TGLR-Vorsitzender Gerd Rathjen schließt sich der Schradick-Kritik an

„DFB-Präsident Grindel verkauft die Amateure“

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DFB-A-Lizenz-Inhaber Gerd Rathjen wünscht sich vom DFB vor allem mehr Unterstützung in der Trainer-Ausbildung.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Der Widerstand an der Basis wächst, das Amateurlager begehrt auf – auch im Fußball-Kreis Rotenburg.

Nach seiner Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB), die der Kreisvorsitzende Uwe Schradick im Interview mit der Zevener Zeitung geübt hatte, erhält er einen prominenten Fürsprecher: Gerd Rathjen, Inhaber der Trainer-A-Lizenz, Mitglied im Vorstand des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) und Vorsitzender der Trainergemeinschaft (TGLR) sichert Schradick seine „volle Unterstützung“ zu.

Der Kreisvorsitzende hatte in einem auch in dieser Zeitung veröffentlichten Interview die DFB-Kampagnen zugunsten des Amateurfußballs kritisiert und unter anderem erklärt: „Da wird sehr viel operative Hektik verbreitet, aber so richtig greifen tut das nicht.“ Auch die Besetzung der Vorstandsposten beim Niedersächsischen Verband gefällt dem Zevener nicht.

Gerd Rathjen springt dem Kreisvorsitzenden zur Seite: „Der DFB macht seit einiger Zeit eine große Imagekampagne zur Stärkung des Ehrenamtes und der Amateurvereine. Die Funktionsträger des DFB predigen das Ehrenamt in den Vereinen und die Angestellten des DFB in Frankfurt machen sich die Taschen voll“, betont er. „Der 1. Generalsekretär des DFB hatte ein Jahresgehalt von 400 000 Euro, der 2. Generalsekretär von 300 000 Euro. Und er hat eine Abfindung in Höhe von 1,1 Millionen Euro abgelehnt, da er noch einige wichtige Unterlagen von der WM 2006 in seiner Schublade hat. Diese Gelder hätten die Amateurvereine bitter nötig“, geht Rathjen ins Detail und schimpft: „DFB-Präsident Reinhard Grindel verkauft die Amateure. Es brodelt gewaltig an der Basis.“ Der 68-Jährige verweist auf die zunehmende Kritik aus dem Amateurlager, nennt Engelbert Kupka, den Ehrenpräsidenten der SpVgg Unterhaching, und seine bundesweite Aktionsgemeinschaft „Rettet die Amateurvereine“. Und in Richtung Schradick sagt er: „Wir alle, auch deine 43 Kreisvorsitzenden im NFV-Bereich, sollten sich endlich gemeinsam für die Amateurvereine einsetzen. Wir brauchen zwar die guten Kontakte zur Politik und Wirtschaft, allerdings sollten wichtige Funktionsträger aus den Vereinen kommen. Wir sollten im NFV-Kreis Rotenburg gemeinsam für die Amateurvereine kämpfen.“

Bei 1,2 Milliarden an TV-Einnahmen könne auch die Bundesliga wohl kaum den Nachweis der Verarmung führen, findet Rathjen. „Sie könnte aber ein großes Zeichen der Solidarität setzen.“ Dem A-Lizenz-Inhaber geht es nicht zuletzt um die Ausbildung der Trainer. „Ich habe Basisarbeit gemacht, ich habe zehn Jahre lang beim Rotenburger SV ehrenamtlich Jugendarbeit als Trainer gemacht“, erzählt er. Rathjens Rechnung: Der DFB hat zur Zeit rund 70 000 Trainer, wobei nur noch 50 000 für die Vereine zur Verfügung stehen, da die anderen ihre Lizenz nicht verlängert haben. 5 000 Trainer haben eine A-Lizenz oder eine Fußball-Lehrer-Ausbildung, die laut Rathjen mit Kosten von fast 2 000 beziehungsweise fast 20 000 Euro verbunden sind. Es bleiben also nur 45 000 Trainer für 200 000 Amateur-Mannschaften im DFB-Bereich übrig. „Eine B-Lizenz-Ausbildung kostet 600 Euro, eine DFB-Elite-Jugend-Lizenz 1 300 Euro. Obwohl wir für die Amateurvereine viele Trainer benötigen, verdient der DFB noch an der Ausbildung der Trainer“, kritisiert das BDFL-Mitglied. „Dabei ist der DFB doch daran interessiert, dass im Amateurbereich ausgebildete Trainer sind. Dann muss er das auch fördern.“

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