Hamburger Firma erhält den Zuschlag

Der Winterrasen kommt nun doch

Grandplatz auf dem Ahe-Sportgelände.
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Der Grandplatz weicht künftig dem Rasen: Der Verwaltungsausschuss hat dem Bau des neuen Platzes zugestimmt. Jetzt soll alles ganz schnell gehen.

Der Winterrasen wird nun also doch gebaut. Generalunternehmer wird eine Hamburger Firma. Auch die Frage der Mehrkosten wurde geklärt.

Rotenburg – Nach einigem Hickhack in den vergangenen Wochen hat der Verwaltungsausschuss des Rotenburger Stadtrates den Weg für einen Winterrasen am Ort des jetzigen Grandplatzes auf dem Ahe-Sportgelände nun doch freigemacht. Damit entsteht der erste Platz dieser Art in Norddeutschland – bislang gab es diese nur im Süden des Landes und in Nordrhein-Westfalen. Im dritten Anlauf und mit „großer Mehrheit“, so Bürgermeister Andreas Weber (SPD), votierten die Mitglieder dafür, den Bau an den Generalunternehmer Wiese und Suhr aus Hamburg zu vergeben.

Die bisher nicht im Etat gedeckelte Kostensteigerung des Projekts in Höhe von rund 140 000 Euro soll durch eine Umschichtung des Haushaltes abgedeckt werden. 250 000 Euro der Platzkosten trägt die Rolf-Ludwig-Stiftung in Form einer Spende. Inklusive Flutlicht und Ballfangzaun soll das Gesamtvolumen für die Umwandlung mehr als 600 000 Euro betragen.

Der Antrag, mit dem sich der Verwaltungsausschuss am Mittwoch beschäftigte, lautete Bürgermeister Weber zufolge, „die Vergabe des Winterrasens durchzuführen“. Nach der Sitzung war klar, der Generalunternehmer aus Hamburg werde in diesen Tagen nun also beauftragt, und „dann können wir endlich mit dem Bau beginnen“, freute sich auch Initiator Rolf Ludwig. Wie erwartet war das Votum des Ausschusses nicht einstimmig. Tilman Purrucker, Fraktionsvorsitzender der CDU, wollte sich nicht näher zum Stimmenergebnis äußern, unstrittig ist aber, dass die größten Widersacher des Platzes in der Vergangenheit aus den Reihen seiner Partei kamen.

An der CDU übte Ludwig nach der Bekanntgabe deshalb auch Kritik: „Einige Mitglieder der Partei, der ich ja auch angehöre, haben mich in den letzten Wochen mit ihrem Verhalten mir gegenüber echt gequält. Sie waren es aber nicht alleine. Auch manch einen Verantwortlichen des Rotenburger SV muss ich dazu zählen.“

Der Verein hatte im Vorfeld der Sitzung in Person von Vorstandsmitglied Henning Schwardt noch einmal an alle Beteiligten appelliert, gegen den Bau zu votieren, da der RSV als Hauptnutzer einen fünften Naturrasenplatz nicht benötige. Schwardt verwies auf die Mehrkosten und schrieb: „Rolf Ludwig hat dankenswerterweise bereits angekündigt, die Spende im Zweifelsfall an anderer Stelle einzusetzen (in Unterstedt, Anm. d. Red.). Heißt für mich, der Stadt geht diese Spende nicht verloren. Im Gegenteil. Man hätte die Chance, diesmal gemeinsam mit den betreffenden Sportlern oder Vereinen die bestmögliche Förderung zu erreichen.“ Ludwig hält dagegen und betont: „Der Platz wird ein städtischer sein und die Vergabe der Nutzungszeiten soll über die Arbeitsgemeinschaft Rotenburger Sportvereine (ARS) ablaufen. Der Winterrasen soll also nicht nur vom RSV genutzt werden, sondern Vereine wie die SG Unterstedt sollen darauf regelmäßig trainieren. Aber auch zahlreichen anderen Sportarten wie dem American Football, der Leichtathletik oder dem Handball steht der Platz zur Verfügung.“

Schwardt hatte in dem Schreiben zudem bemängelt, „der hier aufgerufene Preis“ spiegele in keiner Weise den eigentlichen Wert wider. Die Firma Grewe – Schwardt ist einer der Geschäftsführer – habe 2014 für den SV Rot-Weiß Scheeßel in einem ähnlichen Arbeitsverfahren einen Grandplatz in einen Rasenplatz umgewandelt. „Die Kosten dafür lagen bei 112 000 Euro brutto. Die Planung/Ausarbeitung des Angebots ist in den Kosten enthalten. Der Unterschied zum Winterrasen besteht hier lediglich im Mischverhältnis des Substrats“, betont Schwardt.

Der Bürgermeister will das so allerdings nicht stehen lassen: „Man darf Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Die Anlage in Scheeßel hat zum Beispiel keine Bewässerungsanlage. Hinzu kommt, dass seine Abrechnung von 2014 ist – die Preise sind seitdem gestiegen. Und wir haben uns ja auch für das günstigste Angebot zwischen den drei entschieden.“ Mehrkosten sind für den Winterrasen dennoch entstanden. Eine Lösung wurde aber auch hier gefunden: „Das Bauvorhaben ,Heckenweg‘ wird in das nächste Jahr verschoben. Die dafür freigewordenen Mittel decken sich mit den Kosten in Höhe von 140 000 Euro“, erklärt Weber.

Trotz aller Kritik steht am Ende das Ergebnis. Und nun soll es schnell gehen. „Es ist das Ziel, Ende des Jahres ein erstes Spiel auf dem Winterrasen stattfinden zu lassen“, blickt Rolf Ludwig optimistisch voraus.

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