Gerd Rathjen gehört zu Unterzeichnern

Resolution für den Amateurfußball: „Wir fühlen uns abgehängt“

Gerd Rathjen
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Gerd Rathjen gehört zu den Initiatoren der Resolution.

Die Kritik am Deutschen Fußball-Bund (DFB) reißt nicht ab. Jetzt hat das bundesweite Aktionsbündnis „Rettet die Amateure“ eine Resolution verfasst. Zu den neun Unterzeichnern gehört Gerd Rathjen vom Rotenburger SV.

Rotenburg – Neun Mitglieder des Aktionsbündnisses „Rettet die Amateure“ haben eine zweiseitige Resolution unterschrieben. Hierin fordern sie „eine bessere Zukunft des Amateurfußballs“ und kritisieren, dass sich der Profibereich immer mehr abkapselt. Die Unterzeichner stammen aus allen fünf Regionalverbänden. Zu ihnen gehört neben Engelbert Kupka, Ehrenpräsident der SpVgg Unterhaching, und Ute Groth, Bewerberin für das Amt der DFB-Präsidentin, auch der Westerholzer Gerd Rathjen, Vorsitzender der Trainergemeinschaft Landkreis Rotenburg (TGLR). Er hat als Vereinsmitglied des Rotenburger SV seinen Namen unter das als Pressemitteilung deklarierte Schriftstück gesetzt.

Vor zwanzig Jahren war der deutsche Fußball noch die viel beschworene Einheit, in der die Spitze mit der Basis verbunden war. Inzwischen gelten für Profis und Amateure unterschiedliche Regeln, sie spielen ein anderes Spiel.

Aktionsbündnis „Rettet die Amateure“

„Vor zwanzig Jahren war der deutsche Fußball noch die viel beschworene Einheit, in der die Spitze mit der Basis verbunden war. Inzwischen gelten für Profis und Amateure unterschiedliche Regeln, sie spielen ein anderes Spiel“, schreiben die Initiatoren. „Und wir Amateure fühlen uns abgehängt – von der DFL, vom DFB, selbst von unseren Landesverbänden. Die Pandemie hat diese Entwicklung, die lange vorher eingesetzt hatte, nochmals verstärkt.“

25 000 Amateurvereinen stünden nur gut 50 Proficlubs gegenüber. „Deren Einnahmen steigen, uns bleiben dagegen nur warme Worte und nichtssagende Kampagnen. Wir sind in Vergessenheit geraten“, bemängelt das Bündnis weiter und stellt deshalb einige Forderungen auf, vor allem in Bezug auf die Verbandsstrukturen und die finanzielle Förderung der Basis.

Deren Einnahmen steigen, uns bleiben dagegen nur warme Worte und nichtssagende Kampagnen. Wir sind in Vergessenheit geraten.

Aktionsbündnis „Rettet die Amateure“

„Wir fordern Teilhabe. Wir wollen, dass unsere fast 25 000 Vereine mit mehr als 130 000 Mannschaften angemessen und engagiert vom DFB vertreten werden. Präsidium und Vorstand des DFB müssen künftig aktive Vereinsvorsitzende berufen und ihnen Stimmrecht geben“, schreibt die Aktionsgruppe und betont: „Wir halten Ämterhäufung für nicht förderlich. Wenn der Vorsitzende eines Landesverbandes gleichzeitig Präsident seines Regionalverbandes und zudem DFB-Vizepräsident und Mitglied in der UEFA ist, kommt es zu Interessenskonflikten.“ Gefordert wird auch die Amtszeitbegrenzung für Präsidenten der Landesverbände auf nicht mehr als zehn Jahre. Eine Doppelspitze beim DFB aus Frau und Mann halten die Unterzeichner für denkbar, zudem fordern sie Reformen unter Beteiligung der Basis.

Kritik üben sie daran, dass der Grundlagenvertrag, wonach die Profivereine drei Prozent aus allen Vermarktungseinnahmen an den DFB abführen müssen, „erst heimlich, dann offiziell unterhöhlt“ wurde: „Der Grundlagenvertrag wird seit Jahren zu Lasten von Amateuren gebrochen.“ Eingesetzt werden solle das Geld für die Amateure in der Infrastruktur und Ausbildung. Bedürftige Vereine müssten gezielt gefördert werden. „Das Geld darf nicht ohne Kriterien an die Landesverbände verteilt werden.“

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