Ludwig gibt nicht nach

Kunstrasen-Diskussion: DFB-Studie von 2006 aufgetaucht

Am Thema „Kunstrasen“ erhitzen sich derzeit die Gemüter in Rotenburg. Unser Bild zeigt die künstliche Spielstätte in Oyten.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Und es gibt sie doch – die besagte Studie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zum Thema „Kunstrasen“.

Der größte Sportfachverband der Welt hatte die Existenz einer solchen Expertise noch abgestritten, DFB-Präsident Reinhard Grindel war sogar auf Konfrontationskurs zu Rolf Ludwig, dem Chef der Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine (ARS), gegangen und hatte an Bürgermeister Andreas Weber geschrieben. Nun stellte Ludwig als erklärter Gegner eines Kunstrasenplatzes in Rotenburg diese 16-seitige Untersuchung unserer Redaktion zur Verfügung. „Ich habe es gar nicht nötig zu lügen“, betont er.

„DFB-Empfehlungen für Kunststoffrasenplätze“ ist das Schriftstück betitelt. Allerdings ist es nicht mehr ganz taufrisch und in manchen Bereichen wohl überholungsbedürfig, weil bereits 2006 erschienen – mit einem Vorwort des damaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger. Inhaltlich geht es um die unterschiedlichen Belagtypen, die sportfunktionelle und schutzfunktionelle Eignung, aber auch um Wirtschaftlichkeits- und Nutzungsaspekte.

Kunstrasen auf Dauer günstiger

Auch der Fachbereich Psychologie und Sportwissenschaft der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main war involviert. Errechnet wird darin zudem, dass die Pflegekosten eines Kunstrasens deutlich geringer seien als die eines Naturrasens – bei einer entsprechenden Auslastung.

Verbal geht es derweil auch in den sozialen Netzwerken zur Sache. Werner Hölldobler, Vorsitzender der SG Unterstedt, stellt sich auf Ludwigs Seite und kommentiert bei Facebook in Richtung DFB-Präsident Grindel: „Seine Meinung zum Kunstrasen lassen wir so stehen ... sein Angriff auf Rolf dagegen ist eine Frechheit sondergleichen ... Herr Grindel wohnt in Rotenburg und scheint sein Amt ausnutzen zu wollen ... Als Politiker war er schon machtbesessen, jetzt kommt wohl Größenwahn hinzu.“

Henri Ohlmann, ehemaliger Präsident der RSV, positioniert sich – ebenfalls via Facebook – derweil gegen Ludwig: „Ludwig gefällt sich in seiner Rolle als Sonnengott des Rotenburger Sports ... Nur zu gerne arbeitet Ludwig á la Trump regelmäßig mit Falschinformationen.“

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