Zurück im Leben: Handballer Maximilian Jabin ist nach schwerem Unfall wieder komplett genesen

„Die Chancen standen 50:50“

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Er kann wieder lachen: Maximilian Jabin ist nach seinem schweren Verkehrsunfall im Dezember vergangenen Jahres nun genesen. Jetzt ist der Linkshänder heiß darauf, wieder bei den Landesliga-Handballern des TuS Rotenburg anzugreifen. ·

Rotenburg - Von Mareike Ludwig„Ich kann mich zum Glück an nichts erinnern“, erzählt Maximilian Jabin. Der Handballer des Landesligisten TuS Rotenburg wird sehr nachdenklich, wenn er über seinen schweren Autounfall im vergangenen Dezember spricht. Immer wieder macht er kleine Pausen und überlegt. „Meine Schutzengel habe ich bestimmt alle aufgebraucht“, meint der gebürtige Finteler. Bruch eines Nackenwirbels, Bandscheibenvorfall im Nacken sowie ein starkes Schädel-Hirn-Trauma und eine Platzwunde am Kopf lauteten damals die Diagnosen. Eine Woche Koma und die Angst der Eltern, dass der Sohn nicht wieder aufwacht, waren die Folgen.

Bis heute weiß der angehende Zimmermann nicht, was genau in der Nacht zum 22. Dezember passiert ist. Er war auf dem Nachhauseweg von Riepe nach Fintel, als er wegen Glatteis von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte. Bewusstlos lag er eineinhalb Stunden in seinem Auto, bis ein Freund den Wagen im Seitengraben entdeckte.

Jabins Glück war es, dass sich durch die Kälte seine Gefäße verengten. „Sonst wäre ich wahrscheinlich verblutet. Ich weiß, dass ich sehr viel Glück hatte. Meine Oma, die vergangenes Jahr gestorben ist, hat mich aus dem Himmel geschubst. Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen“, erzählt Jabin, und ihm ist anzumerken, dass es ihn bis heute nicht losgelassen hat, dem Tod gerade noch einmal von der Schippe gesprungen zu sein. Als bleibende Mahnung hat sich Jabin sogar seine langen Haare abrasiert. „Die bleiben auch ab. Die Frisur gehört jetzt zu meinem neuen Lebensabschnitt.“

Doch vor so banalen Fragen wie der nach einem neuen Haarschnitt lagen lange Wochen des Bangens. „Die Chancen standen 50:50, ob ich bleibende Schäden behalten werde. Für meine Familie war die Zeit sehr schlimm. Meine Eltern mussten viel durchstehen“, erinnert sich der 21-Jährige. Anfang Januar ging es dann in eine Rehaklinik für Neurophysiologie nach Geesthacht. Dort stand unter anderem ein spezielles Training für sein Kurzzeitgedächtnis auf dem Programm. „Anfangs habe ich viele Dinge sofort wieder vergessen und konnte mir nichts merken“, so der Finteler. Auch das Laufen musste Jabin neu lernen, nachdem er einen Monat lang nur im Bett gelegen hatte. „Die Absprache zwischen meinem Kopf und den Füßen stimmte nicht. Daher funktionierte meine ganze Motorik nicht mehr“, erzählt der Handballer.

Sein Fleiß und das tägliche Training in der Reha zahlten sich nach und nach immer mehr aus. Und auch die Besuche seiner Handballer sowie die seiner Freunde und Kollegen „haben mich motiviert, weiter so hart zu arbeiten“.

Nach einigen Monaten konnte Jabin ohne die Hilfe eines Gehwagens wieder alleine laufen. Auch erste Versuche mit dem Ball wagte der Linkshänder in der Reha. „Ich habe den Ball aus meinem Bett immer gegen die Wand geworfen“, erzählt er. Wenn der 21-Jährige an den Wochenenden nach Hause durfte, schaute er nach Möglichkeit auch bei den Punktspielen seiner Mannschaft zu. „Das war richtig ätzend, nur auf der Tribüne sitzen zu können. Ich kann es kaum erwarten, bis ich wieder selbst auf dem Feld stehe“, blickt Jabin optimistisch voraus.

Bis dahin wird es jedoch noch etwas dauern, schließlich muss er zuerst seine Muskulatur wieder richtig aufbauen. Ansonsten ist Jabin aber wieder vollkommen genesen und seit knapp zwei Wochen endgültig aus der Reha entlassen. An der Unfallstelle ist Jabin bislang aber noch nicht wieder vorbeigefahren und will die Strecke auch künftig vermeiden. „Mir hat schon der Anblick meines Autos gereicht“, erinnert sich Jabin.

Sein Auto braucht er momentan aber auch nicht, denn zur Arbeit kann er zu Fuß gehen. Am Montag hatte er seinen ersten Tag. „Es hat mir viel Spaß gemacht. Die Kollegen haben sich alle gefreut, mich wiederzusehen“, sagt Jabin, der mittlerweile in einer eigenen Wohnung in Rotenburg lebt – nicht die einzige Veränderung. „Durch den Unfall bin ich gelassener geworden, rege mich nicht mehr über irgendwelche Kleinigkeiten auf und bin glücklich mit dem, was ich habe.“

Das Laufen am

Gehwagen neu lernen

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