Spieler des Wochenendes

Der Misere-Effekt: Trifft der Goalgetter vielfach, punktet Rotenburg

Marco Wilhelms beißt in sein Trikot. Lukas Misere (r.) setzt zum Wurf an.
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Schwanewedes Marco Wilhelms ahnt, was kommt und beißt schon mal in sein Trikot. Denn: Lukas Misere (r.) setzt zum erfolgreichen Wurf an.

13 Mal hat Lukas Misere gegen Schwanewede getroffen. Dreimal davon bereitete Yannick Kelm vor. Der Linksaußen weiß, warum es mit dem Keeper so gut harmoniert.

Rotenburg – Die 200 Zuschauer in der Pestalozzihalle standen bereits, machten Lärm, die Oberliga-Handballer des TuS Rotenburg führten unmittelbar vor Schluss 29:27. Da sah Lukas Misere den richtigen Zeitpunkt für seine geplante Aktion gekommen. Da die HSG Schwanewede/Neuenkirchen eine schnelle Mitte spielte, sprang Rotenburgs Linksaußen dazwischen, fing den Pass ab und netzte zum 30:27 ein. „Ich habe das ganze Spiel über darauf gewartet, den Ball zu stealen“, berichtete der 25-Jährige, entschied sich aber bewusst dafür, es erst zu versuchen, als der Sieg in trockenen Tüchern war. „Wenn ich den Ball nicht bekomme, kann das schnell zu einem Gegentreffer für uns führen.“

Doch es gelang – Misere gelang dadurch sein 13. Treffern an diesem Tag. Damit hat er seinen Bruder Michel Misere in der Torjägerliste wieder überholt und führt mit drei Toren Vorsprung. Doch gibt es intern unter den beiden überhaupt ein solches Duell? „Nein, überhaupt nicht“, meint Lukas Misere, der Groß- und Außenhandelskaufmann gelernt hat und mittlerweile als Category Manager bei Behrens-Wöhlk in Rotenburg angestellt ist. „Er freut sich genauso für mich, wenn ich einen guten Tag habe, wie ich es letzte Woche in Beckdorf für ihn getan habe.“ Es sei zwar schön, „sich in die Torschützenliste einzutragen“, aber „ich würde mich auch freuen, wenn sich die anderen die 13 Tore aufteilen“, zeigt Lukas Misere seinen Teamgeist. Nicht nur der zeichnet ihn aus, wie sein Trainer Nils Muche weiß: „Er will immer gewinnen“, sagt er kurz und knapp.

Dass dort zweifelsohne ein gewisser Zusammenhang besteht, zeigt ein Blick auf die vergangenen Ergebnisse: Trifft Lukas Misere vielfach, punktet sein Team – 13 Tore, zwei Punkte gegen Schwanewede, elf Treffer und ein Unentschieden gegen die TSG Hatten-Sandkrug sowie fünf Tore und ein Sieg über die HSG Delmenhorst. Dem gegenüber steht ein Tor und eine Rote Karte bei der Auswärtsniederlage gegen den SV Beckdorf.

Dort lief er im zweiten Durchgang übrigens auf einer anderen Position auf – im linken Rückraum. Gegen Schwanewede rotierte er wieder zurück auf die Außen. „Er kann beides spielen. Als Linksaußen ist er aber etwas erfolgreicher“, weiß Muche. Misere selbst fühlt sich dort auch wohler und sieht zudem den Vorteil, „dass man mehr Erholungsphasen in der Defensive hat und man die Tempogegenstöße über 60 Minuten eher gehen kann“.

Eben die sind ein weiteres Merkmal seines Spiels. Keeper Yannick Kelm wirft den Ball platziert über das gesamte Feld auf den von hinten an den gegnerischen Kreis gesprinteten Misere. Der wiederum verarbeitet den Ball auch unter Bedrängnis und verwertet. Geübt wird diese Kombination im Training allerdings nicht, verrät Rotenburgs Coach: „Nein, das machen sie einfach so.“ Misere nennt indes den Grund für den Erfolg: „Yannicks Spezialität ist auf jeden Fall die Passgenauigkeit. Das Verhältnis zu ihm ist einmalig. Wir verstehen uns blind.“ So entstünden immer wieder diese „leichten Tore“, wie Misere sie nennt.

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