Sportlerwahl des Jahrzehnts - Startnummer 8

Lotta Stach – bereits mit 18 eine feste Größe

Lotta Stach (r.) sitzt auf dem Hallenboden und hält den Ball in der Hand.
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Immer mit vollem Einsatz dabei: Lotta Stach (r.) gibt so schnell keinen Ball verloren – ob in der Luft oder wie hier am Boden im Punktspiel gegen Eintracht Braunschweig.

Lotta Stach ist die Jüngste aus der sportlichen Familie. Der Bruder ist Zweitliga-Kicker, der Vater Tennis-Kommentator und sie selbst wie ihre Schwester eine talentierte Basketballerin, die 2018 die Wahl zur Sportlerin des Jahres gewann.

Scheeßel – Es war Anfang Januar 2014, als die damals elfjährige Lotta Stach beim Pokalspiel der Avides Hurricanes gegen die BG Donau-Ries als Einlaufkind stolz strahlend an der Hand ihrer großen Schwester Emma die Sporthalle in Scheeßel durchquerte. Sieben Jahren später ist der Auftritt an genau diesem Ort längst zur Gewohnheit geworden. Die inzwischen 18-Jährige ist selbst zur festen Größe im Team des Basketball-Zweitligisten geworden. Mehr noch: Auch in den Jugend-Nationalteams geht sie als Stammkraft ihren Weg und hat beste Chancen, sich als jüngerer Jahrgang in den Kader zur U 20-EM im Juli in Mazedonien zu spielen.

2014 begleitete Lotta Stach (l.) ihre ältere Schwester Emma noch als Einlaufkind aufs Spielfeld.

Langeweile hat Lotta Stach nicht. Das bevorstehende Abitur, die Spiele mit den Hurricanes oder – wie erst im Februar – ein Lehrgang mit der U 20-Nationalmannschaft schreien nach einem guten Zeitmanagement. „Natürlich habe ich momentan jede Menge Stress. Da derzeit viele Klausuren und Lerngruppen anstehen, muss ich ab und an mit dem Basketball etwas kürzertreten“, erzählt die Buchholzerin. „Allerdings habe ich zusätzlich ein Fitness- und Laufprogramm, das ich, abgestimmt mit den Bundestrainern, zu Hause komplett durchziehe. Gut ist, dass eventuell anstehende Lehrgänge mit der U 20 erst nach meinem Abitur wieder stattfinden werden.“

In Mathe läuft es „überraschend gut“

So liegt der Fokus aktuell also klar auf der Schule. „Sport, gerade auch die Theorie, interessiert mich natürlich sehr. Ich konnte auch bereits an einem Seminar für Mentalcoaching bei einem bekannten Coach teilnehmen. Das war sehr praxisnah“, berichtet Lotta Stach und verrät: „Mathe läuft überraschend gut. Und vor allem Sprachen interessieren mich sehr. Pauken muss ich aber für jedes Fach ordentlich und eben sehr zeitintensiv.“

Was danach kommt, lässt sie noch ein wenig offen, auch wenn es durchaus ihr Ziel ist, wie einst ihre fünfeinhalb Jahre ältere Schwester in die USA ans College zu gehen. „Eins nach dem anderen“, tritt sie jedoch selbst auf die Bremse. „Erst einmal Abi. Dann werde ich mein großes Nahziel, die U 20-EM in Skopje, angehen. Ich könnte mir durchaus vorstellen, weiterhin in Deutschland zu spielen. Aber ab 2022 ist sicherlich auch College-Basketball mit einem parallel laufenden Studium eine realistische Option.“

Lotta Stach bei der Ehrung zur Sportlerin des Jahres 2018.

Ohnehin gelingt es Lotta Stach ziemlich gut, in die großen Fußstapfen ihrer Schwester zu treten. Sie debütierte 2017 mit erst 15 Jahren für die Hurricanes in Liga zwei und war zuvor die unumstrittene Antreiberin der U 18 in der Nachwuchsbundesliga. Ihre Leistungen und ihr Talent brachten ihr wiederum in den Jugend-Nationalteams stets einen sicheren Platz ein – und auch den Titel als Sportlerin des Jahres 2018. Ihr größter Team-Erfolg bisher: Platz sechs bei der EM 2019 mit der deutschen U 18 – als jüngerer Jahrgang.

Dass die Stachs ohnehin eine Sportlerfamilie sind, zeigt sich beim Blick auf ihre Vita. Neben den beiden Basketball-Schwestern war Mutter Julia eine erfolgreiche Handballerin, Vater Matthias ist anerkannter Tennisexperte sowie Kommentator und Bruder Anton (22) wurde gerade zum ersten Mal in die U 21-Fußball-Nationalmannschaft berufen. Er spielt beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth. „Klar finde ich Fußball cool. Da ich ja quasi die komplette Karriere meines Bruders, oft auch direkt am Fußballplatz, mitbegleitet habe, kenne ich mich dabei auch einigermaßen gut aus. Wenn ich Zeit habe, schaue ich mir auch seine Spiele an. Und wenn Emma noch dabei ist, sind wir wirklich richtige Fans vor dem TV. Dass man da jetzt ein Kleeblatt-Anhänger (Vereinswappen von Greuther Fürth, Anm. d. Red.) ist, versteht sich doch von selbst. Das ist auch eine sehr junge und sympathische Mannschaft“, erzählt Lotta Stach begeistert.

2019 startete Lotta Stach für die DBB-Auswahl bei der U 18-EM.

Logisch, dass sich bei den Stachs fast alles um Sport dreht. Auch wenn selten alle zusammen zu Hause in Buchholz sind. „Wir versuchen aber auch alle, regelmäßig eine Art „Familien-Videoschalte“ durchzuführen. Und dabei geht es dann auch um ganz normale private Themen, denn für uns alle ist es ja interessant, was die- oder derjenige gerade außerhalb seines Sportes so treibt. Neues zu erzählen gibt es eigentlich immer etwas“, sagt die Jüngste der Familie.

Sie selbst empfindet die aktuelle Situation und die Saison „natürlich alles andere als optimal. Und vor allem ohne unsere Fans ist es schon teilweise beklemmend.“ Als verlorenes Jahr würde sie die Spielzeit dennoch nicht bezeichnen. „Man lernt, sich an bestimmte Gegebenheiten anzupassen und lernt noch mehr schätzen, überhaupt seinen Lieblingssport ausüben zu dürfen. Ich finde, man lernt Demut“, erzählt Lotta Stach und merkt noch an: „Vielleicht konnte ich ja aufgrund dieser seltsamen Zeiten etwas intensiver für das Abitur büffeln.“ Was ja nicht unbedingt von Nachteil sein muss.

Zahlen, Daten, Fakten: Lotta Stach

Geburtsort: Buchholz in der Nordheide.

Alter: 18 Jahre.

Aktueller Wohnort: Buchholz in der Nordheide.

Familienstand: Ledig.

Beruf: Schülerin.

Sportart: Basketball.

Sieg bei der Sportlerwahl: 2018.

Größte Erfolge: Platz sechs mit der U 18- Nationalmannschaft bei der EM 2019, Jugend trainiert für Olympia: Deutscher Vizemeister 2019, Top-Scorerin WNBL Nord 2018/2019, Teilnahme an der U 16-EM und U 18-EM.

Bisherige Vereine: BW Buchholz Wild Girls.

Aktueller Verein: Avides Hurricanes.

Hobbys: Basketball, Witze erzählen auf Teamfahrten.

Ziele: 1. Bundesliga, College-Division 1, Damen-Nationalmannschaft.

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