E-Mountainbike liegt momentan im Trend

Jörg Richter und Patrick Hollmann haben den Thrill

E-Mountainbikefahrer.
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Bergab über Bäume und Laub: Für Jörg Richter ist das E-Mountainbike genau der richtige Untersatz dafür.

Rotenburg – Ob Schnee, ein tiefer, matschiger Untergrund oder ein paar umgekippte Bäume auf der Strecke – Ausreden gibt es für Jörg Richter (54) und Patrick Hollmann (28) nicht. Auch bei den miesesten Witterungsbedingungen sind die beiden Rotenburger am liebsten auf ihren Mountainbikes unterwegs. Stopp! Korrektur: Auf ihren E-Mountainbikes! Ein Trendsport, der mächtig im Kommen ist.

Richter und Hollmann haben ihr Hobby gleichzeitig zum Beruf gemacht. In ihrem Laden „Endurox“ verkaufen und reparieren sie E-Bikes, Spezialgebiet: E-Mountainbikes. Die haben sich in der Radsportszene inzwischen längst durchgesetzt. Die deutschen Händler verkaufen mittlerweile von der elektronischen Art mehr als von den per Muskelkraft angetriebenen MTBs. Der E-Bike-Markt hat laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) insgesamt zweistellige Zuwachsraten, im ersten Halbjahr 2020 waren es 15,8 Prozent. Der Branchenverband Cycling Industries Europe vermeldet, dass der Absatz der Elektroräder, sogenannter Pedelecs in Europa im vergangenen Jahr gar um knapp ein Viertel nach oben geschnellt sei – auf rund 4,5 Millionen Stück. Bereits 2024 könne die Umsatzmarke von 10 Millionen erreicht werden. „Der Verkauf ist gleichbleibend stark“, bestätigt Richter. „Und der Boom steht uns erst noch bevor. Das nimmt jeder Hersteller ernst, die kommen teilweise nicht mehr mit dem Produzieren nach.“

Patrick Hollmann ist in Sachen E-Bike erst seit einem knappen Jahr aktiv dabei. Trotzdem erzählt er: „Ich bin letztes Jahr 6 000 Kilometer mit dem Rad gefahren – mehr als mit dem Auto. Ich habe das E-Mountainbike für mich entdeckt.“ Meist fahren sie für ihr Hobby gemeinsam in die Harburger Berge – wenn kein Lockdown ist, in der Regel auch mit einer größeren Gruppe. Dabei geht es eigentlich nicht ums Kilometerfressen, wie Hollmann erzählt: „Wir fahren da nicht hin, um Kilometer zu sammeln, wir fahren da 30 Kilometer in zwei Stunden, haben dann aber 600 Höhenmeter gesammelt.“ In den Harburger Bergen – Ausläufer der Endmoränen – gibt es spezielle Strecken für die Radsportler, die auch abseits der Wege gerne mal querfeldein abbiegen – auf die sogenannten schmalen Singletrails. Und spätestens jetzt ist für Richter der Zeitpunkt gekommen, um mit einem Klischee aufzuräumen: „Mit dem Vorurteil, dass E-Bike-Fahren ein Alte-Leute-Sport ist. Das stimmt einfach nicht. Wir haben sogar einen Neunjährigen dabei. Das ist also generationsübergreifend.“

Die Geschwindigkweit ist wie bei den „normalen“ E-Bikes auch mit dem E-MTB auf 25 Stundenkilometer begrenzt, die Räder sind hinten 27,5 Zoll und vorne 29 Zoll groß. Der größte Unterschied liegt im Gewicht, denn mit rund 25 Kilogramm wiegt die E-Variante ungefähr das Doppelte eines Mountainbikes ohne Motor. Das liegt vor allem am Akku, aber auch der Rahmen ist etwas dicker. Ein mittlerer vierstelliger Bertrag ist bei der Anschaffung ungefähr einzuplanen, die Reichweite liege, so Richter bei Landfahrten zwischen 80 und 100 Kilometern, bei sportlichen Einsätzen wie ihn Richter und Hollmann betreiben reduziert sich diese dementsprechend. Dafür nennt Richter einen wesentlichen Faktor und Vorteil: „Ich kenne keinen MTB-Fahrer, der gerne bergauf fährt. Alle suchen immer den Weg runter. Und mit dem E-MTB sagst du: Egal, lass´ uns doch rauffahren. Auch das Rauffahren macht also Spaß und ich habe nicht die Durststrecken.“ Zur Reinigung nach einem wilden Geländeritt empfiehlt er übrigens den herkömmlichen Gartenschlauch.

Der Blick geht nach unten – mit hochgestelltem Hinterrad: Patrick Hollmann zeigt, wie es geht.

Der ist nach den Fahrten der Rotenburger oft nötig. Wobei Hollmann betont: „Die Basics kannst du überall üben.“ Etwa den Bunny Hop, also den Sprung über Hindernisse. Oder den Wheelie – das Fahren auf dem Hinterrad – und den Trackstand, also das Auf-der-Stelle-stehen. „Das geht selbst in der Garage“, meint Richter.

Der richtige Spaß kommt allerdings erst im Gelände auf – wie in den Harburger Bergen. „Ein Sechs-Meter-Sprung ist da schon drin“, schwärmt Hollmann. Doch dazu gehört auch ein wenig Mut, oder? „Ja, definitiv. Manche ersetzen es auch durch Wahnsinn“, sagt der langjährige Fußballer Hollmann und lacht. Ihm gefällt dieser Thrill, den Richter schon lange Jahre als „fossiler“ Rennfahrer, nämlich mit dem Motorrad, genauer gesagt: dem Supermoto, erlebt hat.

An Rennen, die es inzwischen auch in der E-MTB-Szene gibt, nehmen die beiden allerdings nicht teil. Ihnen reichen die kleinen Challenges, die sich leicht dank der von ihnen genutzten Navi-App Komoot organisieren lassen. „Unser Fokus liegt darauf, eine gute Zeit zu haben und aktiv zu sein. Bei uns geht es um den Freizeitspaß. Und Spaß kann auch schon ein flacher Weg machen, wenn er ein bisschen kurvig ist“, verdeutlicht Hollmann. Gerne können sich ihrer Sonntagsrunde auch weitere E-MTB-Begeisterte anschließen, wenn das Fahren in Gruppen wieder erlaubt ist. Nur auf einen Sicherheitsaspekt weist Jörg Richter ausdrücklich hin: „Wir nehmen keinen mit, der keinen Helm trägt.“ Da hört auch bei ihnen der Spaß auf.

Kontakt:

Wer sich Jörg Richter und Patrick Hollmann anschließen möchte, kann sie telefonisch unter 0 4261 - 68 26 erreichen.

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