Regelverstoß mit Folgen beim 2:3

Der Rotenburger SV legt Einspruch gegen die Wertung ein

Mächtig was los im Strafraum des Rotenburger SV: Christoph Drewes (r.) und Uphusens Marco Wahlers (2.v.r.) kämpfen um den Ball, Stefan Denker (Mitte) bringt sein langes Bein ebenfalls ins Spiel.
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Mächtig was los im Strafraum des Rotenburger SV: Christoph Drewes (r.) und Uphusens Marco Wahlers (2.v.r.) kämpfen um den Ball, Stefan Denker (Mitte) bringt sein langes Bein ebenfalls ins Spiel.

Der Rotenburger SV hat das Derby der Fußball-Oberliga gegen den TB Uphusen am dritten Spieltag mit 2:3 verloren. Doch die Partie geht in die „Nachspielzeit“. Ein Regelverstoß des Schiedsrichters könnte Folgen haben.

  • Der Rotenburger SV verliert in der Oberliga gegen den TB Uphusen mit 2:3
  • Der Schiedsrichter gibt einem Uphuser Spieler zweimal Gelb, aber nicht die Ampelkarte
  • Der Rotenburger SV legt Einspruch gegen die Wertung ein

Rotenburg – Dieses Derby in der Fußball-Oberliga wird ein Nachspiel haben – womöglich vor dem Sportgericht, vielleicht sogar als Wiederholung im Ahe-Stadion. Weil Schiedsrichter Jens Kampling (SV Herbrum) zweimal während der Partie Burak Yigit die Gelbe Karte gezeigt (34./83.), den Abwehrspieler des TB Uphusen aber nicht vom Platz gestellt hatte, ist die 2:3 (1:1)-Heimniederlage des Rotenburger SV noch nicht endgültig besiegelt. Ein Videobeweis soll für Klarheit sorgen. Das Spiel wurde auf der Streaming-Plattform Sporttotal.tv übertragen.

Der RSV will sich nicht kampflos ergeben. „Wir werden Einspruch gegen die Wertung des Spiels einlegen, weil es sich ganz klar um einen Regelverstoß handelt“, erklärte der Sportliche Leiter des Wümme-Clubs, Torsten Krieg-Hasch, gegenüber unserer Zeitung. Das habe er auch bereits Florian Warmer, seinem Kollegen beim TB Uphusen, mitgeteilt. „Er war nicht begeistert und auch stinkig. Aber er würde sicher dasselbe für seinen Verein tun“, bemerkte Krieg-Hasch. Der anwesende Schiedsrichterbeobachter wies den Unparteiischen übrigens nach dem Abpfiff direkt auf seinen Fauxpas hin – er hatte sich ebenfalls zwei Gelbe Karten für denselben Spieler notiert.

Die Szene, die auch nach dem Spiel noch für Wirbel sorgte: Schiedsrichter Jens Kampling zeigt zum zweiten Mal Gelb gegen Burak Yigit – aber nicht Gelb-Rot.

Auf den Videoaufnahmen ist aber nur die erste Gelbe Karte (nach Foul an Stefan Denker) zu erkennen, die zweite (wegen Zeitspiels) hatte der Schiedsrichter außerhalb des Sichtfeldes der Kamera gezeigt. Diese Szene findet sich allerdings auf Fotos unserer Zeitung wieder. „Wenn du zehn Minuten in Überzahl bist, ist das schon spielentscheidend“, meinte RSV-Coach Tim Ebersbach. Zumal ein weiterer, für den Gastgeber verhängnisvoller Fehler des Referees folgen sollte. Kampling und sein Team übersahen vier Minuten später, vor dem Uphuser 3:1 durch Kai Schmidt, ein klares Handspiel des Vorlagengebers Pedro Güthermann, der den Ball mit dem linken Oberarm mitgenommen hatte – in diesem Fall aber eine Tatsachenentscheidung. Selbst Christian Ahlers-Ceglarek, Trainer des Turnerbundes, gestand: „Ich habe es auch aus meiner Perspektive gesehen.“ Ebersbach stürmte gar mit einer Fotokamera, die das Handspiel festgehalten hatte, in Richtung des Assistenten Felix Brockhaus und kehrte erzürnt zurück: „Das hat ihn nicht interessiert. Das Handspiel ist der Oberknaller.“ Nach dem Abpfiff war das Gespann recht schnell verschwunden. Und RSV-Routinier Björn Mickelat blieb nur die Feststellung: „Alter Schwede, ist das bitter.“

