Winterrasen in Rotenburg

Zu Gast beim Rasenpapst: Die Mehnerts buddeln die Ahe um

Ausgerüstet mit einem Zollstock misst Clemens Mehnert die Breite der verschiedenen Sandschichten.
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Ausgerüstet mit einem Zollstock misst Clemens Mehnert die Breite der verschiedenen Sandschichten.

Rotenburg – In der Welt des Fußballs ist er inzwischen über die Landesgrenzen hinaus als „Rasenpapst“ bekannt. Ein Name, der weder als kurioser Werbegag noch als Eigenlob zu verstehen ist. Es ist vielmehr ein Titel, den Clemens Mehnert einst von der Stadt München offiziell verliehen bekommen hat. Schließlich war er maßgeblich daran beteiligt, nach der Fußball-WM 1974 das Grün des Olympiastadions zu retten. „Auf ihn hört sogar Uli Hoeneß“, titelte sogar kürzlich die Augsburger Allgemeine. Nun ist der Experte höchstpersönlich damit beauftragt, das Projekt Winterrasen auf der Ahe-Sportanlage in die Tat umzusetzen. Gemeinsam mit seinem Sohn Claus Mehnert und dem städtischen Bauhof koordiniert der 75-Jährige das Vorhaben ab sofort. Die Freude und der Spaß an dem Auftrag sind kaum zu übersehen.

„Wenn ich das hier sehe, da freut sich das Herz eines Südbayern“, sagt Clemens Mehnert und zeigt auf den sandigen Boden, der „ganz anders als in Bayern ist. Im Süden haben wir hauptsächlich kiesigen Untergrund. Das hier im Norden ist für uns etwas Besonderes“, ist Clemens Mehnert erfreut, in der Ahe zu arbeiten – auch wenn es in seinen Augen kein leichter Standort sei. „Wir müssen es irgendwie vermeiden, dass hier nachher das Wasser steht. Die Durchlässigkeit ist gar nicht schlecht, der Sand ist schön“, zeigt sich der Diplom-Agrarökonom mit Doktortitel optimistisch. Und er muss es als Experte ja wissen. Nicht erst seit seinem Stipendium an der TU München kann er verschiedenste Gräser im unblühenden Zustand erkennen – „das hat mein Großvater mir schon als Bursche beigebracht“, erzählt er.

Führt genauestens Protokoll: Rasenexperte Claus Mehnert, der vor einigen Jahren die Firma seines Vaters übernommen hat, prüft die verschiedenen Schichten in der Tiefe des Grandplatzes.

Inzwischen hat der „Rasenpapst“ sein Wissen an den Sohn weitergegeben, der vor vier Jahren auch sein Unternehmen übernommen hat. Claus Mehnert legt großen Wert darauf, dass das Projekt bald endlich starten kann. „Es ist ärgerlich, dass es so lange gedauert hat. Aber es waren viele Kleinigkeiten, die sich letztlich einfach summiert haben“, erzählt er und nennt als Beispiel den Rasen-Kantstein auf der Seite des Ballfangnetzes, der neu miteinberechnet werden musste.

Nun sei das Vorhaben aber auf einem guten Weg. Ende Oktober soll auf den Grandplatz der neue Boden, der speziell für die Ahe erstellt wird, ausgetragen werden – „bestehend aus einer zehn Zentimeter Sand-Drain-Schicht und einer sogenannten Rasen-Tragschicht, die gut zwölf Zentimeter hoch ist“, erklärt Claus Mehnert. Der Experte betont noch einmal, dass der Winterrasen für die örtlichen Begebenheiten die beste Wahl war. „Durch die letzte Untersuchung perfektionieren wir jetzt unseren Plan, sodass wir sogar in Richtung einer Kostenreduzierung arbeiten können“, erklärt er. Durch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Bauhof sei das durchaus denkbar – und natürlich auch durch das Fachwissen und die Erfahrung von seinem Vater, dem „Rasenpapst“ der Fußball-Welt.

Von Lea Oetjen

Die Kompatibilität von zwölf Sandarten wird nun getestet.

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