Corona zum Trotz

Der Mädchenfußball kehrt zurück ‒ der RSV bringt wieder eine Mannschaft an den Start

Lara Harms (vorne links) und Diana Utovkin (rechts) waren die Initiatoren der Mädchenmannschaft in Rotenburg.
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Auf dem Feld im Duell, in der Sache vereint: Lara Harms (vorne links.) und Diana Utovkin (rechts) waren die Initiatoren der Mädchenmannschaft in Rotenburg.

In der Kreisstadt gibt es wieder eine Mädchenmannschaft. Sie hat ihre Heimat beim Rotenburger SV.

Rotenburg – Seit gut einem Jahr existiert der Jugendförderverein Rotenburg nicht mehr – gleichzeitig löste sich damit auch die letzte Mädchenmannschaft in der Kreisstadt auf. Die verbliebenen Spielerinnen schlossen sich den umliegenden Vereinen an, wie der damalige Trainer Rolf Leistert erzählt. Er selbst hörte erst einmal auf. Als Lara Harms und Diana Utovkin – zwei seiner ehemaligen Schützlinge – nun aber im März auf den Übungsleiter zugingen, kam der Ball wieder ins Rollen. Die Idee entstand, mit dem Logo des Rotenburger SV auf der Brust einen Neustart zu wagen.

Während überall die Vereine und Übungsleiter darum bangen, dass manch Nachwuchskraft nach der Corona-Pandemie nicht auf den Sportplatz zurückkehrt, ist auf dem Ahe-Sportplatz seit wenigen Wochen dienstags eine andere Entwicklung zu erkennen. Elf Spielerinnen im Alter von 13 bis 16 Jahren sind es dieses Mal, die sich gemeinsam mit Leiter Rolf Leistert sowie den Trainern Robin Cordes und Lena Gudsmann treffen. Gudsmann ermutigt die Mädchen zur Erwärmung: „Eine Runde um den Platz laufen.“ Es folgten einige Dehnübungen und Kommandodribblings. Zentrales Element: der Ball. „Der ist besonders wichtig. Die Mädels sollen das Gefühl für den Ball bekommen“, erklärt die 18-Jährige und denkt vor allem an die sechs Neuen, die bislang noch keine Berührung zu der Sportart hatten.

Wie und wo sie genau ansetzen will? „Der Plan ist, jedes Training spielerisch aufzuziehen, die Neuen mit den Erfahrenen zu mischen, sodass sie sich von denen was abgucken können. Ansonsten machen wir noch viel Passtraining“, führt die junge Trainerin aus, die aktuell noch keine Lizenz besitzt – dieses bei Gelegenheit aber nachholen will. Selbst spielt sie übrigens in der Damenmannschaft des TuS Hemslingen/Söhlingen. Dorthin wechselte sie, als der JFV Rotenburg sich aufgelöst hatte.

Robin Cordes und Lena Gudsmann trainieren die Mädels

An ihrer Seite ist Robin Cordes. Der 21-Jährige ist selbst beim FC Walsede aktiv und coacht zudem noch die U 8 des RSV. Er war vor der Unterbrechung bereits als Co-Trainer der Mädchen unter Leistert dabei. „Danach hatten wir ein Jahr keinen Kontakt mehr. Nachdem Lara Harms und Diana Utovkin auf mich zugekommen waren und wieder in Rotenburg anfangen wollten, brauchte ich ein Trainerteam. Deshalb habe ich Robin und Lena angesprochen. Sie waren sofort dabei“, freut sich Leistert, der selbst in den Hintergrund rücken und sich um die Organisation kümmern will.

Die Gründe für die Rückkehr in die Wümmestadt sind vielfältig. „Wir wollten hier einfach mit unseren alten Freunden Fußball spielen“, verrät Diana Utovkin, die wie Lara Harms noch in der Jugend des MTV Jeddingen gemeldet ist. Aber allein der Weg „von zu Hause zum Sportplatz ist hier viel kürzer“, erzählt Harms.

Trainer unter sich: Robin Cordes und Lena Gudsmann.

Die Rede ist vom Ahe-Sportgelände. Dem Platz, auf dem sie bei einem Sommercamp 2017 das „erste Mal so richtig mit Fußball in Kontakt gekommen sind“. Seitdem sind beide der Sportart treu geblieben. Leistert plant in diesem Jahr erneut ein Camp – wann und ob, ist noch offen. Froh ist er zumindest schon mal, dass „nach so kurzer Zeit und ohne große Werbung bereits elf Mädchen gekommen sind“. Und dabei soll es nicht bleiben. Daher ruft auch Trainerin Gudsmann auf: „Wer Interesse hat, sich zu bewegen, den Fußball mag und das Selbstbewusstsein aufbauen will, kann gerne bei uns vorbeikommen.“

Personalmangel war ein Grund, weshalb sich die Mannschaft damals aufgelöst hatte. Auch, weil der Altersunterschied zwischen den C- und B-Jugendlichen zu groß war. Die Jüngeren wären überfordert gewesen, wenn sie in die B-Jugend hochgemusst hätten – und dort waren es schlicht zu wenig. Dieses Mal soll es anders laufen. „Wenn die Hallenmeisterschaften dieses Jahr stattfinden, will ich ein spielfähiges Team melden“, schaut Leistert voraus. Ob es auch für den Ligabetrieb nach den Sommerferien reicht, ist noch nicht so klar formuliert. Bis dahin ist jedenfalls noch einiges zu tun. Zum Beispiel habe das Team aktuell noch keine Trikots, so der Organisator.

Kontakt

Interessierte Mädchen können sich bei Rolf Leistert unter der Nummer 0 157 -52 483 638 oder per Mail an rolf.leistert@web.de melden. Die Trainingszeiten sind dienstags (18 bis 19.30 Uhr) und freitags (17 bis 18.30 Uhr) jeweils auf dem Ahe-Sportplatz.

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