Kommentar

Im Sinne der Fairness

Es ist eine steile These zu behaupten, dass der Rotenburger SV einen Punkt gegen den TB Uphusen geholt hätte, wenn Referee Jens Kampling sich nicht geirrt, sondern die Ampelkarte gegen Burak Yigit gezogen hätte. Es ist aber nicht wegzudiskutieren, dass der Unparteiische den Aufsteiger mit dieser Fehlentscheidung klar benachteiligt hat. Es war ein Regelverstoß – keine Tatsachenentscheidung wie beim übersehenen Handspiel vor dem 3:1. Und doch gibt es eine Verkettung der Ereignisse: Womöglich wäre das Tor gar nicht gefallen, wären die Gäste berechtigterweise in Unterzahl gewesen. Ja, auch Schiedsrichter dürfen Fehler machen – Größe zeigen sie, wenn sie dazu stehen. Dieser Fauxpas scheint eindeutig zu sein, er sollte im Sinne der Fairness korrigiert und das Spiel neu angesetzt werden. Gut, dass es die Bilder als Beweis gibt.

Matthias Freese

Luca Althausen war zwar mit einem gefühlvollen Freistoß unter die Latte noch das 2:3 gelungen (89.), doch Uphusen brachte den Sieg über die Zeit. „Das war sehr wichtig und nervenaufreibend“, meinte Ahlers-Ceglarek und sah sein Team jeweils in der ersten Viertelstunde beider Halbzeiten am Drücker. „Außerdem haben wir sehr stabil verteidigt. Über die Gegentore brauchen wir nicht zu sprechen, das weiß er selber“, verwies der Coach auf Keeper Tariq Olatunji, der schon beim Rotenburger 1:1, einem Kopfball von Christoph Drewes nach Althausen-Ecke, nicht gut ausgesehen hatte (21.).

Zu zweit auf Jagd: Lucas Chwolka (l.) und Debütant Noel Lohmann (r.) versuchen, Uphusens Bastian Helms vom Ball zu trennen.

„Wir haben die Tore quasi selbst geschossen“, machte auch Ebersbach bei den Gegentreffern seiner Elf individuelle Fehler aus. Nutznießer beim 1:0 und 2:1 war jeweils Philipp Rockahr (13./50.), der damit zur Lebensversicherung für Uphusen wurde und vor allem bei seinem Kopfball-Tor nach der Pause sträflich allein gelassen wurde. „Der Ball war so lange in der Luft. Wo waren da alle?“, fragte Ebersbach. Dennoch merkte er an: „Die bessere Mannschaft hat nicht gewonnen. Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. Vom Investment und der Spielkultur sah es bei uns besser aus. Aber wir haben nach dem zweiten Tor zehn Minuten zu lange gebraucht, um es abzuschütteln.“

Ebersbach hatte mit zwei Überraschungen in seiner Startelf aufgewartet: Stammkeeper Fabiano Curia hatte das Aufwärmen mit Oberschenkelproblemen abgebrochen, Tom Knaak kam zu seinem ersten Oberliga-Einsatz. Auf dem linken Flügel beging indes der vom TSV Bassen gekommene Noel Lohmann sein Debüt in dieser Klasse – ein ordentliches, auch wenn ihn in der zweiten Hälfte Mickelat ablöste. „Es war geil. Aber mit einem Sieg hätte es auf jeden Fall besser geschmeckt“, betonte der 20-jährige Grasberger nach der über weite Strecken zerfahrenen Partie, die aber (zunächst) außerhalb des Platzes in die „Nachspielzeit“ geht.

Von Matthias Freese

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