. Außerdem wird die Schnelligkeit mit Wechselsprints zwischen den Pfeilern trainiert. Zwei sehr effektive Übungen, jedoch etwas ungünstig, mit einem so hohen Puls den Kurs letztlich zu beenden. Ein lockeres Auslaufen ist daher jedem Sportler zu empfehlen, um nicht zu abrupt wieder im hektischen Alltag anzukommen.

Das Fazit: Wer Sport an der frischen Luft mag, die Stille im Wald genießt und den Körper von Kopf bis Fuß fordern möchte, ist auf dem Trimm-Dich-Pfad in den „Weißen Bergen“ am Rande von Rotenburg genau richtig aufgehoben.

Von Mareike Ludwig

Voller Körpereinsatz: An dieser Übung sind die Bauchmuskeln ordentlich gefordert.
Sehr übersichtlich: Auf den Tafeln sind die Übungen genau erklärt.
Quer durch die Berge: Der Kurs ist zwei Kilometer und hat 20 Stationen.
Kleines Hindernis: Im Wald kann auch schon mal ein umgestürzter Baum liegen.

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