0:3 im Derby – RSV gegen Uphusen in der Offensive nicht ligatauglich / Puhmanns Comeback

Mit Kirschke geht auch die Qualität

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Nein, das ist kein Klärungsversuch von Ferdi Yilmaz: Der Stürmer des Rotenburger SV spitzelt den Ball vor Sedat Yücel aus dem Uphuser Strafraum.

Rotenburg - Von Matthias Freese. Es war die große Chance: Der Rückenwind aus dem 5:1-Sieg beim 1. SC Göttingen 05, ein angeknockter Gegner, bei dem es in der letzten Woche fast nur um den Verdacht der Spielmanipulation ging – und doch schlugen die Oberliga-Fußballer des Rotenburger SV daraus kein Kapital. Sie verpassten den nächsten Schritt, weiter aus dem Tabellenkeller zu klettern, und unterlagen dem TB Uphusen im Ahe-Stadion aufgrund einer nicht ligareifen Offensivleistung mit 0:3 (0:2).

„Diese Ausfälle kann die Mannschaft nicht auffangen“, zeigte Coach Jan Fitschen größtes Verständnis. „Wir haben sechs oder sieben Leute auf dem Platz, die das erste Jahr Oberliga spielen.“ Zwar stand Leistungsträger Tobias Kirschke trotz seiner Oberschenkelprobleme in der Startelf, um im Zentrum für die nötige Stabilität zu sorgen, doch schleppte er sich nach einem Zweikampf früh über den Platz und wurde von Fitschen zur Pause draußengelassen. „Eine Sicherheitsmaßnahme“, nannte der Coach die Auswechslung, die aber einen Qualitätsverlust nach sich zog.

Dennis Janssen versuchte fortan, zunehmend die Lücken zu schließen, denn Dragan Muharemi war zwar gewohnt bemüht, produzierte allerdings überwiegend brotlose Kunst und verzettelte sich oft in Einzelaktionen. „Wir haben den letzten Pass nicht an den Mann gebracht“, sah Fitschen ansonsten ein in der ersten Hälfte ausgeglichenes Spiel – allerdings mit Vorteilen für die Gäste. „Es war ein rassiges Derby, wir haben die Tore erzwungen. Wenn wir die Konter besser ausspielen, geht es klarer aus. Das 3:0 kommt der Sache aber schon sehr nahe“, fand Uphusens Coach Andre Schmitz.

Sein Team hatte vor allem bei der Führung in der 44. Minute – erzielt per Elfmeter durch Sedat Yücel – Fortuna beziehungsweise Schiedsrichter Marco Großöhmichen (Heesseler SV) auf seiner Seite. Ein satter Volleyschuss von Bastian Helms donnerte Dennis Janssen an die Hand. „Das waren bestimmt fünf Meter. Da wo die Hand war, hat sie nichts zu suchen“, meinte Schmitz, während sich Jan Fitschen unmittelbar nach der Szene echauffierte: „Ein schönes Geschenk, der hat doch null Reaktionschance.“ Später räumte er ein: „Aufgrund der Regel kannst du den Elfmeter geben.“

Schlimmer war schließlich auch der nächste Angriff, der Uphusen das 2:0 brachte, weil der überlaufene Sajih Jaber den Querpass von Helms nicht verhinderte. So hatte Mustafa Azadzoy aus der Nahdistanz keine Mühe, Keeper Henner Lohmann zu überwinden (45.). „Der Elfmeter kann passieren, aber das Ding ärgert mich“, so Fitschen. „Vor allem haben wir sonst ja nichts großartig zugelassen und ganz gut gestanden. Der für den verletzten Christoph Drewes in die Innenverteidigung gerückte Tim Ebersbach war denn auch bester Rotenburger.

In der zweiten Halbzeit mühte sich der RSV weiter, schwebte aber irgendwo zwischen Überforderung und Harmlosigkeit. Von Stürmer Ferdi Yilmaz ging keine Gefahr aus, auch Atilla Iscan war gegenüber seinem klasse Auftritt in Göttingen nicht wiederzuerkennen. Die beste Chance besaß noch der eingewechselte Herman Puhmann in seinem ersten Spiel nach zweimonatiger Krankheitspause. Sein Kopfball wurde von Keeper Ercan Ates klasse pariert (70.). Auf der anderen Seite verhinderte Henner Lohmann mit zwei starken Aktionen gegen Thomas Celik die vorzeitige Entscheidung (69./78.). Beim 0:3 durch David Airich in der Nachspielzeit blieb aber auch er auf der Linie kleben – und verließ sich auf seine indisponierten Vorderleute.

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