Detlef Rathjen, „Einpeitscher“ der Hurricanes, bezieht zum ersten Trommel-Verbot in der Liga Stellung

„Am Eingang gibt es Ohrstöpsel“

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Ohne Trommeln weniger Stimmung – findet jedenfalls Hurricanes-„Einpeitscher“ Detlef Rathjen (vorne, 2.v.r).

Scheeßel - Von Matthias Freese. Trommeln verboten! In der Basketball-Bundesliga hat Aufsteiger Grüner Stern Keltern als erster Club diese Art der Unterstützung untersagt, nachdem sich mehrere Zuschauer über den Lärm beschwert hatten. Keltern erntete damit manch böse Kritik. Auch bei den Avides Hurricanes wird fleißig getrommelt – bei Heimspielen sowieso, aber ebenso bei vielen Auswärtsspielen. Wir baten Detlef Rathjen, den „Einpeitscher“ der Hurricanes, um seine Meinung.

In Keltern wurden jetzt das Trommeln verboten, weil es anderen Zuschauern zu laut in der Halle war. Nachvollziehbar?

Detlef Rathjen: Für mich ist das nicht nachvollziehbar, da der Sport nun einmal von Anfeuerungsrufen, Trommeln, Fangesängen und Fanklatschen lebt. Zu jeder Sportart gehören begeisterungsfähige Fans dazu, um ihre Mannschaft für den Erfolg zu unterstützen.

Also wäre so ein Verbot bei den Hurricanes nicht vorstellbar?

Rathjen: Ich kann mir das nicht vorstellen, denn nicht nur unsere Mannschaft ist von der Fankultur und der Stimmung in Scheeßel und Rotenburg begeistert. Auch viele Zuschauer sprechen mich aufgrund der positiven und mitreißenden Stimmung bei unseren Heimspielen an.

Gab es in Scheeßel oder Rotenburg schon Beschwerden über die Lautstärke?

Rathjen: Es gab sicherlich auch mal einige Anmerkungen einzelner Personen, die diese Stimmung und Lautstärke nicht erwartet hatten. Für diese Fälle haben wir am Eingang Ohrstöpsel bereitgelegt.

Aber haben Sie Verständnis für die Leute, die sich möglicherweise durch die Lautstärke belästigt fühlen?

Rathjen: Grundsätzlich habe ich Verständnis für die Leute. Bei uns in Scheeßel möchten aber mittlerweile immer mehr Leute unten in der Nähe der Trommeln sitzen, da sie begeistert von der Stimmung sind und mitmachen möchten. Auf der Tribüne gibt es sicherlich auch Plätze, wo Zuschauer das Spiel etwas ruhiger verfolgen können.

Was wäre denn bei den Heimspielen der Hurricanes ohne die Trommeln anders?

Rathjen: Durch die Trommeln werden die Zuschauer animiert, mit den Fanklatschen die Mannschaft „anzupeitschen“ und zum Sieg zu unterstützen. Ein Heimspiel ohne Trommeln würde bedeuten, dass nur Stimmung aufkommt, wenn die Mannschaft erfolgreich ist. Durch das Trommeln werden die Spielerinnen von der ersten Minute an unterstützt und zum Sieg angefeuert.

Aber würden nicht eventuell mehr Zuschauer kommen, wenn es nicht so laut wäre?

Rathjen: In den letzten Jahren sind die Zuschauerzahlen eher gestiegen, was natürlich auch am Erfolg der Mannschaft, aber auch an der stetig wachsenden Fankultur liegen kann. Wie kann es sonst sein, dass zum Rückrundenauftakt nach Osnabrück zwei große Reisebusse mit Fans die Mannschaft auch auswärts unterstützen.

Wie viele Trommeln sind bei Heimspielen und bei Auswärtsspielen im Einsatz?

Rathjen: Bei den Heimspielen sind es drei, bei den Auswärtsspielen zwei.

Die Hurricanes haben schon in Keltern gespielt. Wir waren die Erfahrungen vor Ort?

Rathjen: Zu diesem Spiel bin ich nicht mitgefahren, sodass ich keine Anmerkungen machen kann. Von der Mannschaft hörte ich aber, dass dort eine eher triste Stimmung herrschte.

Gibt es in anderen Hallen auch Probleme, wenn Sie mit den Trommeln kommen? Rathjen: Es gab bisher des Öfteren Probleme in Herne, da wir beim Spiel vor zwei Jahren drei Mal unsere Plätze wechseln sollten. Da sehr viele Fans unsere Mannschaft begleitet haben, sollten wir mit dem Trommeln aufhören, jedoch haben die Herne-Fans ebenfalls die Mannschaft mit Trommeln unterstützt. Dieses Jahr wurden uns spezielle Plätze zugewiesen und alles war gut. In den meisten Hallen gibt es auch einen Gästebereich. Insgesamt herrscht in der 1. Damen-Bundesliga eine tolle Fankultur, sodass viele Gespräche auch vor den Spielen mit den gegnerischen Fans erfolgen und sich Freundschaften gebildet haben.

Wenn die Fans nicht mehr trommeln dürfen, was wären die Folgen und auch Alternativen?

Rathjen: Naja, es würde meines Erachtens die gute Stimmung in den Hallen beeinträchtigen. Sicherlich würden dann viele Fans auf Tröten oder andere Anfeuerungsmöglichkeiten zurückgreifen, um Stimmung zu erzeugen. Die gehört ja zu jeder Sportart dazu.

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